Dinocroc vs Supergator



Originaltitel: Dinocroc vs. Supergator (2010) Regie: Jim Wynorski
Drehbuch: Jim Wynorski & Mike MacLean
Darsteller: David Carradine, James C. Burns, John Callahan FSK: 16


“Alligator und Krokodil sind Todfeinde. Ich sage wir bringen sie zusammen und lassen sie kämpfen.”

Willkommen im Asphalt-Zoo!

Inszeniert von Roger Cormans beliebtem B-Beauftragten Jim Wynorski ist dieses SyFy-Feature ein Semi-Sequel zu den Corman'schen CG-Schlockern 'Dinocroc' (2004) und 'Supergator' (2007). Der Film gehört, wie unschwer zu erkennen ist, zum wachsenden 'Riesenmonster vs. Megabiest'-Boom, an dem sich schon die Insassen des 'Asylums' ausgetobt haben. In Sachen Starpower kriegen wir eine der letzten Performances des - noch vor Veröffentlichung des Films verstorbenen - David Carradine zu sehen.

Ich kenn das hier... Aber woher?
Der Film beginnt sofort mit reichlich Action, als der Supergator - ein mit Wachstumshormonen bestrahltes Riesenmonster - aus Jason Drakes (Carradine) Forschungslabor auf Hawaii ausbricht und dort für Chaos sorgt. Natürlich ist da auch der Dinocroc - ein mit Wachstumshormonen bestrahltes Krokodil, das anscheinend auch ein Dino-Hybrid ist - nicht weit. Noch vor den Opening Credits verschwinden die Monster auf der Insel, allerdings nicht ohne sofort mindestens fünf Menschen zu verspeisen. Um eine Katastrophe zu verhindern, heuert Drake einen professionellen Bad-Ass namens Logan an, um die Biester zu stoppen. Zur gleichen Zeit ist ein junger Spion im Hawaii-Hemd damit beschäftigt, Beweise für Drakes illegale Geschäfte zu finden und versucht mit einer lieblichen Polizistin ebenfalls den Bestien den Gar aus zu machen.

Ich komm echt nich drauf...
Aber wen interessiert schon die Story, bei einem Film über zwei CG-Riesenechsen? Entscheidend ist bei dieser Art von Film vor allen Dingen der Spaß-Faktor. Und selbst ein so fähiger Ramsch-Regisseur wie Wynorski kann nicht jedes Mal richtig liegen (siehe den bestenfalls durchschnittlichen 'The Bone Eater') - besonders dann nicht, wenn er den Vorgaben des SyFy-Channels untergeordnet arbeiten muss. Das alles war bei diesem Film glücklicherweise nicht der Fall, da Produzenten-Legende Corman den Film bereits ohne grünes Licht der SyFy-Leute hat drehen lassen, in der Hoffnung sie würden ihn sowieso kaufen. Eine gute Entscheidung, denn Spaß macht der vorliegende Film allemal. Dass es Cormans glückliches Händchen als Produzent war, das den Film gegenüber z.B. 'The Bone Eater' so unterhaltsam gestaltet, schließe ich nicht aus. Jedenfalls wird das gängige Corman-Erolgsrezept (leicht bekleidete Mädchen und Monster) eingehalten.

Wer sich bis hierher gefragt hat, wer dieses Review verfasst hat,
der weiß jetzt sicher Bescheid. Spooners Bildauswahl ist unverkennbar.

