Desert Warrior



Originaltitel: Desert Warrior (1988) Regie: Jim Goldman
Drehbuch: Bob Davies & Carl Kuntze
Darsteller: Lou Ferrigno, Shari Shattuck, Kenneth Peer FSK: 16


Zwei Jahrzehnte nach dem 3. Weltkrieg ist die Erde total verwüstet. Die paar Eumel, die noch nicht von der Strahlung kontaminiert wurden, leben in einem unterirdischen Bunker. Aller anderen kräuchen und fläuchen durch die Ödlande, auf der Suche nach ein paar leckeren Katzen. Einer dieser Jungs ist Zerak (Lou ’Herkules’ Ferrigno), die rechte Hand von Baktar, dem Chef der ’Aasgeier’.
Diese Typen haben außer ihrer Aldi Version der ’Donnerkuppel’ nicht viel vom Leben, sind aber seit geraumer Zeit auf der Suche nach ’sauberen Frauen’. Da kommt ihnen Blondine Racela gerade recht. Die junge Dame ist aus den engen Wänden des Strahlenbunkers geflüchtet, um endlich die weite Welt kennen zu lernen. Es kommt wie es kommen muss, Frauen-Fänger Zerak hascht die junge Dame einer rivalisierenden Bande unter den Fingern weg und verliebt sich in sie. Doch weder die ’Aasgeier’, noch die ’Bunker-Hoschis’ sind glücklich damit und schicken ihre Streitmächte in den Kampf…

Wie war das nochmal? 'Zwei gehen rein...'
Indeed. Mehr würden hier gar nicht rein passen!

Warnung!
Lasst euch bloß nicht von den shakespearschen Elementen in der Inhaltsangabe täuschen. Denn was nach ’Romeo & Julia in der Endzeit’ klingt, ist in Wirklichkeit der langweiligste, dümmste und ganz einfach schlechteste Film, den ich seit langer, langer Zeit gesehen habe.
Dass ich hier eine Gurke vor Augen hatte, war mir bereits nach den ersten 5 Sekunden klar, in denen sinnlos aneinandergereihte Szenen den narrativen Einsteig schon unmöglich gemacht hatten. Doch das Ausmaß der ’Schlechtness’, das sich im weiteren Verlauf des Filmes offenbahrt, langt gerade mal an die ultimative Dimension des ’Bad Actings’ heran, die hier ebenfalls erreicht wird. Schäm dich, Lou!
Mit folgenden Sätzen hätten wir dann auch nebenei den bescheuertsten Arzt-Praxis-Diaolog aller Zeiten miterlebt:
“Ich bin Dr. Creo. Bei meinen Studien über unbekannte tumorige Zellstrukturen entdeckte ich linksdrehende Genschleifen-Mutationen, vermutlich deformiert duch nukleare Kontamination, die eine Blockade der Muskularkontraktion verursacht und Metastasen duldet. Einen solchen lokalen Effekt glaube ich bei ihnen diagnostizieren zu können. Kurz gesagt: Ihr linkes Auge ist unbrauchbar.“

...genau...
“Ich weiß!“
Joa, schaut mal auf das Bild links!
...
Die Musik ist der letzte Husten aus der Klimper-Konserve und passt weder zum Bild, noch zu meinem Nervenkostüm. Ebenso die Sound Effekte der Laser, die nach Baby-Schreien klingen und deren Strahlen nie das Ziel treffen.
Hier weitere Einzelheiten dieser Schundmär aufzuführen, würde wahrscheinlich nur hartgesottene Trash-Fans dazu verleiten, sich an dem Film zu versuchen. Jungs: Letzte Ermahnung!
Na gut:
Den Supergau haben sich die offenbar grenzdebilen Macher bis zum Schluss aufgehoben. Mitten in der finalen ’Schlacht’ ruft Ferrigno “Feuerpause!“, latscht auf’s offene Feld und zeigt seinem ehemaligen Chef das (von Mutanten-Doktor Creo) geheilte Auge. Daraufhin umarmen sich beide, die Krieger gröhlen “Zerak, Baktar! Zerak, Baktar!“ Ausblende, Sonnenuntergang, Ende!
Nicht zu fassen!

Ja, zieht Leine!

Aufmerksame Leser (alle beide) unserer kleinen Seite müssten mittlerweile wissen, dass ich kein Problem mit schlechten Filmen habe. Aber irgendwo hört der Spaß auf. Und zwar genau hier! Denn im Vergleich zu ’Desert Warrior’ kommen mir alle bisher begutachteten Gurken wie schöne Kindheitserinnerungen vor. Verdammt, selbst ’Mysterious Planet’ war unterhaltsamer. Aber was habe ich erwartet?
Das kommt halt davon, wenn man eine DVD für 3,50 aus der Grabbelkiste des Supermarktes fischt, nur weil ’Lou Ferrigno’ drauf steht.

Hudson