The Destructer


‘His savage hunger makes us all... Alien Prey’


Originaltitel: Prey (1978) Regie: Norman J. Warren
Drehbuch: Max Cuff & Quinn Donoghue
Darsteller: Barry Stokes, Sally Faulkner, Glory Annen FSK: 16


Meine Fresse. Es gibt Filme, da weiß man einfach nicht, ob man (über den Titel) lachen oder (über die Handlung) weinen soll. Der vom deutschen Verleih unsinnigerweise in ’The Destructer’/’The Destructor’ umbetitelte ’Prey’/’Alien Prey’ (ja, hier war sich keiner so ganz einig) von Brit-Schocker Norman J. Warren (’Sklavin des Satans’) ist genau so ein Film. Interessant in der Idee, bescheuert auf der Röhre.

Deadly Connection:
Messerolle + Magnumpulle
Der Streifen handelt von einem lesbischen Pärchen, das irgendwo im englischen Hinterwald, abgeschieden vom Rest der Menschheit residiert und seit kurzem in einer Beziehungskrise steckt. Das Leben der attraktiven, lebensfrohen Jessica und ihrer… nun sagen wir pagenköpfigen, griesgrämigen und eifersüchtigen Geliebten Joe wird kräftig durchgerüttelt, als der schüchterne und mehr als merkwürdige Besucher Anderson sich in ihre Gegend verirrt.
Anderson hat keinen Appetit auf vegetarische Speisen, weiß nicht was Wasser ist und scheint beim Anblick von lebendigen Tieren besonders erregt zu sein. Was Jess und Joe nicht wissen: Andersons richtiger Name ist Krator und Krator ist als Scout einer außerirdischen Rasse auf die Erde gekommen, um die Fleischreserven unseres schönen Planeten auszukundschaften. Selbst ohne dieses Wissen ist Joe schon auf 180, wenn sie den männlichen Eindringling nur sieht. Mit allen Mitteln, versucht sie ihn von Jessica fernzuhalten und schreckt auch nicht vor drastischeren Maßnahmen der Marke Jagdunfall zurück. Bald eskaliert die Situation und gipfelt in Sex, Gewalt & Unsinn…

“Wie heißen sie mit Vornamen?“
“Anders.“
“Anders? Anders Anderson?“
“Ja.“
“Klingt richtig poetisch. Anders Anderson. Sind sie Schwede?“

Drainage à trois
Na ja, na gut, na schön. Die Idee klingt auf dem Papier gar nicht so verkehrt: Ein lesbisches Pärchen im Outback bekommt Besuch von einem außerirdischen Besucher in Gestalt eines fleischgeilen Mannes. Ist kein Oscar-Material, aber erfreulich abseits des üblichen 0815-Krabimsels des Horror-Genres. Was Norman J. Warren dann daraus gemacht hat steht auf einem anderen Blatt und dieses Blatt gehört ins Buch der Vergessenheit, welches höchstens von hartgesottenen Trash-Aficionados hin und wieder aufgeschlagen werden sollte. Zwischen ein paar Catfights, a bisserl Lesbo Love und absurder Situationskomik aufgrund des Blödsinns, den die beiden Damen mit dem außerirdischen Besucher anstellen (sie gehen mit ihm auf die Fuchsjagd, stecken ihn für eine Cocktailparty in ein Frauenkleid, schminken ihm die Fresse dicht und spielen im Haus Verstecken) gibt es gähnende Langeweile, die wohl als dramatische Spannung zwischen den Beteiligten eingeplant war. Für gestandene Genre-Fans gibt’s auch kaum etwas zu sehen. Alien Krator beliebt es nur gelegentlich, sich in seine außerirdische Form umzuwandeln, welche sich bald als billiges Katzenschnuten-Makeup entpuppt. Und sollte hier jemand einen fetten Bodycount erwarten, dem rate ich, die Anzahl der Protagonisten noch einmal genau durchzuzählen.

Inviso Spoiler Zitat:
“Krator ruft Kommandoschiff. Schickt sofort die ersten Truppen zur Erde.
Ich habe festgestellt, dass der Mensch stark proteinhaltig ist.
Und er ist eine leichte Beute.“
Inviso Ende.

’The Destructor’ ist doofes Drama und trauriger Horror, gewollter Anspruch und gekonnter Trash, vielleicht zu empfehlen für Fans von Weirdo-Genre-Mixeries und Freunde des Zaubers der gleichgeschlechtlichen Liebe. Ein Film wie Steve Buscemi in ’Fargo’ … irgdendwie schräg.


PS: In der allseits beliebten Trivia-Sektion der imdb steht, dass der Film in zehn Tagen gefilmt wurde. Etwas weiter unten ist vermerkt, dass das Drehbuch größtenteils während der Dreharbeiten verfasst wurde. Muss ich mehr sagen?


Hudson