Der Alchimist


‘You will wake up screaming...’


Originaltitel: The Alchemist (1986)
Regie: Charles Band Drehbuch: Alan J. Adler
Darsteller: Robert Ginty, Lucinda Dooling, John Sanderford FSK: 18


“Mächte der Finsternis ich beschwöre euch! Mächte der Finsternis ich beschwöre euch! Mächte der Finsternis ich beschwöre euch! Mächte der Finsternis ich beschwöre euch! Mächte der Finsternis ich beschwöre euch! Mächte der Finsternis ich beschwöre euch! Mächte der Finsternis ich beschwöre euch! Mächte der Finsternis ich beschwöre euch! Mächte der Finsternis ich beschwöre euch! Mächte der Finsternis ich beschwöre euch!“

Wenn er so nett gebeten wird, dann lässt sich Charles Band Band natürlich nicht lumpen. Mit seiner Produktionfirma ’Empire Pictures’ (das war noch vor den ’glorreichen’ Full Moon-Zeiten) produzierte er in den knisternden Achtzigern diesen ’Tanz der Teufel’ meets ’Willow das Waldlicht’ Murks und unvorsichtige VHS-Grapscher wie ich müssen das mal wieder ausbaden.

"Oh Gott, siehst du's auch?"

1871: Ein Ehepaar stürzt ins Unglück, als ein fieseliger Zauberknilch mit schwarzem Charme erst die Dame verführt und dann den Herren so manipuliert, dass er sie ausversehen erdolcht. Daraufhin wird der Ehemann (gespielt von ’Exterminator’ Robert Ginty) vom Zauberer mit dem wohlklingenden Namen Delgado dazu verflucht, für immer als Tier durch die Weltgeschichte zu hoppeln.

1955: Die junge Leonore Sinclair ist unterwegs auf den Straßen des nordamerikanischen Kontinents, als ihr plötzlich schreckliche Visionen im Köpfchen herumspinstern. Nachdem sie den Anhalter Cameron aufgelesen hat, führen ihre Halluzinationen sie zu zwei Autounfällen innerhalb von 10 Minuten.

"Was denn?"
Der zweite verursacht schließlich einen Totalschaden und die beiden müssen zu Fuß durch die Wälder (warum auch an der Straße langgehen?) und begegnen bald dem Ehemann aus Szene 1, der mit einer alten Voodoo-Oma (die tatsächlich seine leibliche Tochter ist) in einer alten Blockhütte untergekommen ist (Fichtelwaldböschung 4, Backwood, rechter Pfad ganz hinten an den Sträuchern vorbei). Es scheint, als sei Arges am Brodeln, denn die beiden Waldschrate warnen Leonore und Cameron vor … ähm verdammt, ich weiß gar nicht mehr wovor… wahrscheinlich vor dem ollen Zauberer von vor 80 Jahren oder vielleicht auch vor Gintys Fluch, der ihn Nacht für Nacht in einen Nosferatu-Gremlin verwandelt und böse röhren lässt…

Filme dieser Art langweilen mich am meisten. Es gibt nicht einmal einen locker flockigen Spruch der Verachtung, den ich diesem nichtigen Gebilde, diesem Machwerk der Zelluloid-Verschwendung hinterherwerfen kann, so überflüssig und substanzlos ist ’Der Alchimist’. Der erzählerische Ansatz hätte unter Umständen und in den Händen eines fähigeren Regisseurs und Drehbuchautors möglicherweise etwas brauchbares zu Tage bringen können, aber dann hätte man ja auch noch talentierte Schauspieler engagieren müssen und… och nö, das musste ja echt nicht sein, oder?!
Auch effekttechnisch (das mit dem ’technisch’ bitte nicht allzu wörtlich nehmen) wird hier die Sparschiene befahren. Es gibt einen Gummi-Gremlin, eine schlecht beleuchtete Körperhalbierung und eine halbwegs spektakuläre Gesichtsschmelze zu sehen. Das alles ist aber leider erst gegen Ende zu sehen und kein wirklich guter Grund, den Film und seine mangelnde Qualität bis dahin durchzustehen.

Das Hünengrab aller miesen Charles Band-Produktionen.
(Expanding since Day 1!)

Fazit: Eine von etlichen Horror-Matsch-Granaten, die Charles Band in seiner Amtszeit als Schund-Scheich auf ein ahnungsloses Publikum warf. Duckt euch, rennt weg oder stellt euch tot, egal, Hauptsache: Ausweichen!


Hudson