Das Ding aus einer anderen Welt


"Man is The Warmest Place to Hide."


Originaltitel: The Thing (1982)
Regie: John Carpenter Drehhbuch: Bill Lancaster
Darsteller: Kurt Russell, Keith David, Donald Moffat FSK: 18


Das Dutzend amerikanischer Polar-Wissenschaftler staunt nicht schlecht, als eines Tages ein norwegischer Hubschrauber über ihrem Camp kreist und Schüsse auf einen scheinbar harmlosen Husky abfeuert. Noch bevor irgendeine Art der Kommunikation zustande kommen kann, sind die Norweger tot und hinterlassen nicht nur Ratlosigkeit, sondern auch jenen Hund, der ein dunkles Geheimnis in sich trägt.

Schichtwechsel
Nachdem einer der Wissenschaftler, mithilfe des Hubschrauber-Piloten MacReady (Kurt Russell), die verwüstete und mit grotesken Eisleichen bespickte Station der Norweger erkundet hat, wissen die Männer; Da ist was faul, am Südpol!
Ein fremdes Raumschiff ist in das Eis gestürzt und ein ausserirdischer Parasit, der die Gestalt des Wirtes annehmen kann, hat sich ins Lager der Amerikaner geschlichen.
Nicht nur, dass diese nunmehr keine Ahnung haben, ob sie sich noch untereinander vertrauen können, sie müssen auch verhindern, dass der Parasit in die Zivilation gelangt und somit das Ende der Welt einläutet.

John Carpenters Re-Make des Horror-Klassikers ’Das Ding aus einer anderen Welt’ (1951, von Howard Hawks) ist einer der besten Filme des ’Masters of Horror’ und ein ausgezeichnetes Besipiel dafür, dass eine stimmende Mischung aus gut gemachtem Effekt-Schock und dichter Spannung ein mehr als solides Grundgerüst für einen gediegenen Grusel-Reisser ist.
Und wahrlich, sowohl der Nervenkitzel, als auch die Effektarbeit suchen ihres Gleichen. Vor allem letztere konnte sich zu ihrer Zeit ohne Frage mit mit dem Siegel ’State of the Art’ schmücken. Die schleimigen, dampfenden und grotesken Animatronik-Geschöpfe des erst 22 jährigen Rob Bottin (’Maniac’, ’RoboCop’, ’Sieben’) sind immer noch eine Pracht und Augenweide für jeden Glotter&Gore-Gefolgsmann.

Hier hilft auch kein
Hautarzt mehr.
Beim akkustischen Genuss des eher minimalistischen Soundtracks könnte man meinen, Carpenter selbst habe, wie bei vielen seiner Filmen (’Assault’, ’Halloween’, ’The Fog’), die Hand im Spiel gehabt. Jedoch ist es Italo-Meister Ennio Morricone, der (nach dem unsäglich grottigen Elektro-Score für ’Kampf um die 5. Galaxis’) beweist, dass man mit Synthezisern sehr wohl stimmungsvolle Filmmusik machen kann.
Neben den Carpenter-Spezis Kurt Russell (’Die Klapperschlange’) und Keith David (’Sie leben’) machen auch hervorragende Nebendarsteller, wie David Moffat (’Fegefeuer der Eitelkeiten’) und T.K. Carter (’Dr. Detroit’) eine gute Figur.
’The Thing’, so der Originaltitel, bedient sich freilich sowohl an Hawks Original, als auch an Don Siegels ‘Die Dämonischen’ und dessen Re-Make ’Die Körperfresser kommen’ (so ist der Schrei den ein ’infiziertes’ Crewmitglieder nach seiner Entdeckung von sich gibt, eine Anspielung an letzteren Film). Zum Abklatsch verkommt Carpenters Version, auf Grund eines hohen Maßes von Originalität, jedoch nie. Die Szene, in der die Überlebenden mithilfe von Blutproben ihre Identität beweisen müssen, gehört wohl zum Spannendsten, was das Genre herzugeben hat und wurde z. B. von Robert Rodriguez für seinen High-School Schocker ’The Faculty’ übernommen.

Bald muss sich jeder um
seinen eigenen Arsch kümmern.

Erstaunliche Effekte, nervenaufreibende Spannung, eine dichte Atmosphäre und gute Darsteller machen ’Das Ding aus einer anderen Welt’ zu einem unikalen Schauer-Erlebnis, das bis heute seines Gleichen sucht.

Hudson