Die Todesinsel


‘It waits underwater...to skin you alive!’


Originaltitel: Demon of Paradise (1987) Regie: Cirio H. Santiago
Drehbuch: Frederick Bailey & C.J. Santiago
Darsteller: Kathryn Witt, William Steis, Laura Banks FSK: 16


Vor gut zwei Jahren hatte ich im Zuge einer FilmFlausen ’Mittwoch-Midnight-Movie’-Reihe das zweifelhafte Vergnügen, einen Tierhorror-Streifen nach dem anderen zu konsumieren. Dabei kam ich zur Einsicht, dass 1.) 90% aller Tierhorror-Streifen seit dem ’Weißen Hai’ (und womöglich noch früher) nach dem gleichen-Erzähl-Schema ablaufen und 2.) selbst Frösche und Hasen schon für dieses Subgenre verwurstet wurden.
Während mich letztere Erkenntnis vielleicht eine Woche lang amüsierte, verärgert mich die Ideenlosigkeit der zahlreichen ’Jaws’-Ripoffs, ob im Wasser, auf dem Land oder in der Luft, bis zum heutigen Tag.

Rednecks & Red Mist

’Die Todesinsel’ ist ’Der weiße Hai’, ’Piranha’ und ’Fluss der Möderkrokodile’ all over again, nur mit einem Monster an Stelle der Tiere. Einem Monster, das gerne ’The Creature from the Black Lagoon’ wäre, jedoch nicht einmal den ’Humanoids from the Deep’ das Süßwasser reichen kann.

Im Zentrum der Handlung ist ein Urlaubsresort auf Hawaii, an dessen Küste die Einheimischen das Dynamitfischen perfektioniert haben und damit den Akura, eben jenes Monster (Akura ist laut einer der Protagonisten “…eine Mischung aus dem Schneemenschen, dem Monster von Loch Ness und Bigfoot...“) aus seinem jahrelangen Schönheitsschlaf wecken. Von nun an heißt es allerortens: Obacht, dat Monster kommt!
Die ersten Opfer lassen nicht lange auf sich warten, da kommt die Besitzerin der örtlichen Hotelanlage auf folgende Glanzidee: “Wir können die Panik doch in eine Party verwandeln!“

Herpetologin & Herbert the Hunter

Ganz recht, Freunde. Hier wird der Spieß mal umgedreht. Der üblichen ’Biester bedrohen das Business’-Formel wird die lange Nase gezogen und man nutzt den Terror zur Belebung des Geschäft’s, was erzähltechnisch dann jedoch auf den selben Brei hinausläuft.
Regisseur Cirio H. Santiago (’Stryker’) addiert (wie man es von ihm kennt) ein paar Hoodlum-Pirates dazu, die im Paradies ein bissel mit den MGs wedeln und die käsige Urlaubs-Atmo durcheinanderbringen. Derweil schubbert eins der krudesten Gummimonster der letzten 30 Jahre durch den Dschungel (man stelle sich einen zwei Meter großen Godzilla mit Ringel-Dreads und fieser Fresse vor), prankt Statisten ins Gebüsch und Trash-Fans mit vorhandenem Biervorrat in den Vollrausch.

“Ich bin Herpetologin. Reptilien-Expertin. Was dachten sie denn, was ich hier mache?”
“Ich dachte, sie sind ’ne Verrückte.“

Überdosis FilmFlausen Bildunterschriften
(Es tut uns leid.)

Fazit: Subtrahiert man das halbwegs amüsante Gummi-lastige Finale, bleibt hier ein langweiliger, Klischee-beladener 08/15 Monsterhorror-Trip übrig, dessen Längen so lang sind, wie die Gesichter jener Leute, die mehr erwarten als ein Gummimonster, welches das eingangs erwähnte Erzählschema des Tierhorrors abklappert.


Hudson