Demon’s Massacre



Originaltitel: Ninja Demon's Massacre (1988) Regie: Godfrey Ho
Drehbuch: Sally Nichols & Harold Owen
Darsteller: Edmund Morris, Ken Ashley, Ted Brooke FSK: 18


Und schon wieder ein Film aus Tomas Tangs ’Filmark’-Schrott-Schmiede.
Mein lieber Scholli, produktiv war er ja, das muss man dem Macher tausender Ninja Streifen der 80er (’Ninja: The Battalion’ und ’Ninja Eliminator’) lassen.

Gleich beim Start wird eine (für Tang-Verhältnisse) wahre Action-Orgie zelebriert. Da gibt es einen geplatzten Deal mit Shoot-Outs, schwarze und gelbe Ninjas, einen Typen, der sich von einem Moterboot durch den Hong Kong River ziehen lässt und allerlei sonnenbebrilltes Gangsterpack.

Ein Holländischer Ninja?
Dann wird auch schon umgeschwenkt, über die schicken Ghettos, Gärten, Springbrunnen und Beton-Bauten der asiatischen Metropole und wir sind in einem Konferenz-Raum, in dem mal wieder ein Schlips-Dödel den Expositions-Monolog aus der Lippe fallen lässt:
“Es gibt in ihrem Land eine Untergrund-Organisation, die sich Informationen über Militär-Geheimnisse der Vereinigten Staaten verschafft und durch ihren Geheimagenten in Hong Kong verkaufen sie sie an die Russen.“
Kurz nachdem die lustige Runde ihr Vorgehen ausdiskutiert hat (blöde und sinnlos und so schlecht synchronisiert, dass selbst unser Wellensittich mitgelacht hat), wechselt plötzlich die Bildqualität und ich denk schon ’Hat jetzt irgend ein Vollhorst den Film überspielt?’. Aber nein, Tang hat einfach mal wieder in den Grabbel-Kiste eines alten Archivs gegriffen (witzig, denn genau da hab ich auch diesen Film her!), zwei Streifen mit der Aufschrift ’Nicht verwendbar, bitte entsorgen!’ herausgefischt und einen Film draus gemacht. Und da wir, wenn das Ed Wood getan hätte, alle lächeln würden, lassen wir auch erst mal Tang und seinen Regisseur Godfrey Ho (’ Die Unschlagbaren Supernieten’) machen.



NEIN, tun wir NICHT!

Wolle Reifen kaufe?
Denn davon abgesehen, dass es in ’Demon’s Massacre’ weder Dämonen noch Massaker gibt, stimmt bei diesem Film einfach überhaupt gar nichts! Ähnlich dem strunzbekloppten ’Counter Destroy’, sucht man hier eine nachvollziehbare Handlung vergebens. Die Protagonisten sind genau so wenig auseinander zu halten, wie ihre Motive, ihre Frisuren oder ihre Synchronstimmen. Man kann gar nicht so schnell kucken, wie hier die Kohärenz-Blasen platzen und sich ein Unsinn auf den nächsten stapelt.
Ein Highlight: Mittendrin kommt es zu einem Ninja-Kampf, der urplötzlich von einem erklärenden Voice Over, a la Heinz Sielmann begleitet wird.
Auch wieder dabei: Ninjas, die einen blonden, amerikanischen Spion in knapper Badehose vermöbeln. Korrigiert mich, wenn ich falsch liege, aber gab es diese oder eine verdammt ähnliche Szene nicht in beinahe jeder einzelnen ’Tang-Ninja’-Produktion?
Hinzu kommen Dialog-Zäpfchen (“Sie kennen doch mein besonderes Hobby.“ “Du tötest einen Mann so leicht, wie du Butter schneidest?“ “So ist es.“) und Spruch-Bomben (“Jemand tritt uns auf die Schleppe!“) die sogar mit einem Anflug von Selbstironie gemischt werden (“Wer zu bescheurt ist, dem nutzen auch heiße Sprüche nicht!“).
Die Musik ist aus einer x-beliebigen Casio-Orgel herausgenudelt worden und passt sich dem Niveau bestens an. Ebenso passend ist das Gerücht, dass ’Tomas Tang’ nur ein Synonym für HK-Produzenten gewesen sein soll, die gerade mal Lust auf ordentlichen Ninja-Schrott hatten und dieser Name somit auch nur ein Stück abgenudeltes Archiv-Material wäre.

Der Schuft macht sich mit der Logik davon!

Fazit: Die Mischung aus Verwirrung, Langeweile, Ninja-Rauchbomben (alle Farben des Regenbogens!) und Ballereien verkommt recht schnell zum Massaker an den Nerven. Das war echt gar nix.

Hudson