Double Force



Originaltitel: Fifty/Fifty (1992) Regie: Charles Martin Smith
Drehbuch: Dennis Shryack & Michael Butler
Darsteller: Peter Weller, Robert Hays, Charles Martin Smith FSK: 16


“Endlich stehen wir hier mal auf der Seite der Guten. Das ist wirklich eine Sache, an die man glauben kann, Jungs.“
“Ich sage ihnen etwas, Sprue. Wir glauben an die deutsche Mark, den Schweizer Franken, den Krugerrand, den Yen und hin und wieder auch mal an den guten alten Dollar. Die gute Sache ist etwas, wofür man stirbt und steht deshalb bei Leuten wie uns nicht so hoch im Kurs.“

Würde Diana Ross bitte jetzt
hinter dem Busch vortreten!?
Jake und Frenchie versuchen wirklich, ihre Position deutlich zu machen. Aber CIA-Handlanger Sprue lässt den beiden Söldnern, die sich erst kurz zuvor von unterschiedlichen Seiten des Schlachtfeldes zusammengerauft haben, keine Wahl. Entweder Knast oder wohltätige Söldner-Action im Namen des Guten. Es geht gegen den sinistren General Bosavi, seines Zeichens Unterdrücker der Armen und Schutzlosen im Dschungel von Tengara (fiktiv, wa?). Mit Hilfe des Rebellenanführer Akhantar und dessen netter Nichte soll es dem Schurken an den Kragen gehen. Aber zunächst einmal müssen unbedarfte Dorfbewohner zu kampferprobten Raufbolden trainiert werden…

’Cannon’, das steht normalerweise für derbe Achtziger Action mit diversen Darstellern, die heutzutage in Shopping-Kanälen unkonventionelle Trainingsmethoden oder Milchschnitten vorstellen.

Ein funkendes Mahnbeispiel für
all die Unterdrücker dieser Welt
(zumindest Bananenstaatler).
Auch Anfang der Neunziger war das Studio noch auf der derben Action-Schiene unterwegs, allerdings etwas preiswerter als gehabt. Ursprünglich als Star-Vehikel für Sly Stallone und Eddie Murphy angedacht, ballern, quatschen und raufen sich bei ’Double Force’ Robert Hays (‘Airplane’) und Peter Weller (’RoboCop’) als (eher gleiches, denn ungleiches) Söldner-Duo durch den Dschungel.
Hays und Weller sind zwar kaum zugträchtige Stars, sympathische Darsteller sind die beiden aber allemal und als Frontsäue eines solchen B-Movies gut zu gebrauchen. Unter der Regie von Schauspieler Charles Martin Smith (Froschauge aus ’American Graffiti’) werden im Vergleich zu alten ’Cannon’-Hochzeiten zwar weniger, aber immer noch genug Action-Salven abgefeuert, um Fans solcher Brachial-Werke bei Laune zu halten.
Während dicke Wummen rattern, Explosionen krachen, mit Bazookas auf Haie geschossen und zum Schluss sogar der Bösewicht recht heftig in Stücke gerissen wird, spielt der aus diversen Action-Klassikern herbeigeklaute Plot zweite Geige.

“Hulemalulalemullulaleh!“
“Was ist denn los?“
“Du erschrickst seinen Elefanten. Der wollte doch nur mal kurz kacken.“

Ted Stryker & Alex Murphy back in action!

Fazit: Butch and Sundance meet Rambo and go south. ‘Die sieben Samurai’ waren besser, die ’Glorreichen Sieben’ auch, aber für Spätlese Cannon Fodder keine schlechte Buddy-Action. In Anbetracht einiger allzu käsiger Abschnitte und der zuweilen gefühlsduseligen Tour des Streifens geht der Originaltitel ’Fifty/Fifty’ hier auch wertungstechnisch auf.


Hudson