Der Gen Soldat



Originaltitel: S.S. Doomtrooper (2006) Regie: David Flores
Drehbuch: Berkeley Anderson
Darsteller: Corin Nemec, James Pomichter, Ben Cross FSK: 18


Himmel, Arsch und Wolkenbruch, die Nazis schon wieder!
Und diesmal experimentieren sie an einem Supersoldaten!!

Ulk Smash!
Wo in den Vereinigten Staaten gen WW2 ’Captain America’ dem Super-Sud entschlüpfte, klabautert in der deutschen Geheimfeste nahe Strasbourg ein qualliger Hulk aus dem atomaren Test-Bottich. Mad-Scientist und Monster-Dad Dr. Ullmann (Ben Cross) ist mächtig stolz auf seine Kreatur, schnallt dem Biest eine Gatling-Rolex um’s Handgelenk und schickt ihn im Auftrag des Reichs in die Nachbarschaft, wo es die ohnehin trostlosen Ghettos von der französischen Resistance säubern soll. Als die Amis von der Sause Wind bekommen, schicken sie Captain Malloy (Corin Nemec, uns allen noch als ’PARKER LEWIS, der Coole aus der Schule’ bekannt) und sein dreckiges halbes Dutzend (Kriegsgefangene, denen nach dem Einsatz Straffreiheit gewährt wird ’KA-CHING’*) als Infiltrationseinheit in Richtung Todesfeste. Noch vor dem Ziel von den Nazis vom Himmel geholt, werden die G.I.s bald mit dem wüsten Baller-Monstrum konfrontiert, das selbst allmählich außer Kontrolle gerät und auch die eigenen Reihen aufmischt…

Gentlemen, Synchronize Faces!
Regisseur David Flores (’Lake Placid 2’) orientiert sich optisch an großen WW2 Vorbildern wie zum Beispiel der ’Band of Brothers’-Reihe, ohne natürlich deren Qualität auch nur zu schleifen (die beiden Schlüssel-Szenen mit dem Sniper waren auch 1a aus ’Saving Private Ryan’ gemopst). Die farbentsättigten, meist unterbelicheten Bilder aus der Wackelkamera passen leider so gar nicht zum supertrashigen Thema um das supertrashige CGI-Monster, das so furchtbar armseelig animiert wurde, dass man schon fast Mitleid mit den Beteiligten haben muss, denen am Set sicher gesagt wurde: “Ja also hier erscheint jetzt unser Monster. Es ist dieses gewaltige Biest. Es zertrampelt und zerstört alles im Umkreis von 4 Metern, seine Adern leuchten blau, pulsieren unter der Haut, es hat eine gewaltige Wumme am Arm und und und… ist einfach furchterregend!“ Ja, so furchterregend, wie das ungelenke Intro eines alten Playstation Spiels der ersten Generation halt sein kann.
Mal abgesehen von dem einmal mehr fehlbesetzten Corin Nemec (’Raging Sharks’), rettet sich die Darstellerschaft mit einer Prise Humor durch das Geschehen. Viel mehr haben die Jungs allerdings nicht zu bieten.
Positiv wären allerdings der recht wuchtige Score von Jamie Christopherson (’Boa vs Python’) und die doch breitgefächerte Action zu erwähnen. Man kann über ’S.S. Doomtrooper’ (Originaltitel) sagen, was man will; knallen tut’s schon und das nicht zu knapp, wenn auch überwiegend einfallslos.

Hier helfen nur noch 'idkfa' und 'iddqd'!

Fassen wir also zusammen: ’Parker Lewis’ in der Hauptrolle als amerikanischer Captian im 2.WK, ein Nazi-Atom-Experiment mit Hulk-Monster in der Mache plus Plumpsklo CGI-FX und farbfreie Schüttel-Optik.
Keine Frage, dass wir es hier mit Trash in seiner pursten Form zu tun haben. Der Film ist schlecht, so viel ist sicher. Aber er tendiert bisweilen schon in jene Richtung der Schlechtheit, die zuerst immerhin zu intensivem Schenkelklopfen und Zuprosten, später dann aber zu akutem Kopfschüttlen und Stirnrunzeln führt. Ich kenne nicht viel B-Movies diesseits der der Milleniums-Grenze, aber wenn der Rest vom Fest ähnlich schundig produziert ist, haben Trash-Fans alter Schule nicht viel zu lachen.



*Sound der Klischee-Registierkasse!


Hudson