Delta Force


‘They don't negotiate with terrorists... they blow them away!’


Originaltitel: The Delta Force (1986)
Regie: Menahem Golan Drehbuch: James Bruner & Menahem Golan
Darsteller: Chuck Norris, Lee Marvin, Robert Forster FSK: 18


Arabische Terroristen kapern ein amerikanisches Flugzeug!

Was heute… naja, sagen wir bis vor kurzem (denn Hollywood erholt sich bekanntermaßen schnell) ein absolutes No Go! war, diente in den Achtziger Jahren des US-Action-Kinos lediglich als Abwechslung für das Vietnam-Einerlei und die Rote Bedrohung.
So jedenfalls könnte man angesichts des Covers, des Hauptdarstellers Chuck Norris und des Regisseurs Menahem Golan (’Over the Top’) meinen, wäre der Plot des Films nicht an ein reales Hijacking angelenht, das auf ähnliche Art und Weise im Jahre 1985 in Beirut stattfand.

Marvin Force vs Terror Force

Und tatsächlich überrascht ’Delta Force’ zunächst durch die spannende Inszenierung der Entführung einer US-Passagier-Maschine durch gerade mal zwei arabische Hijacker. Mit an Board sind sowohl jüdische Passagiere, als auch amerikanische Navy-Soldaten, deren ’Herausfilterung’ auf Anordnung der Terroristen zur dramatischen Angelegenheit wird. Als die Maschine nach langem Hin und Her in Beirut landet, betreten ein Dutzend weitere zu allem entschlossene Terroristen das Flugzeug und die ’aussortierten’ Passagiere werden in ein geheimes Lager im Stadtzentrum verfrachtet. Die ’Delta Force’, eine Spezial-Einheit, die für solche Situationen bestens ausgebildet ist, wurde längst auf die Angelegenheit angesetzt, konnte bislang jedoch nicht eingreifen. Doch jetzt ist ihre Zeit gekommen…

“Wir kämpfen gegen eure Regierung nicht gegen euch. Gegen das Weiße Haus. Eines Tages werde ich da hinfahren. Mit einem LKW voller Sprengstoff und PENG fliegt es in die Luft.“
“Tun sie das nicht! Das wäre Selbstmord.“

Norris Force vs Forster Force

Was dem schießwütigen Actionfilm bis dahin fehlte, tat dem Film umso besser. Denn kaum sind Chuck Norris und seine Mannen (u.a. Lee Marvin in seiner letzten Rolle) den Übeltätern mit lautem Gedöhns auf den Fersen, sinkt die Spannung rapide. Rattatat, Bummbumm und böse Miene zu bösem Spiel. Da ist mit Chuck Norris genau der richtige Mann an Ort und Stelle. Steve James (’American Fighter’) und Lee Marvin (’Das dreckige Dutzend’) packen ihr Talent etwas vielfältiger ins Bild als der maulfaule, stierende Chuckster, auch wenn Marvin das Alter schon allzu sehr auf den Gang geschrieben steht. Die Cast ist überhaupt recht ansehnlich und durch die Bank weg überzeugend. Neben Robert Vaughn (’Sador’) und George Kennedy (’Die nackte Kanone) sind Joey Bishop (’Frankie und seine Spießgesellen’) und Susan Strasberg (’Der Manitou’) zu sehen. Einen ganz klaren Pluspunkt gibt es für Fassbinder-Muse Hanna Schygulla, die im ersten Teil des Films eine deutsche Stewardess mit viel Gefühl zum Besten gibt. Ebenfalls an Board: Bo Svenson (’In einem Königreich vor unserer Zeit 2’) als Captain, sowie Martin Balsam (’Hexensabbat’) und Shelley Winters (’Tentacoli’) als jüdische Passagiere. Als arabischer Oberschurke Abdul wurde Robert Forster (’Der Horror-Alligator’) zurechtgemacht. Natürlich muss er letztendlich Mano-a-Mano gegen Norris antreten. Das hatte Letzterer wahrscheinlich so in seinem Vertrag zu stehen. Seine peinlichen ’Bike-Finisher’ und das finale ’America, America’ gingen gar nicht und führten das anfänglich so intensiv inszenierte Drama mächtig ad absurdum.

“Ich habt den Befehl alle Amerikaner umzubringen!“
“Aber die Amerikaner töten uns doch!“

Schlange stehen für's Feuerwerk

Zugegeben, die Action der zweiten Hälfte des Films ist mehr als satt, doch kann sie in Sachen Nervenkitzel einfach nicht mit den Szenen an Board des Flugzeugs mithalten. Schade eigentlich. So ist ’Delta Force’ dann doch lediglich nur patriotisches Smack-Baller-Draller mit furchtbarem Score, guter Cast und besserem Ansatz.


Hudson