Diamond Ninja Force


‘A nightmare of deception and evil...’


Originaltitel: Diamond Ninja Force (1986)
Regie & ’Drehbuch’: Godfrey Ho
Darsteller: Richard Harrison, Melvin Pitcher, Andy Chorowsky FSK: 18


Godfrey Ho und Richard Harrison sind wieder da und dieses Mal mixen sie Ninjas mit Geisterhorror.
So sieht’s aus Leute. Im üblichen ’Cut & Paste & Schnipple your own movie’-Verfahren wurde hier ’neues’ Ninja-Material mit einem abgelegten Weirdo-Horror-Trash-Streifen gepaart.

Cheeeeeeeeesy
Richard Harrison spielt einmal mehr den Ninjameister Gordon, der gleich zu Beginn in Begleitung einer netten Dame am Pier von Hong Kong von drei zwielichtigen Spasselmacken angesprochen wird: (“Hey, jemand sagte mir, du seist ein Ninja” “Wovon spricht er?“ “Nur von Märchen.“) Dann gibt’s Haue, cause that’s what Rich does best.
Es folgt die behutsame Einführung in den Horror-Plot, welcher sich mit einer jungen Familie beschäftigt, die in ein Gespensterdomizil einzieht (was dank Hos Schnitttechnik durch Ninja-Voodoo heimgesucht wird). Die dafür verantwortlichen Klöpse sind die selben, die auch Gordon ans Leder wollten. Das Haus hat für ihren Meister einen großen Wert und er will die Baggage aus dieser Immobilie des Grauens mittels eingeschleuster Geister verjagen, die von nun an Mama, Papa, Kind (a boy called Bobo) mit furchtbarem Gejaul an den Kragen gehen. Als janz woanders Gordons Freundin von einem Ninja zu Tode gepeitscht wird, packt der alte Recke sein altes Kostüm aus und lässt das ’Märchen’ vom Ninja wahr werden...

Oops, they did it again, hätt ich fast gesagt, wenn Richard Harrsion sich in einigen Interviews nicht eindeutig dazu geäußert hätte, dass Godfrey Ho es mit ihm genauso gemacht hat, wie mit seinem anderen Material: Schnell abgedreht und auf 100 Filme verteilt.

S&M - The Ninja Way
Die Alleinschuld trägt also Ho, der Selfmade-Mann, der einst mit John Woo bei den Shaw Brothers anfing und das beste Beispiel dafür ist, dass diese Referenz überhaupt nix zu sagen hat.
Was er (‘Screenplay & Director: Godfrey Ho’ höhöh) und sein Produzenten-Pärchen Joseph Lai und Betty Chan (‘Released thru IDF Films & Arts’ die nun wieder) hier wieder zusammengezimmert haben, gehört in die Annalen des Schwachsinns gemeißelt.
Die Ghoststory allein würde für einen spaßigen Z-Grade-Unterhaltungsabend schon ausreichend Stoff geben. Maden kommen aus dem Wasserhahn, Schreckfratzen erscheinen über den Betten, zum Fenster kucken wirre Chinesen herein, schön grün ausgeleuchtet, man könnt’s fast für Horror halten. Wäre da u.a. nicht die Tatsache, dass nur Mama und Bobo die Gespinster zu Gesicht bekämen, der Herr des Hauses aber vor lauter Geilheit gar nix mitbekommt. Wann immer seine Herzdame mit Angst verzerrtem Gesicht nach erneuter Konfrontation mit einem der Spukspinner auftaucht, will er nur das eine.

'Who you gonna call?'
(Liebling, ich habe einen Geist gesehen. Egal, lass uns vögeln. Liebling, den Jungen hat schon wieder ein Gespenst heimgesucht. Red nicht. Ich ruf jetzt den Arzt… oder wir vögeln.) Dass sich diese trotz 90° Träsche recht düstere Atmo so gar nicht mit den am hellichten Tage gedrehten Ninja-Clips vereinbaren will, muss ich wohl nicht betonen.
Richard Harrisons Auftritte (und nichts anderes habe ich erfahrungsgemäß erwartet) sind ein Witz. Das Garfield-Telefon aus ’Ninja Terminator’ kommt hier auch wieder zum Einsatz (Gesprächsausschnitt: “Ich schicke dir einen Zauberer. Er ist Experte in solchen Sachen.“) und innerhalb von 30 Minuten wechselt der einstige Bodybuiler und Sandalenfilm-Star seine Frisur (inklusive Tönung und Länge) bestimmt dreimal. Nach absolut ärmlichen Schwertübungen (in denen er geschminkt vor einem Kerzenkreis sitzt) und einem dahingemeierten Rachefeldzug gegen drei schnauzbärtige Ninja-Prolls gibt’s am Ende ein schnarchiges Duell-Finale, wie wir es vom Dreamteam Ho und Harrison schon 100 mal gesehen haben.

Nach Jane Fonda und Billy Blanks kommt jetzt Yuri Fellkopp

Fazit: ’Diamond Ninja Force’ ist Godfrey Hos Beweis, dass man mit der richtigen Anzahl von Ninja-Szenen einfach alles verwursten kann, egal wie ungekonnt man es zusammenpappt. Geister, Ninjas, Geisterninjas, Spukbeleuchtung, Softcore galore und Hexenmeister, die aus der Erde wachsen. Unterhaltsam bis der Bierschiss einsetzt. Spätestens dann werdet ihr’s bereuen.


Hudson