Deathstalker IV: Match of Titans


‘The Final Conflict’


Originaltitel: Deathstalker IV: Match of Titans (1990)
Regie & Drehbuch: Howard R. Cohen
Darsteller: Rick Hill, Maria Ford, Brett Baxter Clark FSK: 18


Der Jäger ist wieder da!
Und dieses mal ist er sogar bekleidet, kann reiten und die neue Gottschalk-Mecke steht ihm auch ganz ausgezeichnet.

Da mir nur die englische Fassung zur Verfügung stand (eine deutsche gibt’s nämlich nicht!) und das Gelaber auch recht barbarisch rüber kam, versuche ich jetzt mal das kleine bissel Story weiterzugeben:

He's back!
Der Jäger (Rick Hill, endlich wieder in der Rolle, die ihn prägte) hat sein Zauberschwert verlegt. Eine freundliche Hut-Hexe mit dickem Schuss ist glücklicher Weise bei der Wegfindung behilflich. Sein Schwert, so scheint es, hat er mit dem Eisen eines Kumpels vertauscht, der nun auf einem großen Turnier verweilt. Nix wie hin! Kaum im Wald, trifft der Jäger auch schon auf die ersten Monströsitäten, hier Katzen-Menschen, die (wie üblich) einer Jungfrau zu Leibe rücken. Dass der Jäger mittlerweile nicht vor Political Correctness zurückschreckt, merkt man gleich, als er die Dame (nach erfolgreichem Katzen-Kill) nicht selbst besteigt, sondern sie brav zum Lager ihres Vaters zurückführt. Weiter geht’s (die Olle bleibt im Schlepptau) zur nächsten Lichtung, wo er seinen zukünftigen Side-Kick erblickt, der mit seinem seltsamen Trainer auf dem Waldboden Liegestütze übt.
Die Bemerkung “Hat er gemerkt, dass ihm jemand die Frau gestohlen hat?“ bringt dem Jäger allerdings vorerst keinen Sympathie-Bonus. Bei uns aber schon, denn jetzt ist er mit seiner Begleitung in eine Höhle geraten, in der ein Monster haust. Statt eines Kampfes kommt folgende Szene: Das Monster rennt zum Eingang, schreit “Ihr kommt hier nie wieder raus!“ und lässt den Eingang mit bloßer Hand einstürzen. Müssen die beiden Süßen halt in der Höhle pennen, was der Jäger gleich dazu nutzt, um zu beweisen, dass ihn der ’PC-Gedanke’ noch nicht völlig überrumpelt hat: “Schau mal, du bist ein süßes Mädel. Aber du kannst nicht kochen und du kannst nicht kämpfen!“

Lumpy McHat, des
Teufels Hutständer
Nun, wenn sie das schon nicht kann, schmeißt sie sich dem Jäger wenigstens am Lagerfeuer in die Arme. Doch was ist das? Aus dem einstigen Stecher ist ein Romantiker geworden, der die dargebotene, freigelegte Brust schnell wieder bedeckt. Verkehrte Welt!
Beim Turnier angekommen, werden dem Zuschauer sogleich etliche Barbaren-Klischees aufgetischt. Auch Frauen dürfen an den Festspielen teilnehmen, die an mittelalterliches ’American Gladiators’ erinnert. Was das bedeutet sollte BarbarenFilm-Kennern klar sein:
Lesbische Amazonen-Klopperien um Jungfrauen. Veranstaltet wird das Turnier von einer bösen (und selbstverständlich drallen) Zauber-Prinzessin. Wenn Fantasy-Bösewichter grad nix zu tun haben, blasen sie eben zum Wettkampf (siehe auch ’Todesjäger Teil 1’).
Einquartiert und eingeölt ist der Jäger auch endlich bereit, seine Dame im Privat-Zimmer zu beglücken (na gut, vielleicht ist er jetzt mehr der Indoor-Typ), da kommt auch schon die zwielichtige Prinzessin zur Tür herein und tönt:
“Ich brauche einen Mann. Je größer desto besser. Und betrunken!“
Die Dame macht ihre Liebhaber nämlich besoffen, um sie dann zu vergiften und in Stein zu verwandeln, was die Jungs zu willenlosen Kampf-Sklaven macht, die von ihrem Hofzauberer kommandiert werden können (einer dieser Stein-Männer hat übrigens auch des Jägers Schwert. Aah, der Kreis schließt sich!) Um die Prinzessin selbst auszutricksen, benutzt der Jäger seinen ganzen Hirnschmalz und kommt mit einem teuflisch tollen Plan daher.

Same Shit
Different Film!
Er wendet sich an den asketischen Liegestütz-Krieger, der hier auch gastiert (und aussieht wie eine Mischung aus Brainscombe Richmond und Val Kilmers Charakter in ’Willow’). Nach einem verlorenem Duell mit unserem Helden wird dieser dann auch zum Verbündeten und soll nun der Sexy Hexy den Kopf verdrehen (Ich weiß: Das wird jetzt unnötig kompliziert. Ich an des Jägers Stelle hätte der Zauber-Uschi auch einfach nur die Rübe abgehauen, aber dann wär der Film nach 40 Minuten um gewesen… so there!)
Doch der Plan erweist sich als schwer ausführbar, der Probant bockt nämlich: “Ich bin Athlet, kein Barbar!“. Der Todesjäger ist aber ein Barbar und benimmt sich auch so. Und ausgerechnet er soll der Athleten-Stulle den Umgang mit Damen beibringen. Das geht dann so:
“Es ist des Mannes Instinkt, zu jagen, zu kämpfen, zu lachen und Frauen zu lieben und zu ruinieren!“

Ohne jetzt hier groß drauf rumzutrampeln: Nein, der ’Jäger’ ist leider nicht der alte und nein, der Film kann nicht an alte Erfolge anknüpfen.
Zwar kriegt ein recht launiger Rick Hill die Titel-Figur wieder hin, doch viel nacktes Fleisch, Orgien und massloser Suff, wenig Blut, reichlich Gelaber, eher verkümmerte Kampf-Szenen und nicht ein Zeichen vom Schweinemaskenmonster geben deutliche Abzüge in der B-Note. Auf der Haben-Seite gibt’s Massen-Prügeleien, Sprüche, Magische Spiegel, Stein-Zombies und nicht zuletzt die urigen Kit-Kat-Monster. Denn wann immer die im Bild sind, bekommt man automatisch einen Lachkrampf. Leider wurde hier im Gegensatz zu den Vorgängern mit Video gedreht, was zum eindeutigen Nachteil der öhm episch angelegten Bilder gereicht.

Bloß gut, dass die Katzenköppe aus Styropor sind!

Das ’Match of Titans’ hat der Jäger zwar gewonnen, aber ein ’Match’ zu Teil eins und zwei ist der vierte Teil nicht. Vielleicht hätte eine deutsche Synchro noch ein, zwei Wunder getan. Im derzeitigen Zustand bleibt der (bislang) letzte Teil der Saga ein wirrer Barbaren-Kostüm-Schinken, mit einigen witzigen Momenten, jedoch auch etlichen verschenkten. Schade…

Hudson