Drakapa, das Monster mit der Krallenhand


‘See Human Heads Transplanted!’


Originaltitel: Beast of Blood (1971) Regie: Eddie Romero
Drehbuch: Beverly Miller & Eddie Romero
Darsteller: John Ashley, Celeste Yarnall, Eddie Garcia FSK: ungeprüft


Zurück auf Blood Island…

Wir erinnern uns: In ’Mad Doctor of Blood Island’ erschuf der irre Dr. Lorca den Chlorophyll-Zombie, jenes Superwesen auf pflanzlicher Basis, das bald alles Menschliche von der Insel prankte. Am Ende konnte Lorcas Widersacher Dr. Foster den Tag (will sagen: seine Haut) retten und auf einem Schiff flüchten. Ende.
Nicht ganz. Denn der Pflanzen-Zombie ist ebenfalls an Bord des Schiffes gelangt und macht dort das, was er am besten kann: Pranken, bis die Planken wanken.

"Cause this is thriiilleeer..."
Nur Stehaufmännchen Foster kann sich erneut retten, erinnert sich jedoch kaum daran, wie oder wohin. Das nächste Mal, dass wir ihn sehen, geht er bereits an Bord eines neuen Schiffes, das ihn zurück nach Blood Island bringt (fragt nicht). An Deck lernt er die kesse, blonde Reporterin Myra kennen, die unbedingt eine Story aus Fosters Vorgeschichte auf der Insel machen will, aber der gute Doktor ziert sich zunächst. Auf Blood Island angekommen, begrüßen Foster die Eingeborenen unter seinem alten Kumpel Ramu zwar freundlich, aber schlechte Nachrichten lassen auf einem Eiland mit diesem Namen nicht lange auf sich warten.
“Da green man have returned.” heißt es und einer nach dem anderen wurden die Insulaner in den letzten Wochen verschleppt. Das kann nur eines bedeuten: Dr. Lorca ist wieder da!

“So you’ve gone back to experimenting on human beings again?”
“Oh yes!”

"Scheisse, die Rübe passt nicht.
Geh mal einer kucken, ob da
noch ein Ersatzkopp rumliegt!"
Of course! Aber erwartet bloß kein Creature Feature. Das titelgebende Monster (wie kam der deutsche Verleih auf den Namen ’Drakapa’? Ist das philippinisch für ’Kotzfresse’?) liegt die meiste Zeit über in Lorcas Laborkeller gefesselt auf einer Bahre und der abgetrennte, jedoch reanimierte Kopf in einer Nische daneben. Lorca redet hin und wieder mit dem Schädel (“I cannot pretend I don’t understand your anger.“), wenn er nicht gerade sinistere Pläne ausheckt oder in einer ekligen Szene an Schweinemägen herumoperiert.
Leider zieht sich das Geschehen dank etlichem Füll-Material, das den Käse zwar auf Filmlänge zerrt, die Zuschauer aber Nerven kostet. Aufgelockert wird die zähe Melange aus tranigen Dialogen, Dr. Fosters Liebeleien mit diversen Bräuten und Eingeborenen-Entführungen durch einige Schießereien, in denen auch das Kunstblut literweise fließt.
Für einen Film aus dieser Budget-Region kann sich die Ausstattung durchaus sehen lassen. Lorcas Laboratorium hat diesen herrlich altmodischen ’Schiebetür meets Pappfelsen’-Touch, es gibt ein Haufen bunter Kostüme und das Monster-Make Up ist wunderbar fies geraten. Die Besetzung ist kaum der Rede wert. Während John Ashley auf Durchzug spielt, bringt uns immerhin Bruno Punzalan als glatzköpfiger, grunzender Henchman Razak zum Lachen. Er trägt so eindeutig ein Muscle-Suit unter dem engen T-Shirt, dass man die Gummiarme fast quietschen hört. Punzalan spielte in ’Brides of Blood’ übrigens noch einen Charakter namens Goro, aber mit korrekter Kontinuität hatte die ’Blood Island’-Reihe nie viel am Hut.

"...ähm, nu ja..."

Fazit: Eher ein düsterer Abenteuerstreifen, als ein waschechter Monsterfilm und eindeutig der schwächste Teil der ’Blood Island’-Saga. Aber für Fans von Eddie Romeros Genre-Eskapaden immer noch sehenswert.


Hudson