Giganten mit stählernen Fäusten


‘In the year 3000 there'll be no more Olympic Games, World Series, or Superbowl. There'll be only...’


Originaltitel: Deathsport (1978)
Regie: Allan Arkush, Nicholas Niciphor & Roger Corman
Drehbuch: Frances Doel, Nicholas Niciphor & Donald Stewart
Darsteller: David Carradine, Claudia Jennings, Richard Lynch FSK: 16


“Morgen. Der Planet Erde besteht nur noch aus nuklear verseuchten Wüsten und isolierten Stadtstaaten. Als nostalgische Erinnerung benutzen die Stadtmenschen Motorräder, die sie Todesmaschinen nennen. In den verwüsteten Gebieten zwischen den Städten schweifen die gefürchteten kannibalischen Mutanten umher.“

Komm, reicht. Wo soll ich unterschreiben?

"Mit Blut auf meinem Lendenschurz!"

Nach dem herzlichen Voice Over sehen wir auch schon David Carradine als Geächteten Kaz Oshay, der in klassischer ’Der Krieger und die Hexe’-Montur (will sagen: Männer-Windel, Stiefel und Cape) ein riesiges Schwert zu einem Laserkampf mitbringt. Die Häscher des fiesen Ankar Moor (Richard Lynch) jagen ihn, desintegrieren sein Pferd und fangen ihn schließlich (nicht ohne Verluste), um ihn in den Knast von Helix City zu schleifen, wo er auf den Start der Todesrallye harren soll, zu dessen Teilnahme er und andere Gefangene aus den Wastelands, sowie System-Dissidenten gezwungen werden. Alles zur Unterhaltung von Lord Zirpola, dem Führer der Stadt, der aufgrund nuklearer Strahlen allmählich seinen Verstand verliert. Nicht dass er jemals viel davon besessen hätte.
Nach einem fehlgeschlagenen Ausbruch werden die Gefangenen gezüchtigt (natürlich… und zwar nackt) und schließlich geht’s ab in die minenverseuchte Arena der Todesrallye und zwar einmal mehr mit purem Stahl gegen aufgepimpte Killerbikes…

Mit dem Thermo(kannen)-Blaster werden Männer und Pferde gleichermaßen weich.

New World Pictures, David Carradine, Richard Lynch: Da lacht das Herz.
’Death Race 2’: Da lacht der ganze Rest.
Produzent Roger Corman mischte hier Versatzstücke seines eigenen Hits ’Frankensteins Todesrennen’ (beide Filme haben trotz des irreleitenden Alternativtitels jedoch nichts miteinander zu tun) mit unübersehbaren ’Star Wars’-Anleihen (die Soundeffekte aus dem ’Krieg der Sterne’-Archiv waren sogar unüberhörbar) zu einem Film, der vor allem durch käsige Nonstop-Action, überkandideltes Trash-Design (Stichwort: Superaktive Laserblaster, die aussehen wie Thermoskannen und deren Strahlen ganze Menschen vaporisieren), sowie deplatziert wirkendes Pseudo-Philosophie-Gequatsche und furchtbares Synthie-Gedudel auffällt, dass angeblich durch Gitarren-Soli des ’Grateful Dead’ Fronters Jerry Garcia aufgelockert wurde. (Kann mich nicht erinnern, da irgendwo Gitarren vernommen zu haben.) Die Todesrallye wird übrigens in einer riesigen Arena vor einer auf eine Leinwand gemalten Version von Helix City auf klobigen Motorbikes (Riesenhelm-Pflicht!) ausgetragen und zwar recht flott, mit Unmengen von Explosionen, Rasereien und Ballereien, sowie einem Abstecher in die Höhle der Unterbelichtung, in der pickelige Mutanten in Netz-Schürzen hausen.
Richard Lynch (’Die Barbaren’) gibt einen gewohnt sägigen Bösewicht zum Besten, während David McLean (’Mörderspinnen’) in einer Privatdisco nackte Mädchen foltert und ein leicht unterforderter und stets halbnackter David Carradine mit den Worten “Aaargh. Ich bin ein Geächteter!“ gegen die Zellenwand schlägt und uns zeigt, was ein echter Outlaw ist.

The Bad, the Worse & the Silly

Fazit: Quatsch auf Rädern. Mal amüsant, mal zäh, oft doof, wie man es von ’New World Pictures’ gewohnt ist. Wer kein zweites ’Death Race 2000’ erwartet, bekommt eine immerhin abwechslungsreiche Trash-Sause mit namhaften B-Darstellern auf der groben Stunt-Kelle serviert.



PS:

Selbstgemalt bleibt ungeschlagen!

Hudson