Dreamscape


'Alex Gardner has an extraordinary gift.
To keep it may cost him his life...'


Originaltitel: Dreamscape (1984) Regie: Joseph Ruben
Drehbuch: Joseph Ruben, David Loughery & Chuck Russell
Darsteller: Dennis Quaid, Max von Sydow, Kate Capshaw FSK: 16


“Pferdewetten und Frauengeschichten“ bestimmen das Dasein des telepathisch und telekinetisch begabten Alex Gardner (Dennis Quaid, ’Die Reise ins Ich’).

Tele-Kopp Alex rettet
den kleinen Buddy...
Als sein ehemaliger Professor (Max von Sydow, ’Die Jungfrauenquelle’) ihn in sein Labor ’nötigt’, ändert sich das. Dort wird an einem Projekt geforscht, das es übersinnlich begabten Menschen gestattet in die Traumwelten andere ’einzusteigen’, um eventuelle Ursachen für Alpträume zu finden und therapieren. Nach anfänglichem Zögern, entschließt sich Alex, an den Experimenten teilzunehmen. Außer ihm gibt es auch andere Individuen, die über ähnliche Fähigkeiten verfügen (u.a. David Patrick Kelly, ’Phantom Kommando’, mit einer heftig näselnden Arne Elsholz-Synchro). Mit Hilfe der Psychologin Jane DeVries (Kate Capshaw, ’Black Rain’) dringen sie in die Träume diverser Probanden ein. Ziel des ganzen ist es angeblich, die Alpträume des Präsidenten zu löschen, welche von apokalyptisch-nuklearer Zerstörungswut gezeichnet sind. Doch Alex kommt recht bald hinter die Machenschaften der wahren Drahtzieher des Experimentes und läuft damit selbst Gefahr, ins Land der ewigen Träume zu gelangen…

Eine interessante Grundidee, die dieser Film unter einem nicht fehlerfreien Drehbuch birgt. Und nicht nur das: Spannung, Spaß und Thrill gibt es hier genauso, wie viele unterhaltsame, teils sogar originelle Einfälle.

...vor dem bösen
'Schlangenmann'!
Vor allem die Traumwelten in ihren interessanten Visualisierungen sind erstaunlich ’authentisch’. Da ist alles drin, vom Höhen-Koller-Alptraum, über Slapstick-Nightmare, bis hin zum ’Lady Chatterly’-Gedächtnis Soft Porno (die kennen wir ja alle, gebt’s ruhig zu!). Leider lassen die Darsteller ein wenig zu wünschen übrig und kommen nicht über das ’Geht in Ordnung’ Limit hinaus. Dennis Quaid, kurz vor dem Durchbruch, wirkt seltsam blass, nur an wenigen Stellen schimmert der Charme des zukünftigen Hollywood-Lieblings durch. Max von Sydow (meines Erachtens einer der besten Schauspieler aller Zeiten) und Kate ’Mrs. Spielberg’ Capshaw wachsen nicht über die Grenzen ihrer Charaktere hinaus, was natürlich nicht nötig, aber immer erwünschenswert ist. Leider wird auch David Patrick Kelly (den ich persönlich für einen exzellenten Darsteller halte) in seiner (ihm seit ’The Warriors’ anhaftenden) Klischee-Rolle als kleiner fieser Hund verheizt. Aus den Figuren hätte man mehr machen können, liebe Leute! In weiteren Rollen sind Christopher Plummer ('Star Crash') und George ’NORM!’ Wendt (’House’) zu sehen.
Die Idee: “Wenn du träumst und du stirbst, stirbst du tatsächlich!“ wurde im gleichen Jahr von Wes Cravens ’Nightmare on Elm Street’ ebenso wirkungsvoll verwendet, wie 15 Jahre später im Action-Hit ’Matrix’ (der überhaupt viele Ideen von ’Dreamscape’ übernimmt). Wirft man einen Blick auf das Cover, sieht man auch sofort, dass die Vermarktung völlig falsch angegangen wurde. Mit der ’Indiana Jones’ Aufmachung wird der Käufer (so er denn einen Abenteuer-Film erwartet) nämlich erst ge- an anschließend enttäuscht.

Höhen-Koller!

’Dreamscape’ ist ein einfallsreicher und äußerst spannender Phantastik-Thriller mit kleineren Mängeln, der leider wenig Beachtung fand, sie aber eindeutig wert ist. Fans des fantastischen Films sollten nicht lange zögern und den Trip in die Welt der Träume wagen.

Hudson