Devil’s Sword



Originaltitel: Golok setan (1984) Regie: Ratno Timoer Drehbuch: Imam Tantowi
Darsteller: Barry Prima, Gudi Sintara, Advent Bangun FSK: 18


Barabaren-Trash aus Indonesien?
Ganz klar, dass FilmFlausen da früher oder später einen Blick drauf werfen würde.
Ein Blick, der sich dem Dargebotenen schwer entziehen kann, ab und an mal die Augen zum Rollen bringt und sich dieselben in Ungläubigkeit mehrmals reiben lässt.

Wenn du schon dabei
bist, hol auch gleich
die Hand von Captain
Hook raus!
Die sexgeile Krokodil-Königin fordert regelmäßige Lust-Opfer aus ihrem Volk. Als ein kleines Dorf in Verzug gerät, schickt sie gleich ihren besten Krieger (und Lover) Banjuchaga (möglicherweise falsch geschrieben) los, um die Steuern zu erhöhen. Dieser gönnt sich im betreffenden Dorf auch gleich einen Auftritt der ganz dreisten Selbstdarstellung. Will sagen: Er kommt auf einem Fels-Surfbrett herbeigeschwebt (welches in den Gedärmen des erstbesten Bauern steckenbleibt) und fordert den Schwiegersohn des alten Hütten-Häuptlings als Opfer für die Königin. Nachdem dieser dankend abegelehnt hat, kommt es zum genre-üblichen Dorfgemetzel und unser Held Mandala kann dem Übeltäter gerade noch beim ’Aftermath-Barbeque’ ein paar auf’s Maul geben.
Rache liegt in der Luft. Die olle Kroko-Queen soll büßen. Auf zu Meister Dschaialaxana (möglicherweise auch falsch geschrieben), der sowohl Mandala, als auch Banjuchaga einst unterrichtete, weshalb sie auch Todfeinde sind (eine sehr beliebte Konstellation bei Barbaren, siehe ’Ator - Der Unbesiegbare’). Will Mandala (der problemlos aus 20 Meter Entfernung auf ein Pferd springen kann) die gemeine Herrscherin tatsächlich unterwerfen, benötigt er allerdings eine passende Superhelden-Waffe. Da fällt ihm doch gleich das titelgebende ’Devil’s Sword’ ein, das von finsteren Mächten bewacht, hinter den Sieben Bergen, bei den Sieben Schergen liegt. Nichts wie hin!

Conan+Rambo= Mandala
Schau, schau, die Asiaten können's also auch.
Wie so oft im Genre, wurden hier mal wieder alle populären Mythen geplündert. Die Protagonisten treffen auf einen Skelett-Fährmann, der sie über einen brodelnenden Säure-Fluss schippert, eine zahnlose (und später kopflose) Hexe, die zum Kung Fu-Zauberduell einlädt und einen Gummi-Zyklop der wie ’Godzilla’ schreit und wie ’Toadie’ von der ’Gummibärenbande’ aussieht. Ergänzt wird dies durch die typischen Fantasy-Schmackos, die das Genre so liebenswert machen: Glühende Magic Mushrooms, die bei Berührung explodieren, Regenschirme mit Sturm-Böen-Funktion, ein feuerspuckendes Stein-Krokodil, ein Krokodil-Sofa, Krokodil-Menschen, Zeichentrick-Zauberblitze und der Welt lächerlichste Fleischmütze. (Außerdem haben hier sowohl sie schlecht lackierten Holzschwerter, als auch der aufgeklebte Rausche-Bart des Brutzel-Opas aus ’Mächte des Lichts’ ein Cameo!)
Aus dem Gros des Barbarino-Schinkens sticht ’Devil’s Sword’ vor allem deshalb hervor, weil hier alle Nase lang 80er Martial-Arts in Unrein-Kultur geboten wird, das schon fast an ’Shaw Bros’-Flachs wie ’Das Blut der roten Python’ erinnert.
Hauptdarsteller Barry Prima wird zwar mit Schwertgefuchtel und Auswürfen a la “Ah, Krokodilmenschen!“ seinem Namen nicht unbedingt gerecht, aber Barbaren-Filme sind ja bekanntlich von Shakespeareschem Schauspiel-Muss genauso weit entfernt, wie ihre schräge ’Zupfgeigen meets Synthie’-Musik von ’Mozart’.

’Ding Dong, die Hex ist doof’

Fazit: Hier ist alles drin, was Fans des barbarischen Genres glücklich macht. Die Eastern-Atmo bringt nette Abwechslung, abgefahrene Ideen und pappige Sets geben Sinn und Verstand den Rest. Zum ’Sword & Sorcery’-Hammer reichts nicht ganz, für juxige Unterhaltung jederzeit!

Hudson