Der Komet


‘The last time it came the dinosaurs disappeared’


Originaltitel: Night of the Comet (1984)
Regie & Drehbuch: Thom Eberhardt
Darsteller: Robert Beltran, Catherine Mary Stewart, Kelli Maroney FSK: 16


Advent, Advent, der Himmel brennt.
Nachdem sein Kumpel ’Komet 1.0’ unsere Freunde die Dinosaurier vor ein paar Millionen Jahren von der Erdoberfläche putzte, folgt in den glückseligen Achtzigern endlich der Nachzügler ’Komet 1.5’.

Ei gugge mal da!
Da meint man, die Welt sei der Panik nahe, die Menschen würden entweder ausrasten oder schnell noch ihre Mahngebühren bezahlen, aber nein, stattdessen feiern sie die Ankunft des Himmelskörpers auf den Straßen. Dieser knallt natürlich nicht direkt auf den blauen Planeten, tunkt ihn allerdings in seinen gewaltigen, strahlungsverseuchten Schweif. Das Resultat ist ein dauerroter Himmel und die nicht unbeträchtliche Reduzierung aller menschlichen Körper auf ein Häufchen Calzium (zwischen den absolut nuklear-resistenten Klamotten der 80er Jahre).
Einzige Überlebende dieser Katastrophe sind zwei Schwestern, die aus 40% Eigthies-Wear, 80 % Haar(spray) und minus 20 % Prozent Hirn bestehen (und rein zufällig und völlig unabhängig voneinander die Nacht des Kometen in strahlungssicheren Stahl-Räumen verbrachten). Zu ihnen gesellt sich der nette Truckerfahrer Hector. Gemeinsam macht man… gar nix! Die Herrschaften lungern lediglich in einem verlassenen Radio-Sender herum, fahren über die einsamen Straßen der Großstadt, üben mit automatischen Handfeuerwaffen und flanieren durch die Mall, wo dann auch mal die Uzis an einer absolut grundlos ’bösen’ Gang (deren anführender Gruftie-Snob sich für Falco hält) ausprobiert werden dürfen.

’I need a hero!’
Als würde diesen dicken Plotmuskeln den Handlungsrahmen nicht längst sprengen, kommen auch noch undurchsichtige Militär-Wissenschaftler ins Spiel, die an möglichen Heilmitteln forschen. ’Moment mal! Was für Heilmittel?’ fragt ihr. ’Sind doch alle tot!’
Nunja, angeblich hat der Komet auch noch eine Seuche auf der Erde hinterlassen, welche die Menschen in mörderische Zombies verwandelt. Wie es dazu kam, woher die Seuchologen das schon drei Tage nach der Katastrophe wissen oder ob es überhaupt stimmt, wird nie geklärt.

Klar ist nur, dass dieser Film zum schrottigsten Material des gesamten, fantastischen Genres gehört. Sei es die zusammengewürfelte Handlung, das verschenkte Potential eines weiteren ’Last Man on Earth’-Remakes oder die beiden Muskopp-Mädel, die uns als Hauptdarsteller aufgetischt wurden: Hier ist so sehr ’Rien ne va plus’ angesagt, dass selbst der abgebrühte Achtziger Jahre-Fan in mir alle fünf Minuten “Totaler Schwachsinn!“ brubbelte.

Der letzte der
’Village People’
Wobei ich mit dem demonstrierten Nonsens und den exorbitanten Plotlöchern gar nicht so ein großes Problem habe, wie mit der allzu aufdringlichen Langeweile, die der Film darstellt und verströmt. Wenn hier wenigstens etwas passieren würde, dann müsste ich mich auch nicht im Minutentakt über das offensichtliche Unvermögen des D.P.s aufregen (im Ernst, man gebe ihm schleunigst die Nummer eines guten Augenarztes!). Die roten Farbfilter schossen noch weiter am Ziel vorbei, als der Komet am Saturn.
Die Nebendarsteller wirken verzweifelt (Geoffrey Lewis, ’Androiden’) oder angepisst (Mary Woronov, ’Deathrace 2000’, die ununterbrochen mit dem Satz: “Es ist doch absolut sinnlos, die Mädchen mitzunehmen.“ rumnervt). Spaßig ist wenigstens der Kurzauftritt von Michael ’My name is Buck’ Bowen, der mit deftigen Sprüchen um sich wirft, aber leider gleich zu Beginn von einem (der beiden!) Zombie(s) erwischt wird. Ja genau: 2 (zwei, two, deus, dwa!) Zombies gibt es zu begutachten, lasst euch also nix vom VHS-Backcover erzählen (“Die Hitze und die Strahlung haben aus den meisten Menschen entstellte Monster gemacht, die gnadenlos auf noch gesunde Überlebende Jagd machen – um sie restlos zu vernichten.)

“Ist das nicht Ironie des Schicksals? Auf dieser Welt gab es so viele intelligente Menschen. Aber wer überlebt…?“

“NA WIR und ein paar New Wave-Wattos und die
lieben Damen und Herren vom Mad Scientists-Institut!“

Ja. Genau das, was der Postapokalypse noch gefehlt hat. Nee danke, dann doch lieber ’Quiet Earth’ oder ’Der Omega Mann’, da weiß man, was man hat. Hier hat man gar nischt!



PS: Am Ende regnet es und der ganze Smog landet in der Kanalisation…
PPS: Danach wirft Hector die Uzis in den Mülleimer und wartet mit den geretteten Kindern, bis die Fußgängerampel grün ist….
PPPS: (einen hab ich noch!) Natürlich kommt gerade jetzt ein Typ im Sportwagen angeschlittert, macht eine Vollbremsung und fragt: “Hey, gehört ihr auch zu den Überlebenden?“

Hudson