Dragon Dynasty


‘He was the first European explorer to reach China.
And if two dragons have their way, he'll be the last.’


Originaltitel: Dragon Dynasty (2006)
Regie: Warren A. Stevens Drehbuch: Budd Lewis
Darsteller: Federico Castelluccio, Aaron Hendry, Dion Basco FSK: unbekannt


Neulich in Beijing...

...Marco Polo (ja, der Marco Polo!) ist nach Asien gelangt und hat für seinen König soeben dicke Geschäfte mit dem Kaiser von China (James Hong) ausgehandelt, als dessen Hofzauberer Shang Sei der Unmut gegenüber den westlichen Besuchern packt und er zwei Drachen auf die Festlichkeiten hetzt. Nach einer feurigen Attacke kann der Kaiser mit letzter Kraft und einer handvoll Magie die beiden Bestien aus seinem Reich verbannen. Am nächsten Tag reisen Marco und seine Mannen unter dem Segen des Kaisers ab, der ihnen einen magischen Drachenstein mit auf den Weg gibt, welcher selbstverständlich auch von Bösewicht Shang Sei begehrt wird. Begleitet werden sie von Gao Ling, einem jungen Burschen, dessen Vater bei dem Angriff zuvor ums Leben kam.
Auf dem Weg zurück nach Rom trotzen die Männer einigen Gefahren (zB. betrunkenen Barbaren-Stämmen), doch erst als es Shang Sei gelingt, den Drachenstein zu stehlen, wird es den Abenteurern mächtig warm ums Haupt…

Wie in den Achtzigern: Italiener treffen auf Barbaren!

Fantasy & Action: Der von Drachen verfolgte Marco Polo reist von China nach Rom in drei Tagen und überall wird Englisch gesprochen.
Na schön, sich über letzteres zu mokieren ist eher kleingeistig, doch wenn es um die furchtbaren Dialoge bei ’Dragon Dynasty’ geht, die von Klischee-beladener Grobkörnigkeit bis zu perfekter Charakterisierung des Hauptdarstellers reichen (“Ich kenne Tote, die mehr Gefühl haben.”) kann die Kritik gar nicht verachtend genug sein.
Federico Castelluccio, der sich früher als Handlanger bei den ’Sopranos’ verdingte, schaut tatsächlich so emotionslos aus der Wäsche, als hätte er nicht begriffen, dass er hier das hust*Ensemble*hust anzuführen hat. Nicht, dass seine Co-Stars auch nur einen Deut besser wären. Marcos Bruder Giovanni hat genau so wenig Charakter, wie seine Herzdame Eva (die Tochter eines Barbaren-Schmiedes) und ihr chinesischer Sidekick (der den Römern das Schwarzpulver bring). Lediglich James Hong, der immer am Start ist, wenn ein alter Chinese gebraucht wird, verleiht seiner Rolle etwas Schmiss.
Was die Ausstattung angeht, kann man sich mit dem Gezeigten viel eher zufrieden geben. Tolle Landschaften, und im Computer entstandene Städte gehören zwar nicht zur Speerspitze ihresgleichen, geben dem Film aber immerhin einen optischen Reiz. Auch die Drachen sind recht anständig animiert worden, erinnern ein wenig an die Biester aus ’Herrschaft des Feuers’ und machen ordentlich Rabatz (Grill-Action und CGI-Blut!). Was hier allerdings besonders sauer aufstößt ist die Farbentsättigung des Bildes ab der zweiten Hälfte. Oder will mir jemand erzählen, dass es in Italien ’blasser’ ist, als in China?

"Hast du mir eben an den Schwanz gepackt?"

Fazit: Effekt-Geböller und Kulissen-Zauber sind leider nicht alles, wenn farblose Charaktere und eine Malen-nach-Zahlen-Handlung den ganzen Film nach unten ziehen. ’Dragon Dynasty’ ist ’Just another Special-Effects-Movie of the Week on Sci Fi Channel’. Nicht mehr, nicht weniger. Auch für Fantasy-Allesgucker nur ein Pausenfüller.


Hudson