Don’t Panic


‘Forget Freddie and Jason.
Virgil's the newest nightmare in town.’


Originaltitel: Don't Panic (1988) Regie & Drehbuch: Rubén Galindo Jr.
Darsteller: Jon Michael Bischof, Gabriela Hassel, Helena Rojo FSK: 18


Oah neee. Nicht schon wieder ’Ouija Board’- Horror! An der Schallplatte nagt doch die Knallratte…
Na was soll’s. Off we go:
Während der Aftershow-Party seines 17. Geburtstags spielen Michael und seine Freunde angetrunken am allseits beliebten Ouija Board (Gläserrücken… ya know) herum und erwecken aus Versehen einen bösen Geist (er selbst nennt sich Virgil). Von nun an hat Michael obskure Visionen von blutigen Händen, Gesichtern, die aus dem TV-Testbild springen und dämonisch röhrenden Lehrern, die ihm alle scheinbar eine Botschaft übermitteln wollen. Kurz darauf beginnen seine Freunde durch die Hand eines irren Killers zu sterben. Und auch diese Morde sieht ausgerechnet der weinerliche Michael in schrecklichen Visionen voraus. Während ihn die ganze Welt für verrückt hält, muss der junge Mann sich aufraffen, um den Wahnsinn zu stoppen…

...im Dinosaurer-Schlafanzug!

“Du hast ’ne Verabredung mit dem Satan muahahahahahahahahah!“

I’m havin’ illusions…
’Don’t Panic’ wurde von ’Friedhof des Satans’-Regisseur Rubén Galindo mit sicherlich ungemeinem Preisvorteil, zwei nicht allzu begabten amerikanischen Darstellern und Unterstützung einheimischer Komparsen in Mexiko gedreht und ist ein 08/15 Okkult-Slasher im Achtziger-Trash-Milieu, wie er unter der Buche liegt.
Der Story um den irrer Killerdämon Virgil, dessen Gehabe nur allzu sehr von Freddy Krueger inspiriert ist (“April, April. Du Trottel!“) und der sich einigermaßen blutig durch eine kunterbunt bekleidete Teenie-Peergroup schnetzelt, ist nicht schwer zu folgen.
Eins finde ich jedoch bedenklich: Wenn Minipli-Michael (der gerne mal wie von der Tarantel gestochen in seinem Dinosaurier-Pyjama durch sein Zimmer springt, die Autoposter von der Wand reißt und schreit “Ich bin nicht verrückt!“) als Identifikationsfigur für das jugendliche Publikum der 80er Jahre angedacht war… dann gute Nacht.

“Hier ist ein Foto. Michael trug nur einen Schlafanzug. Er hatte keine Schuhe an…“

...und verschmierten Lippenstift.

Fazit: Keine Panik, ’Don’t Panic’ ist lediglich ein weiterer Eintrag auf der schier unendlichen Liste beknackter Horrorfilme der Achtziger, jedoch auf seine Art und Weise unterhaltsam genug, um dem seltsam gewandeten Protagonisten im Kampf gegen einen unterdurchschnittlich-übernatürlichen Slasher die Stange zu halten, ohne dabei von Langeweile und Dummheit erschlagen zu werden.



PS: Kleiner Tipp! Wenn man von seinen Mitmenschen ohnehin schon für verückt erklärt wird, sollte man den Satz “Die sind hinter mir her!“ vermeiden.

Hudson