Der heilige Orden der Delta Ritter


‘In an age of swords and sorcery, one young hero holds the key to infinite wisdom - and ultimate power.’


Originaltitel: Quest of the Delta Knights (1993)
Regie: Dean Crow Drehbuch: Dean Crow & Charles Joseph
Darsteller: David Warner, Corbin Allred, David Kriegel FSK: unbekannt


Auf der Suche nach verschollenen Fantasy-Perlen gerät man immer mal wieder an tolle Sword&Sorcery-Perlen (wie zB. ’Der Zauberbogen’) aber mindestens zweimal so oft an dämliche Trash-Kutschen (wie zB. ’Merlin und das Schwert’).

Enter ‘Quest of the Delta Knights’… Spannt schon mal die Pferde vor den Wagen!

The Delta Force
Story: Irgendwann vor vielen, vielen Jahren, in einem dunklen Zeitalter, als schwarze Ritter mit Flügelhelmen das Land plagten und kleine Jungen in die Sklaverei verbannten. Bei der hiesigen Auktion wird der junge Travis, genannt Tee, von einem alten Bettler erworben, der sich später als ’Delta Ritter’ Baydool (David Warner) entpuppt. Die ’Delta Ritter’, ein uralter Orden mit geheimorganisatorischer Struktur, kämpft schon seit Ewigkeiten für das Gleichgewicht von Gut und Böse. Baydool nimmt sich Tee als Lehrling und bildet ihn zu einem astreinen Kinder-Spion aus. Das Ziel der Delta Ritter ist es, die geheime Rumpelkammer des Archimedes (ja, der mit der Badewanne) zu finden, der einst ein Zauberbuch voller Geheimnisse vollendete, just als die Römer in Athen einfielen und ihn umbrachten (Daher auch der bekannte Spruch: “Störe meine Zauberbücher nicht!?“). Dummerweise wird Baydool eines nachts vom bösen, schwarzen Ritter aus Szene eins (ebenfalls David Warner) ermordet. Young Delta Knight Tee muss sich nun ohne die Hilfe seines alten Meisters durch die Welt finden und begegnet bald dem jungen Leonardo Da Vinci, der ihm auf seiner Queste beisteht…

Mein erster Gedanke beim Betrachten von ’Der heilige Orden der Delta Ritter’ (und auch der zweite und dritte… eigentlich jederdieser Annahme war wieder einmal der Wunsch der Stiefbruder des Gedanken. Denn der Film hat (leider) gar nichts mit Corman zu tun, was auch die Abwesenheit von anzüglichen Sprüchen, Skelettzombies und Gulfax, dem Kuschelmonster erklärt.

"Stand and deliver!
Gimme all your Lupins!"
Nein, beim ’Heiligen Delta der reitenden Orden’ gibt’s nach dem ersten Drittel und der guten alten ’Lehrjahre sind keine Herrenjahre’-Montage hauptsächlich hastiges Rumgerenne, Rumgereite und Rumgehüpfe über verlassene Baumhäuser aus der Ewok-Resterampe. Die Story von dem kleinen Jungen, der einer Prophezeiung gemäß in die Machenschaften eines alten Geheim-Ordens gerät und mit Leonardo Da Vinci und einer Prinzessin den Plunder von Archimedes aus dem Fantasy-Forst hinter Grunewald finden muss, ist (ihr habt’s vielelicht selber schon gemerkt) ein wenig an den Haaren herbeigezogen und leider nicht halb so amüsant, wie sie klingt.
David Warner hat für seine Doppelrolle hoffentlich auch doppelt abkassiert, hat er sich hiermit doch einen deftigen Schandfleck in die Karriere gebügelt (Highlight: Mit falschem Bart und im Unterhemd entleert er einen Topf voller Pisse auf einem lustig gekleideten Sklavenhändler). Die übrige Cast ist nicht erwähnenswert, mal abgesehen von einer Wirtshaus-Dirne, die aussieht wie Madonna im Video zu ’La Isla Bonita’ und Richard Kind, den einige aus der amüsanten Sitcom ‘Verrückt nach dir’ kennen dürften und der hier einen verrückten Wissenschaftler mit unglaublich bescheuertem Hut spielt.
Hüte gibt es in ’Delta Orden: Holy Knights’ mehr als genug. Vom Blätterteig-Turban, bis hin zu Wikingerhelmen wurde an alles gedacht, was zwischen all dem Leonardo Da Vinci und Archimedes-Gefasel möglichst historisch unkorrekt rüberkommen könnte.
Ausstattungstechnisch war’s das dann aber auch schon. Keine Monster, keine schicken Sets, nur heitere Musik, die nach einer Mischung aus ’Braut des Prinzen’ und ‘Super Mario 64’ klingt. Und da ’Super Mario 64’ erst 4 Jahre später erschien, kann der Score schon fast als prophetisch beschwingt beschrieben werden.

"Spieglein, Spieglein, in der Hand, wer hat die schönste Behaarung im Land?"
"Ihr, Majestät, aber Miles O'Keefe in 'Camelot' schlagt ihr nie und nimmer!"

Fantasy und Action: ’Die eiligen Horden von Delta Air’, ein Film wie Sommerduft aus der Sprühdose. Einmal (Play) gedrückt wird man ihn nicht mehr los. Ich kann’s immer nur noch einmal wiederholen: Ich persönlich gewinne meist noch jedem letzten Fantasy-Husten etwas ab. Wenn euch beim Lesen dieses Gutachten ein schummeriges Gefühl begleitet hat, dann möchte ich mich a.) dafür entschuldigen oder b.) euch von dem Film dringend abraten.


Hudson