Frankenstein und die Monster aus dem All


‘The Battle Cry that Could Save the World!’


Originaltitel: Kaijû sôshingeki (1968) Regie: Ishirô Honda
Drehbuch: Ishirô Honda & Takeshi Kimura
Darsteller: Akira Kubo, Jun Tazaki,Yukiko Kobayashi FSK: 12


Da sage nochmal einer, im Fernsehen käme nur Blödsinn!

1999. Japan. Ogasawara Island.
Beinahe sämtliche TOHO-Riesenmonster, bekannt aus wundervollen Werken wie ’Godzilla und die Urweltraupen’, ’Befehl aus dem Dunkel’ oder ’Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn’ wurden auf der Insel mit dem schönen namen ’Monster Land’ versammelt, abgeschirmt von der Außenwelt durch einem magnetischen Wall. Doch lange währt der Frieden nicht, denn einmal mehr planen außerirdische Mächte die Unterwerfung der Erde mithilfe unserer liebgewonnenen Rubbergiants. Mittels gelben Zaubergases machen sie sich die Monster gefügig und bald geht auch schon die erste internationale Rampage los. Während Rodan Moskau plättet, Gorosaurus sich den Triumphbogen vorknöpft, Mothra durch Peking kraucht und Manda den Big Ben würgt, mischt Big G himself New York City auf.

MENSCHEN GRAPSCHEN
ALIENS AN!
Die Regierungen reagieren mit Diskussionen und dem Direktversand eines Raumschiffs auf den Mond, wo die erste Begegnung zwischen Menschen und außerirdischen Invasoren gemacht wird: “Where are you from?“ “Kilaak.“ “Kilaak?“ “From outer space!“
Die fiesen Aliens (in gleißende Alufolie gekleidete Humanoide) haben sich nicht nur die Monster, sondern auch einige Wissenschaftler untertan gemacht, unter anderem auch Kyoko, die Freundin des Astronauten Katsuo, der von TOHO-Star Akira Kubo (’Monster des Grauens greifen an’) verkörpert wird und den uns die Macher einmal mehr als Protagonisten aufdrücken wollen.
Aber machen wir uns nichts vor. So sympathisch uns die meisten menschlichen Protagonisten der späten Showa Era auch sind, wir sind hier angetreten, um Riesenmonster anzubeten!

Wir mögen in der Minderheit
sein, aber wir lieben Minya!
Die kommen bei ’Destroy all Monsters’ im Mittelteil, der den Schwerpunkt eher auf einen deftigen Science Fiction Space Aliens-Anstrich legt, zwar etwas zu kurz, doch gibt’s zum Ausgleich dafür beim Finale einen gewaltigen Monster ’Mortal Kombat’ (O-Ton), dass die Sets wackeln. Da dropkickt der Gorosaurus, da macht Spacemonster King Gidorah eine Reichsadler-Pose, da speit Godzi Jr. Minya seine berüchtigten Smokerings, da spritzen Riesenspinne Spiga und Supermotte Mothra mit Sputum und Gummigeier Rodan flattert nach einer Delphinmahlzeit über dem ganzen Haufen wie ein Heiligenschein.
Drumherum wird durch liebevoll designte Minisets gelatscht, in futuristischen Modell-Raketen über Planetenoberflächen geschrammelt und grinsenden Alu-Außerirdischen die Stirn geboten. Alles auf die unvergleichliche Art und Weise der farbenfrohen Showa Era, gespickt mit wundervollen Effekten aus der Bonbon-Schachtel japanischer Bühnenbildner und besetzt mit netten Darstellern in gelben Raumanzügen.

“Where are you from?“
“From the base of evil!“

Kommentar überflüssig:
Die bildgewordene Empfehlung!

’Frankenstein und die Monster aus dem All’ ist ein Kaiju-Spektakel der Sonderklasse, mit tollen Monsterfights, kindischen Zerstörungsorgien, kitschigen Aliens, wagemutigen Astronauten und trickreicher Ausstattung. Bunt ist der Streifen und granatenstark!


Hudson