Deep Space


‘They created a monster over lunch. Now it's back for dinner... ’


Originaltitel: Deep Space (1988) Regie: Fred Olen Ray
Drehbuch: T.L. Lankford & Fred Olen Ray
Darsteller: Charles Napier, Ann Turkel, Bo Svenson FSK: 18


Nach dem Erfolg des Meisterwerks 'Alien' und dessen Fortsetzung, erfreute sich das 'Sci-Fi-Horror'-Genre in den 80er Jahren großer Popularität. Gerade in kostengünstigeren Gefilden des Kinos wurde derartiger Stoff in Streifen wie 'Planet des Schreckens' , 'Mutant' oder 'Astaron' zahlreich verhamstert, was teilweise sogar richtig gut ging, oft aber jede Kreativität vermissen ließ. Auch B-Movie Koryphäe Fred Olen Ray ließ es sich nicht nehmen, 1988 einen Sci-Fi Horrorstreifen zu drehen, dessen Monster optisch von Scotts und Camerons Biestern inspiriert wurde.

Alien-Bondage!
You know, you want it!
In 'Deep Space' ist das Monster zwar nicht 'gebürtig' aus dem Outer Space, aber von Militär-Forschern zum Zweck biologischer Kriegsführung dort deponiert worden. Als das Projekt schief geht, fällt das Vieh auf die Erde und die Horrorstory nimmt ihren Lauf. Nach dem ein obligatorisches Teenie-Pärchen an der Absturz-Stelle mit der Kreatur Bekanntschaft machen und als erste Mahlzeit fungieren darf, werden Super-Haudegen Detective Ian McLemore (Charles Napier) und sein Partner Jerry gerufen, die der Sache auf den Grund gehen sollen. Als sich die Leichen um McLemore stapeln, geht dieser auf schwer bewaffnete Monsterjagd.

Was die Story von 'Deep Space' angeht, darf man sich kurz fassen. Wir haben es mit einem klassischen Monster-Film zu tun, der mit ein paar Cop/Buddy Movie -Elementen und einer Prise Humor gewürzt ist. Fred Olen Ray hat hier zwar bei Gott keinen Olymp der Originalität bestiegen, ist sich dessen aber wie immer bewusst und kann den Film so als unterhaltsames Creature Feature ausspielen. Gleich in Napiers erster Szene gibt es Shoot-Outs, einen Auto Stunt mit anschließender Explosion und dicke Ballermänner und diesem Motto bleibt der Film die meiste Zeit über treu. Das heißt, wir haben regelmäßige Action, eine 5 auf der 'dumme Sprüche'-Skala ("Dieses Ding ist nicht von unserem Planeten." - "Etwas Ausserirdisches?" - "Nein, aus dem Weltall.") und ein recht saftiges Finale.

Pile on the kinky shit!
Gerade beim Showdown, wenn sich McLemore im heimischen Waffen-Arsenal ausrüstet, um der Kreatur in den Arsch zu treten und ihr am Ende mit der Kettensäge zu Leibe rückt (man könnte sagen, dass FOR sich hier selbst zitiert), sind B-Movie Fans sicher guter Dinge. Was den Glotter-Faktor angeht hält sich der Film ansonsten allerdings zurück. Ein paar kleine Gore-Szenen gibt es zwar, aber keine wirklichen Highlights. Was für einen Film von Fred Olen Ray allerdings viel enttäuschender ist: Es gibt keine nackten Brüste! Dafür kann der Film in Sachen Humor punkten, wenn sich Charles Napier z.B. als Koch für seine Freundin versucht, die Steaks verbrennt und am Ende Hamburger kredenzt ("Die besten Hamburger der Welt, ich habe sie extra eingeflogen aus Hamburg!") oder im Schottenrock seine Dudelsack-Künste zum Besten gibt (kein Witz!). Ein paar kleine Insider-Gags für die Fans, wie den Nachtwächter, der sich gerade das Ray'sche Frühwerk 'The Tomb' ansieht, gibt es gratis dazu.

Mit Charles Napier ist ein starker Darsteller dabei, der seine Sache als knallharter Cop gut macht und den Film zu führen weiss. Zur Seite steht ihm dabei eine recht sympathische Cast, die (wenn's um Talent geht) leider größtenteils aus feuchten Handtüchern besteht. Die große Ausnahme bildet hier Bo Svenson, der als Hard-Ass Captain auftritt und mit Napier Kräfte messen kann. Auch wenn Bo nicht die meisten Szenen hat, bleibt seine Figur fast mehr im Gedächtnis, als Napiers eigentlicher Partner. Natürlich sind auch die üblichen Verdächtigen eines jeden 80er Jahre FOR-Films, wie Ex-Ehefrau Dawn Wildsmith und Urgestein Fox Harris in kleineren Rollen mit von der Partie. Auch Fred Olen Ray selbst legt einen kurzen Cameo hin, der allerdings nur 5 Sekunden dauert und eher so aussieht, als sei er aus Versehen kurz vor die Kamera gelaufen. Der Bösewicht ist ein Biest, welches vom Design her an eine Mischung aus Scotts Alien, Cormans Mutant und den Kosmokillern erinnert (von denen sich Ray ja bereits für 'Prison Ship' ein Exemplar geliehen hatte).

Jetzt ist aber mal gut hier, mit den perversen Praktiken!

Fazit: Deep Space zählt nicht zu den besten, aber immer noch zu den besseren Fred-Olen-Ray Filmen und weiss dank ein paar brauchbaren Darstellern, Action-Szenen und Trash-Monstern durchaus zu unterhalten. Für ein 'normales' Publikum ist der Streifen natürlich nur mit Vorsicht zu genießen, aber der Trash-Freund weiß, was er bekommt.


Spooner