Ich bin wahrscheinlich weit davon entfernt, ein gutes Auge für CGI-Effekte zu haben, aber ich weiß, was bei mir ankommt und was nicht. Wenn schon alberne Computertricks, dann auch mit Spaß an der Freude - und auf diese Weise funktionieren die Effekte in 'Dinocroc vs. Supergator' hervorragend. Der Gator sieht in den meisten Shots verhältnismäßig gut aus (womöglich, weil seine Bewegungen leicht bei echten Alligatoren abzuschauen waren), während der Dinocroc meistens etwas weniger ‚echt’ ausfällt. Insgesamt war ich von den Monster-Effekten aber positiv überrascht - auch wenn sie nicht zu den besten in Sachen SyFy-Produktionen gehören, sind sie nett anzusehen. Furchtbar (und furchtbar komisch) ist allerdings, wenn auch alles andere durch CGI dargestellt wird. Beispielsweise sehen wir die Leiche einer halb-aufgefressenen CG-Kuh (erinnert entfernt an die toten Vögel in 'Birdemic - Shock and Terror'), eine ganze CG-Kuhweide, einen CG-Wasserfall, CG-Riesenpilze und unsere Helden müssen ihren Jeep sogar für ein paar CG-Felsen auf der Straße stoppen. Aus irgendeinem Grund haben mich diese Sachen hier allerdings eher amüsiert, weil sie einfach in die dümmliche Natur des Films passen. Ulkig sind auch die Effekte, wenn der Dinocroc durch eine Wand bricht, der Supergator sich auf einen Bus schmeißt und diesen zerdrückt oder eine Darstellerin mittels CG-Gore in zwei Hälften gerissen wird. Ihr merkt, ich benutze den Begriff 'CG' hier sehr oft.

VS bleibt VS, auch wenn's wie GV aussieht.
Die Hauptdarsteller sind für einen Film dieser Art passabel. Rib Hillis macht als Crocodile-Dundee-Söldner eine gute Figur und auch Amy Rasimas in der weiblichen Hauptrolle ist ziemlich niedlich und sympathisch. David Carradine verfügt über so viel Charisma, dass er selbst in den albernsten Filmen noch authentisch rüberkommt - und wenn er seine Herzmedikamente mit einem Schluck Jack Daniels runterspült, dann hat das eben einen großen Coolness-Faktor. Die andere Hälfte der Cast besteht übrigens aus dickbrüstigen Bikini Babes, die teilweise von Playmate-hafter Schönheit sind und mir das Filmvergnügen definitiv nicht gemindert haben. Das kann der Jim eben. Und wie so oft hat auch der Meister selbst einen urigen Gastauftritt als hiesiger Farmer absolviert ("Das is'n Kadaver wie du sie in diesen Ufo-Filmen siehst. Das waren Außerirdische. Zuerst holen sie sich unser Vieh, dann unsere Frauen!" - "Ich hab deine Frau gesehen, Roy. Glaub mir, die ist sicher."). Was die Charaktere angeht, hatte man seinen offensichtlich Spaß. Der Fokus liegt auf den paar Hauptfiguren, da alle Nebenfiguren eigentlich nur vorgestellt werden, um kurz darauf als Monsterfutter zu enden. Das ist ein ebenso großes Tierhorror-Klischee, wie das Ende des Films.
Was den Soundtrack angeht, ist mal wieder Wynorski-Spezi Chuck Cirino (auch für einige andere SyFy Scores verantwortlich) gefragt, der hier lustigerweise noch bessere Western-Mucke komponiert hat, als im Indianer-lastigen 'Bone Eater'.

DC: The way to be.

Fazit: Wenn ich mir schlechte Kritiken über Filme wie 'Dinocroc vs. Supergator' durchlesen, muss ich mich manchmal doch sehr wundern. Was genau erwarten die Leute, wenn sie sich einen Film mit diesem Titel, diesem Regisseur und diesem Produzenten ansehen? Eine zynische Parabel auf die politischen Konflikte im nahen Osten? Im Ernst, dieser Streifen ist weder für hochnäsige Filmsnobs gemacht, noch werden solche Gefallen daran finden. Bei Filmen mit hoppelnden CG-Dinos, die Jeeps hinterherlaufen und Soldaten fressen, während David Carradine mutierte Super-Menschen schaffen möchte, sollte man den Intellekt an der Tür abgeben und die Show genießen. Natürlich erreicht dieser Film nicht die Qualität von Wynorskis Meisterwerken wie 'Dinosaur Island' oder 'The Lost Empire', (dafür hätten die attraktiven Damen schon weniger als Bikinis tragen müssen) aber trashig-kurzweiliger Monsterspaß wird auf jeden Fall geboten.


Spooner