Dragonfight


‘A brutal vision of the future,
for the corporate warriors it's a fight to the death.’


Originaltitel: Dragonfight (1990)
Regie: Warren A. Stevens Drehbuch: Budd Lewis
Darsteller: Robert Z'Dar, Paul Coufos, Michael Paré FSK: 18


Voice-Over! Voice-Over! Voice-Over!

“Es war das Ende eines Jahrhunderts und die Menschheit langweilte sich. Deswegen hat sie es wahrscheinlich auch zugelassen. Als die Regierungen der Welt gelernt hatten, miteinander auszukommen, haben sich die Großkonzerne eingeschaltet und wieder alles zerstört. Und sie haben darauf miteinander angestoßen. Sie benutzten dazu ein altes, japanisches Kampfritual: Sie nannten es Drachenkampf.”

’s kloar, ne?!

"Haben sie schon gewählt,Sir?"
"Ja, ich nehme den Ausgang."
Einer der Champions, Falchion (Paul Coufus), die diese Fights austragen hat die Schnauze voll von dem ganzen Theater und will mitten in der Vorbereitung auf ein weiteres Match aussteigen. Das gefällt den verantwortlichen Manager-Yuppies (James Hong und Michael Paré) überhaupt nicht, schließlich steckt ein Haufen Asche in den ’Dragonfights’, und sie schicken Falchion den groben Fighter Lochaber (Robert Z’Dar) hinterher, damit dieser ihm ein wenig einheizt. Alles geht schief, als Lochaber plötzlich durchdreht und anfängt, Zivilisten und Wüsten-Ranger umzubrigen. Während die Yuppies an ihren Konferenztafeln die Situation fachlich analysieren, versucht Falchion sie zu retten…

…doch selbst als er Lochaber das Lebenslicht ausgeknipst hat, zieht Autor Budd Lewis (der auch für den ähnlich schwachsinnigen, aber weitaus unterhaltsameren ’R.O.T.O.R.’ verantwortlich war) den alten Trick mit der Wiederbelebungs-Hexe aus dem Zauberhut. Ja, mit diesem Level von ’lahm’ haben wir es bei ’Dragonfight’ zu tun.

"BY THIS AXE, I RULE!"
Das bisschen Action, das ’Dragonfight’ bietet, ist so breitgelatscht, wie das Kinn von Robert Z’Dar, die Story ist schon im Eimer, als der Vorspann vorbei ist und die Musik nervt gepflegt dank der üblichen Synthie-Beats.
Dementsprechend engagiert ist auch die B-Star-Riege, die man hierfür gewinnen konnte. Michael Paré, der hier den gelackten Yuppie-Arsch spielt, als hätte er nie etwas anderes gemacht, hatte sich mit ’Eddie & the Cruisers 2’ und ’Proxima Centauri 3’ längst im zweitklassigen Filmhotel eingefunden. Paul Coufus (’Drei Engel auf der Todesinsel’) war schon immer dort einquartiert, genau wie der hier ins Kettenhemd geklemmte Robert Z’Dar (’Maniac Cop’). In weiteren Rollen sind die Althaudegen James Hong (’Missing in Action’) und Charles Napier (’Frogtown 2’) zu sehen. Vorteile für den Film bringt das allerdings nicht, da Paul Coufus sowieso nur durch die Steppe trottet, wie Obi Wan in den Wechseljahren, Robert Z’Dar aus seiner lächerlichen Rüstung stiert und hier und da mal einen Hillbilly mit der Hellebarde zu Pamps drischt und Michael Paré an einem Tisch sitzt, wo er so tut, als hecke er gerade den Plot von ’Der Clou’ aus.

Ah, schön bildlich!

Fazit: Der ’Clou’ beim Zuschauen ist wach zu bleiben, denn hier sind Hopfen und Malz verloren. Ein dämlicher Plot, der schon an der Grundidee krankt, sich der Lächerlichkeit preisgebende Darsteller, für die kein Klischee zu abgedroschen ist und gähnende Langeweile als Lückenfüller; so entlässt uns ’Dragonfight’ eher früher als später in den wohlverdienten Schlummer der Vergessenheit.


Hudson