The Fire Dragon Chronicles


‘A Hero Becomes a Legend’


Originaltitel: Dragon Hunter (2008) Regie & Drehbuch: Steve Shimek
Darsteller: Kelly Stables, Brad Johnson, Newell Alexander FSK: 12


Neulich in Untererde (in jeder Hinsicht südlich von Mittelerde):

Pumpin' Wood, Lookin' Good
Die Brüder Hunter und Darius sind seit dem Kindesalter Waisen, auf sich selbst gestellt und haben große Vorsätze im Sinn. Einer Prophezeiung zufolge soll ihnen das Blut der mächtigen Drachenjäger inne wohnen, was bislang jedoch noch nicht getestet werden konnte (keine Drachen weit und breit, keine Bluttests möglich).
Als das Land jedoch tatsächlich von geflügelten Unwesen heimgesucht und ihr Dorf im Zuge der Unruhen verkohlt wird, brechen die Brüder auf, um ihre Bestimmung zu prüfen. Auf dem Weg durch die Orc-verseuchten Wälder treffen die beiden auf eine Gruppe Krieger in Begleitung einer Elfendame und eines schwarzer Hünen, der auf Abruf zum Hulk wird. Können die Abenteurer das Land von den unheilvollen Drachen, den niederträchtigen Orcs und dem gefährlichsten aller Übel, den abscheulichen Fantasy-Klischees befreien?

Als die ’Herr der Ringe’-Filme mit vollem Erfolg die Kinos stürmten, hatte ich sie mir erhofft: Die neue Fantasy-Welle. Phantastische Welten, große Abenteuer, beherzte Helden, fiese Monster… eben all das was der ’Sword & Sorcery’-Nerd liebt.

Und wenn er immer schön weiter pumpt,
sieht er auch irgendwann aus, wie er hier.
Schon immer galt die Regel: Der Großteil von allem, was auf den Markt geschmissen wird ist Schrott. Aber wenn ich mir so anschaue, was seit 2001 auf den sehnsüchtigen Fantasy-Fan losgelassen wird, wünschte ich mir manchmal, stattdessen ein Romantic Comedy-Liebhaber zu sein. Ich habe schmalzig, verquere Großkino-Ware wie den ’Goldenen Klumpatsch’ überstanden, Big Budget-Trash a la ’Eragon’ und Uwe Bolls ’Dungeon Siege’ und kann kaum glauben, dass das Beste, was das Genre seit ’Herr der Ringe’ hervorgebracht hat, zwei gesittete ’Narnia’-Filme und ein russisches B-Movie sind.
Sagt was ihr wollt, über den Ausschuss in den Achtzigern, aber die Vielfalt und der Einfallsreichtum der Fantasy-Streifen jener Dekade beschämt die letzten zehn Jahre in Sachen Plot, Persönlichkeit und Optik gleichermaßen.
Bei ’Dragon Hunter’ kämpft sich der Zuschauer wieder einmal durch eine 0815-’Auserwählter’-Story mit jämmerlichen Darstellern, die in einfallslos gezimmerten Kostümen durch eine glattgebügelte Wald- und Wiesen-Optik humpeln, die eher an eine jener preiswerten TV-Serien im Fahrwasser von ’Xena’ und Co, denn an einen ambitionierten Genre-Streifen erinnert.
Man kröne den Käse mit einem Weichei von Helden, der fünf Minuten vor dem Abspann auch tatsächlich einen digitalen Drachen vor das Schwert bekommt und füge als Randnotiz noch den lustigsten Rollennamen für ein Monster schlechthin (Braedpytt the Orc) in die Credits und fertig ist eine der miserabelsten Fantasy-Klitschen der letzten zehn Jahre.

"Gern, aber wozu braucht ein Drachen Feuer?"

Bleibt zu hoffen, dass HBO demnächst George R.R. Martins ’A Song of Ice and Fire’-Saga zum Laufen bekommt und einem breiten Publikum beweist, dass dieses mit dem Knüppel der Einfallslosigkeit geschundene Genre tatsächlich mehr auf dem Kasten hat, als es uns erbärmliche Einträge der Marke ’Dragon Hunter’ Jahr für Jahr weismachen wollen.


Hudson