Wizards of the Demon Sword


‘A mystical sorceress... a magical sword...
the adventure of a lifetime.’


Originaltitel: Wizards of the Demon Sword (1991) Regie: Fred Olen Ray Drehbuch: Ernest D. Farino & Dan Golden
Darsteller: Heidi Paine, Blake Bahner, Lyle Waggoner FSK: keine


Schließt die Hühner weg und holt das Bier aus der Kammer: Es ist Barbaren-Zeit!

Die dralle Blondine Melina ist verzweifelt. Ihr Vater, Ulric, der Ältere, wurde vom bösen Zauberer Khouna entführt, welcher den Zausel (und den ’Dolch von Aktar’, ein magisches Rambo-Messer) für ein Ritual benötigt, durch dessen Vollendung ihm die Welt zu Füßen liegen soll.
Nachdem das tapfere Großmaul Thane (Blake Bahner, spielt praktisch die gleiche Rolle, wie in ’Ein Königreich vor unserer Zeit’) Melina vor Khounas Schurken gettet, machen sich die beiden auf den Weg, um Ulric zu retten. Dabei erleben sie selbstverständlich viele Abenteuer, die sie an Saurierherden, Vogelskelletten, einem Puff, einem verrückten Zauberer und jeder Menge böser Spitzbuben vorbeiführen...

Russell Crowe & Karsten Speck
in ’Brokeback Mountain 2’


Sagt nichts!
Anfangs dachte ich nur: Aua, meine Nerven!
Nicht nur dass die englischen Originalsprecher (auf deutsch gibt’s den Film ’leider’ nicht) mit furchtbar klingenden Stimmen schnattern; auch hatte der Tonmann dummerweise vergessen, die Kreissäge auszuschalten, die da (aus welchen Gründen auch immer) im Hintergrund munter ein Lied summte. Letztere wurde wahrscheinlich auch für den Schnitt benutzt, wenn man sich das fertige Produkt so ansieht.
Doch Momentchen mal! Denn als ich den Film schon aufgeben wollten, kam plötzlich der (manchen Barbary-Movies eigene) Schwachsinns-Spaß-Faktor ins Spiel und der Film entwickelte sich allmählich in eine fast unterhaltsame Richtung. Keine Frage, Müllmann Fred Olen Ray (’Die Insel der Dinosaurier’) hat ziemlich auffällig vom Rezept der Barbaren Gaudi ’Mystor’ genascht und versucht, eine weitere Posse mit Schwertern, Vorbau und Muckis hinzulegen. Ganz gelungen ist ihm das jedoch nicht wirklich.
Das liegt erstens an den laienhaften Darstellern, die es weder für nötig hielten, eine Schauspielschule zu besuchen, noch für den Dreh ihre 90er Jahre Frisuren/Gesichtsbehaarung (geschweige denn die Silikontitten) zu modifizieren.

Falscher Film? Was machen
denn 'Jupiter' & 'Pluto' hier?
Immerhin gibt es Cameos von Stummelkopp Michael Berryman (’Beastmaster 2’) und Laurence Tierney, als alten Sklavenhändler, der mit den beklopptesten Sprüchen im ganzen Film aufwarten kann. Ich übersetze mal kurz seinen mündlichen Beitrag, als die Resterampe seines Sklaven-Ladens ausgeklappt, und ein altes Mütterchen angeboten wird:
“Na gut, sie ist ein bisschen alt. Aber ihre Erfahrungen würden euch Ekstase ins Bett bringen!“
Als ihn unser Held nach dem Weg fragt, kommt folgende Schote:
“Nehmt die Hauptstrasse aus der Stadt heraus. Dann nach Norden zum Ödland. Dann, beim letzten Außenposten der Menschlichkeit biegt ihr rechts ab. Ihr könnt es gar nicht verfehlen.“
Kaum zu fassen, dass sich Tierney nur ein Jahr später als ’Papa Joe Cabot’ in ’Reservoir Dogs’ unsterblich machte. Tarantino muss echt was für diese Typen übrig haben (siehe Svenson und Carradine). Neben Hauptdarsteller Blake Bahner gibt es noch einen weiteren Bekannten aus ’Ein Königreich vor unserer Zeit’. Und zwar die gute alte Pappburg, die schon durch manch edlen Recken ins Wanken gebracht wurde. Da hat Ollen Ray wohl mal nett bei Meister Corman an die Pforte geklopft und mehr Ratschläge bekommen, als seinem Film letztlich gut taten. So ist auch wieder hirnrissige Stock-Footage am Start, diesmal etliche Saurier-Szenen aus dem 78’er Knete-Trasher ’Planet der Monster’.
(Man achte auch auf die ’Braut des Prinzen’ Referenz, komplett mit Soundtrack Ripoff!).
Wenn dann aber wieder Sprüche wie: “Ich bin Ulric, der Ältere!“ “Ich bin Damon, der Smartere!“ kommen und der Rausschmeißer einer Tittenbar die blonde Melina nach ihrem Ausweis fragt... na ihr wisst schon, was ich meine!

Is ja irre!

Trotz des befriedigenden Camp-Faktors ist ’Wizards of the Demon Sword’ unspektakulärer Barbaren Trash, der qualitativ irgendwo zwischen ’Barbarian Queen’ und ’Der Geächtete von Gor’ liegt. “Foolproof plans are hard to come by.“ Yep!

Hudson