Def-Con 4 - Der Tag nach dem Tag danach



Originaltitel: Def-Con 4 (1985)
Regie & Drehbuch: Paul Donavan
Darsteller: Lenore Zann, Maury Chaykin, Kate Lynch FSK: 18


“Sie haben tatsächlich damit angefangen, diese wahnsinnigen Idioten!“

Schon Charlton Heston brüllte anno ’69 einen ähnlichen Wortlaut in Richtung der Ruinen von Lady Liberty und auch US-Raumpilot Howe ist vergleichbar aus dem Häuschen.
Es sind die Achtziger und früher oder später musste es dazu kommen: Atomkrieg.
Die Supermächte der Welt bombardieren sich gegenseitig mit allem, was sie haben, löschen so binnen kürzester Zeit einen Großteil der gesamten Menschheitsbevölkerung aus und die drei Besatzungsmitglieder der kleinen Defensiv-Station im All können nur fassungslos zusehen.
Gegen den Willen von Commander Walker wird nun die Erde angesteuert, auf der mittlerweile die Endzeit angebrochen ist, jener Zustand nach der Apokalypse, in dem die zusammengebrochene Zivilisation von vertrahlten Horden finsterer Genossen heimgesucht wird. Das bekommt auch die Besatzung der abgeschmierten Rettungskapsel zu spüren und so befindet sich Pilot Howe bald inmitten postapokalyptischer Fine Young Cannibals und skrupelloser Sklaventreiber in formschöner Future-Punk-Bekleidung…

Auch nach dem Ende dreht sich alles um Gewalt..

Endzeit-Fanatikern dürfte es bereits aufgefallen sein: ’Def-Con 4’ kopiert beinahe 1 zu 1 den Plot des P.A.-Reißers ’Aftermath’. Ob es in eine gute Idee ist, in einem Sub-Genre, das ohnehin zu ca. 90% aus Derivaten besteht, einen solchen Film nur drei Jahre später erneut aufzulegen, sei einmal dahin gestellt. Auch sind mir die zuschauerverdummenden Maßnahmen, ein paar Tage (eine Woche? Vielleicht zwei?) nach dem Atom-Krieg Kannibalen und organisierte Miliz-Banden in Erscheinung treten (und eine Raumkapsel abstürzen) zu lassen, schnurzegal. Wenn aber ein langweiliges Gürkchen, Marke ’Alles schon gesehen’ 90 Minuten lang olle Kamellen auf dem Grillrost der Postapokalypse wendet, kann ich und jeder andere, der den ewig gleichen Kokolores satt hatt, nur noch müde abwinken. Das Abhandensein auch nur halbwegs funktionierender Action, das unbedingte Etablieren arschlöchriger, sadistischer Figuren (das darf ja nie fehlen) und die allgemeine Lustlosigkeit der Darsteller nehmen dem Film jeglichen Reiz und mir die Lust, hier weiterhin tote Hunde zu treten.

... oder Sex!

’Def-Con 4’ steht im US-Verteidigungs-Jargon für ’Alles normal, nur bissel aufpassen’, der Film steht für ’Alles verkackt, A-Lahm-Stufe Rot’. Wenn ihr auf Endzeit dieser Art steht, dann gondelt lieber auf der ’Straße der Verdammnis’ entlang.


Hudson