Dragon World



Originaltitel: Dragonworld (1994)
Regie: Ted Nicolaou Drehbuch: Suzanne Glazener Naha & Ted Nicolaou
Darsteller: Courtland Mead, Janet Henfrey, Stuart Campbell FSK: unbekannt


Nachdem seine Eltern bei einem Autounfall ums Leben kommen wird der kleine Johnny McGowan zu seinem netten Großvater Angus nach Schottland geschickt. Dort soll er Schafe hüten und über den schmerzlichen Verlust hinwegkommen. Beim Dudelsackspielen im Wald erweckt Johnny ein Drachenjunges, das ihm bis nach Hause folgt. Opa Angus hat erstaunlicherweise nichts dagegen, warnt Johnny aber, dass er den Drachen vor der modernen Welt beschützen soll.
15 Jahre später. Opa Angus ist gestorben und sein Enkel mittlerweile ein junger Mann. Auch Drache Jauler ist zu einer stattlichen, wenn auch friedfertigen Bestie herangewachsen. Leider hat Johnnys Großvater ihm nicht nur die Familien-Burg, sondern auch einen Haufen Steuerschulden vererbt. Da kommt der amerikanische Filmemacher und Aufschneider Armstrong scheinbar gelegen. Als er den Drachen sieht, ist er sofort Feuer und Flamme und überzeugt den reichen Unternehmer MacIntyre zu einem Wahnsinnsgeschäft. Johnny soll Jauler für eine kurze Zeit an einen speziell für ihn angefertigten Vergnügungspark ’verleihen’ und somit all seine Geldsorgen verlieren. Von Zweifeln geplagt willigt Johnny schließlich ein. Doch MacIntyre spielt falsch…

"Wenn wir mal groß sind, hab ich lange Haare
und du kannst mit deinem Schnabel Bierflaschen öffnen!"

Produziert von Albert Band (’Troll’), basierend auf einer Idee on Charles Band (’Herrscher der Hölle’) und unter der Regie on Ted Nicoleau (’Cosmo’) erwartet man eher Genre-Trash für erwachsene Kindsköppe, doch ’Dragonworld’ ist ein Film für Kinder aus der ’Full Moon’ Tochter-Sektion ’Moonbeam Entertainment’. Und das bedeutet auf Film: Familienfreundlich, harmlos, und ein klein wenig mit dem Zeigefinger wedelnd.
Thematisch wird die immer funktionierende Freundschaft gegen Kommerz-Klitsche aufgefahren. Klein gegen groß und Drache gegen Wachmänner. Die Schauspieler sind überzeugend genug, um auch erwachsene nicht mit den Augen rollen zu lassen und selbst die Tricks sind recht passabel. So wurde der (später sogar feuerspeiende und fliegende) Drache aus einer Mischung zwischen Stop Motion und animatronischen Effekten auf’s Bild gezaubert. Auch kann ich mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal einen guten Score von Richard Band (’Kampf der Roboter’) gehört habe, aber hier erstaunt der Maestro tatsächlich durch musikalisches Können.

"Siehste!"

’Dragon World’ ist ein solide produzierter, zuckersüßer, jedoch nie unerträglich kitschiger Fantasy-Streifen, der Kids gefallen wird und auch ihren Eltern nicht den Tag verdirbt.


Nool