Als Dinosaurier die Erde beherrschten


‘Enter an age of unknown terrors,
pagan worship and virgin sacrifice...’


Originaltitel: When Dinosaurs Ruled the Earth (1970)
Regie & Drehbuch: Val Guest
Darsteller: Victoria Vetri, Robin Hawdon, Patrick Allen FSK: 12


Irgendwann in der Urzeit, als sich Menschen die Erde noch mit den Dinosauriern teilen mussten…

Nix mit ’Blondinen bevorzugt’!

Scharfer Zahn!
Wer helle Haare hat, steckt erst im Freiluft-Zwinger der ’Rock Village People’ (trommeln mit Oberschenkelknochen auf alten Schädeln herum und ihre Shamanen, mit Krokodils Masken auf der Birne, schwenken Mammut-Hoden wie Weihrauch-Eumel), um bald darauf ins felsige Meer geworfen zu werden, weil es die Gesinnung so bestimmt.
Diesem fatalen Ende entkommt die blonde Sanna nur, weil sie sich im richtigen Moment abrollt (klappt auch bei Atombomben) und in das benachbarte Fischerdörfchen der viel liberaleren 'Beach People' flüchtet, wo sie bald neue Freunde findet. Da Sannas Verschwinden jedoch beim alten Stamm als böses Omen gedeutet wird, machen sich die Knochentrommler auf die Suche nach der Blondine, um sie endlich ihrem Schicksal zukommen zu lassen.

„…zu einer Zeit, als Frauen wegen der lichten Farbe ihrer Haare der Sonne geopfert wurden!“ erklärt eingangs die Stimme aus dem Off.

Und das werden auch die einzig verständlichen Worte bleiben, die ihr hier zu hören bekommt, denn die bevorzugte Sprache im Film ist ’Uga Uga’ mit Akzent.
Naja, dann gibt’s heute ausnahmsweise mal nix an den Dialogen zu bemängeln. Obwohl ich jetzt glaube zu wissen, dass “Udala!“ übersetzt heißt: “Wenn ich dir diese Muschel voll Wasser gebe, poppste dann mit mir?“ und “Akita!“ bedeutet “Du blöde Schlampe hast mir meinen Urmann ausgespannt und wirst jetzt durch meinen Dolch sterben!“ (ja, Dolche gab es schon und die Frauen hatten auch akkurat gezupfte Augenbrauen!)

Littlefoot lebt!
Andererseits werden diese beiden Wörter (und noch zwei, drei andere) sooft im Film herausgebrüllt, dass sie 100 Bedeutungen haben könnten und mir irgendwann ganz schön auf den Knochen gingen. Auch der Score ist leider spätestens nach einer dreiviertel Stunde zum Nervtöter verkommen (bitte nicht noch einen Paukenschlag).
Die Hauptdarstellerin war mal Playmate des Jahres, alle anderen sind bärtige, hampelnde Männer, deren Vita meist ähnliche Produktionen umfaßt.
Pluspunkte gibt’s eindeutig in der FX Abteilung. Die Oscar-nominierten Stop-Motion Effekte sind zwar nicht von Großmeister Ray Harryhausen, aber mindestens von jemandem, der mal ein intensives Praktikum bei ihm gemacht haben muss, und schauen recht überzeugend aus. Leider sind auch wieder Fleischfressende Riesenpflazen aus Kautschuk und die berühmt berüchtigten ’realen’ Echsen dabei, denen einfach ein Schaumstoff-Geweih auf die Schuppen gapappt wurde, damit sie nach Sauriern aussehen (’Kentucky Fried Movie’ Fans aufgepasst, ihr trefft einen alten Bekannten!). Übrigens, kleiner Tipp: Solltet ihr jemals via Zeitmaschine in diese Zeit zurückreisen, verkriecht euch über Nacht in eine Saurier-Eischale. Am nächsten Morgen werdet ihr garantiert keine Probleme mehr mit den Echsen haben!

Ein blondes Kuckucksei

Alles in allem ist dieser Film aus den ’Hammer Studios’ ein netter, aber manchmal langatmiger Zeitvertreib für Trash- und Monster-Fans mit starken Nerven (wegen der Sprachbarriere). Wer einen realistischen und richtig guten Urzeitfilm sehen will, der sollte aber erstmal einen Blick auf ’Am Anfang war das Feuer’ werfen.

Hudson