Death House


‘A slash course in absolute terror!’


Originaltitel: Sorority House Massacre (1986) Regie & Drehbuch: Carol Frank
Darsteller: Angela O'Neill, Wendy Martel, Pamela Ross FSK: 18


Wer sich heutzutage über das aktuelle Filmprogramm beschwert und nostalgisch in die Vergangenheit blickt, der belügt sich meist selbst. Vor allem in den Achtzigern gab es mehr Kopien, Rip Offs und halbgare Trittbrettfahrer zeitgenössischer Trends, als man zählen konnte. Ob nun aus Italien, den Philippinen, Hong Kong oder Indonesien, von überall her regnete es billige Abziehbilder bewährter (meist amerikanischer) Konzepte.
Doch auch in den USA hielt man sich nicht mit Plagiaten unterster Kajüte zurück. Einer der dreistesten Ausbeuter war Roger Corman, der neben dutzenden billigen Genre-Humpen selbst visionäre Filme gedreht und produziert hatte und etlichen visionären Filmemachern (wie Coppola und Cameron) auf den Weg half.
Ich selbst zähle Roger Corman zu einem meiner persönlichen Helden, doch immer wenn mir ein Film der Marke ’Death House’ unter die Augen kommt, muss ich mich ein wenig aus der Verklärung rütteln und mir eingestehen, wieviel Scheiß im Filmgeschäft allgemein, und durch Corman speziell an den Mann gebracht wurde.

"Ein Messer in der Tür, deine Frisur und meine Karo-Bluse...
Das kann nur ein schrecklicher Alprtaum sein!"

Bei ’Death House’ (der deutsche Titel wird nur durch den originalen - ’Sorority House Massacre’ - in Sachen Subtilität getoppt) handelt es sich um ein ’Halloween’-Rip Off der peinlich dreisten Art.
Ein Ausflug der jungen Studentin Beth samt Clique in ein Verbindungshaus, bringt schlimme Erinnerungen im voluminös frisierten Köpfchen der Studentin an die Oberfläche. Von Visionen und Alpträumen geschüttelt und gerührt, versucht sie die Ursache für ihre Umstände herauszufinden und stößt dabei auf die Geschichte eines Killers, der vor Jahren hier seine gesamte Familie getötet hat. Der irre Schlitzer sitzt jetzt, 13 Jahre später, in einer Anstalt um die Ecke und bekommt ebenfalls übernatürliche Signale unter die Fontanelle gebröselt, als Beth das Haus betritt. Denn dieses Haus war einst ihr gemeinsames Heim und er selbst ist niemand anderer als Beth’s Bruder. Der will jetzt sein Werk vollenden und muss sich zunächst durch eine Vielzahl Haarspray-gestärkter College-Heinis häckseln…

"Oh shiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiit!"

“Mit sowas könnt ihr vielleicht bei Halloween Aufsehen erregen.“

Ja, kein Scheiß.
Der größte Unterschied zwischen ’Death House’ und ’Halloween’ ist, dass die Protagonistin sich nicht an die Ereignisse ihrer Kindheit erinnert und der Killer nicht zu ihr, sondern sie zu ihm kommt. Das und die Tatsache, dass im Gegensatz zu John Carpenters Klassiker hier keinerlei Spannung, darstellerisches Talent oder irgendwelche Schauwerte jedweder Art vorhanden sind.
Zurecht geföhnte Schauspiel-Nieten tummeln sich in Bekleidungs-Montagen zu bralliger Saxophon-Musik, kreischen später zu dumpfen Synthie-Rythmen und schlagen sich mit blutenden Wänden und Halluzinationen aus dem Sparflamme-Ofen herum, während sie von einem Killer gehetzt werden, dessen Aufmachung und Methoden nicht uninteressanter sein könnten.
Dass wir die unterhaltsamsten Momente des Films tatsächlich Ausschnitten aus Cormans ’Humanoids from the Deep’ zu verdanken haben, der kurz als ’Film im Film’ über die Glotze des Verbindungshauses flimmert, sagt mehr als jedes Fazit.

Die Pfanne hat'n Loch (oder so)

Trotzdem Fazit: Bad Hair meets Bad Acting, ergänzt durch gähnende Langeweile, die plumpsten Kills der Slasher-Geschichte und eine miese deutsche Synchro. Rest: Siehe einen Absatz weiter oben.


Hudson