Die Insel der Dinosaurier


‘It's Just Like Paradise, Only Better Looking.’


Originaltitel: Dinosaur Island (1994) Regie: Fred Olen Ray & Jim Wynorski
Drehbuch: Bob Sheridan & Christopher Wooden
Darsteller: Ross Hagen, Richard Gabai, Antonia Dorian FSK: 16


Nacht. Rhytmische Klänge. Trommeln. Eine blau bemalte, vollbusige, halbnackte Amazone übt ein Opferungsritual aus. Das Opfer: Eine zweite Nackte. Die soll einem Dinosaur geopfert werden und springt auf dem Altar des Grauen gefesselt auf und ab (und mit ihr ihre Möpse!)

Willkommen in der Welt von Fred Olen Ray und Jim Wynorski! (die Genies hinter Filmen wie ’Mystor - Todesjäger 2’, ’Raptor’ und ’Masseuse 2’)

Karneval der Insel-Kulturen
Während die Credits laufen, lernen wir einen Haufen ungehorsamer Soldaten kenne, die im Flugzeug direkt auf dem Weg zum Militärgericht sind, aber auf besagter Insel bruchlanden. Unter dem Befehl von Cpt. Briggs erforschen sie das Eiland und stoßen bald auf den ersten (Plastelin)Dino, vor dem sie dann auch von den gut gebauten Amazonen gerettet werden, nur um gleich darauf in deren Gefangenschaft zu geraten. Nachdem sie sich mit ihrer eher säuerlichen Königin beraten haben, wie mit den Eindringlingen zu verfahren sei („Möglicherweise sind sie hier, um uns vor dem Giganten zu retten?!“ „Arnold Schwarzenegger?“) stellt sich heraus, dass einer der Soldaten eine Smiley-Tattoo trägt, was für die (meist barbusigen) Damen bedeutet: „Er ist uns als Retter gesandt. Er wird es auch sein, der uns von dem Giganten befreit!“ („Hey, ich befreie aber ausschließlich von Freitag bis Sonntag!“) Doch bevor die Jungs in den Kampf ziehen, lassen sie sich erstmal so richtig schön verwöhnen…

"OK, OK. Das Boot gehört dir!"

Keine Angst, das hier ist kein Pornofilm mit Sauriereinlagen, lediglich eine witzig gemachte Monster-Trash-Granate mit blanken Brüsten und ein paar harmlosen Orgeleinlagen. Eben das, was man von Olen Ray und Wynorski gewohnt ist. Auch wenn zwischendurch mal ein wenig zu viel gelabert wird (in diesem Fall: die Handlung erklärt), ist man als Trash-Liebhaber bei diesem Streifen auf der sicheren Seite. Pflicht ist natürlich wie immer: Sixpack, Kumpis (bloß keine Frau) und eine gewisse Ignoranz gegenüber cineatischer Qualität. Die männlichen Darsteller geben ihren klischeehaften Charakteren genügend Augenzwinkern mit auf den Weg und die weiblichen Darsteller sind…weiblich! Die Dino-Effekte sind zum schmunzeln, gedreht wurde im Hinterhof von David Carradines Ranch (kein Witz!) und immer wieder gibt es den einen oder anderen albernen Spruch („Wieso umziehen? Wir haben hier ne Menge Platz. Fließend kalt und warmen Schleim.“)

Von Inselkoller keine Spur.

’Die Insel der Dinosaurier’ ist äußerst alberne und trashige, aber dennoch unterhaltsame Kost, mit jeder Menge Lachern und Sauriern aus der Modeliermasse. Für einen Film, der in 12 Tagen abgedreht wurde, wirklich nicht schlecht.

Hudson