Der Blob


‘On his 30th birthday, he's back: bigger, faster, hungrier, meaner and deadlier than before...
Guess he'll have his cake and eat it too’


Originaltitel: The Blob (1988) Regie: Chuck Russell
Drehbuch: Chuck Russell & Frank Darabont
Darsteller: Kevin Dillon, Shawnee Smith, Jeffrey DeMunn FSK: 18


Mit Re-Makes von ’Klassikern’ ist das ja immer so eine Sache. Schön, abseits der Tatsache, dass Steve McQueen im Original ’Blob’ mitwirkte, ist dieser auch wohl kaum als wahrer ’Klassiker’ zu erkennen. Doch unter Horror-Liebhabern hat der Gruselschocker um den Killer-Glibber von einst fast schon Kultstatus.

Das kommt davon, wenn man
die Dinger im Ausland bestellt.
Regisseur Chuck Russell (der schon Freddy Krüger einen weiteren Leinwandauftrtt verschaffte) nahm sich des Glotter-Themas an und versetzte es in die späten 80er, eine Dekade, die von Axtmördern, Killermonstern und Außerirdischen nur so wimmelte. Die Story ist so simpel, wie effektiv: Eine außerirdische Schleim-Masse kracht per Express-Meteorit auf die Erde (genauer: In den Hinterwald einer amerikanischen Vorstadt), schnappt sich einen ahnungslosen Tölpel und beginnt die schleimige Assimilierung. Will sagen: Mit jedem weiteren Opfer wächst der rosa Pudding-Berg des Todes zu einer größeren und bedrohlicheren Masse heran und schluckt bald jeden Suburb-Hilli-Billi samt Kind & Kegel.
Als Identikikationsfiguren gibt man dem geneigten Horror-Buff einen jungen, ungestümen ’Rebel without a cause’ namens Flagg (Kevin Dillon, ’Platoon’, mit granatenstarker Power-Matte) und die nette High-School-Diva Meg (’Saw’-Sirene Shawnee Smith). Alle anderen Charaktere (und sind sie noch so nett vorgestellt), das wissen wir nach knapp 20 Minuten, sind Glibber-Futter. Und es gibt verdammt viele von ihnen, was dem Regisseur vor allem ’Splatter’ und ’Melting’ Freaks danken werden.

"Hey, ihr könnt doch
mit dem Fondue nicht
ohne uns angefangen!"
Die Effekte sind nämlich so gut geraten, dass man sie (trotz B-Movie und allem) für damalige Verhältnisse fast als State-of-the-Art bezeichnen könnte. Die schauspielerischen Leistungen sind ebenso stimmig wie die Musik und tragen zur wohlig-gruselnden Unterhaltung bei.
Der kleine Twist nach dem 2. Drittel erscheint zwar zuerst etwas aufgesetzt, bietet später aber den nötigen Schub, um noch einmal eine Extra-Portion Spannung und Action in den Film zu schieben, auch wenn das Finale einige allzu abgenudelte Klischees bietet.
Untersucht man den Streifen auf Anspruch oder hinterfragt die Story einmal zu oft, kassiert man selbstverständlich eine derbe Ohrfeige.
Aber, hey: Es geht hier um menschenfressende Killer-Sülze from Outer Space!
Ansonsten hat der Blob wirklich alles, was ein Horror-Herz höher schlagen läßt: Urige Charaktere (man achte v.a. auf den wahnsinnigen Priester, der aussieht wie das Lichtdouble von Stephen King), käsige Dialoge (“Er muss hier irgendwo sein!“ “Im Wald, im dunklen Wald!“), irre Theorien (die Dinosaurier wurden vom Blob-Meteor gekillt!) und ebenso irre Einfälle, voller Referenzen an zeitgenössische Filme (Blob crasht im Kino einen Slasher-Film). Und das Ende lässt Scharen von Fans noch heute auf ’Son of Blob’ hoffen.

"Und ob wir das können...hm lecker!"

Wer’s spannend und gerne etwas derber mag und mit Schnodder-Ekel kein Problem hat, der kann mit dem ’Blob’ absolut nix falsch machen. Ich empfehle ein Double Featere mit dem Original, dann macht vielleicht sogar die Mutti mit.

Hudson