Dead Snow


‘Ein! Zwei! Die! ’


Originaltitel: Død snø (2009) FSK: Keine Jugendfreigabe
Regie: Tommy Wirkola Drehbuch: Stig Frode Henriksen & Tommy Wirkola
Darsteller: Vegar Hoel, Stig Frode Henriksen, Charlotte Frogner


Links, zwo, drei, vier, links, zwo, drei, vier. Nazi Zombie Kommando halt! Wetzt die Klauen! Poliert die Beißer! Auf zum Angriff auf norwegische Almdudler! Marsch, Marsch!

Oder wie es die (Original)Tagline sagt:
’Ein! Zwei! Die!’ *räusper*
So schallt der kerndeutsche Ruf durch die schneebedeckten Gipfel eines skandinavischen Gebirges, in dem einst, so erzählt es die Legende durch den Mund eines Exposition-Märchenonkels, eine Nazi-Brigade aus richtig gemeinen Hunden und fiesen Schweinen stationiert war. Also im Gegensatz zu all den lieben und netten Nazis, die überall anders in Europa ihren Dienst schoben.
Genau hierher verschlägt es die klassische Gute Laune-Mischpoke junger Medizin-Studenten, die in Filmen dieser Art früher oder später immer in einer kuscheligen Hütte aufschlagen, eine Runde Spaß haben und bald Stück für Stück in ein blutiges Schlamassel übernatürlicher Art hinein aprés-skien…

“I have a question. How many movies begin with a group of people going on a trip without a cell phone reception.“
“Friday the 13th.”
“They didn’t have reception because they didn’t have cell phones”
“Evil Dead 1 & 2?”
“Yes sort of. Except that many count the sequel as a remake with a bigger budget.”

Jesses, zum allerletzten Mal, Leute: ’Tanz der Teufel 2’ ist kein Remake, sondern eine Fortsetung mit verlängertem und leicht abgeänderten Prolog.
Und zur Frage des norwegischen Studniks: Zu viele Filme beginnen genau so. Und leider halten es mittlerweile auch viel zu viele Filmemacher für nötig, immer mehr Filmzitate in ihre Werke einzubringen, um den Mangel an Originalität beim Skript und den Charakteren zu kompensieren.

Keine Angst, die sind zum Sterben da.
Vom Fettsack, dem das ’Braindead’ T-Shirt subtil über die Männertitten quillt, bis zur Behauptung einer der Damen, ’April Fools Day’ wäre ein echter Klassiker (yeah right), gibt’s hier Horrorfilm-Referenzen satt. Nur, dass die Übersättigung zu schnell einsetzt. Sieht man von der erzählerischen Einfallslosigkeit und den genre-typischen Schablonen-Figuren ab, bietet ’Dead Snow’ zuweilen brachial amüsante Splatterkost mit derben, überzeugenden Effekten. Nachdem das klischeehafte Setup abgearbeitet ist und die gekonnt maskierten ’Nazi Zombies from underground’ an die Oberfläche gekrochen kommen, schaltet der Film ein paar Gänge hoch und bietet neben dem obligatorischen Hüttenkoller ein paar sehenswerte Szenen leiblicher Verwüstung, inklusive Gedärm-Bergsteigen, Schneemobil-Splatter und Zombie-Schnetzel-Finale. Und natürlich kommt in dieser Art Film irgendwann eine Kettensäge zum Einsatz. *
Allerdings weiß man bei ’Dead Snow’ bis zum Schluss nicht, ob man nun in einem ernstgemeinten Horrorschocker oder in einem Funsplatter-Flick steckt. Die Figuren sind zu flach, die Stimmung zu albern, die Gags nicht witzig genug. Überhaupt hat man das alles schon einmal woanders ganz ähnlich gesehen. Und zwar öfter, als es den meisten lieb sein wird.

"Uuuuh, schaut her! Ich bin ein intelligenter Zombie,
der weiß, wie man ein Fernglas benutzt, uuuuuh."

Während der Film sporadischen Horrorfilm-Konsumenten aus dem lokalen Multiplex und den ewig jaulenden Gorehounds ein Grinsen ums andere aus der Visage reißen wird, schauen erfahrene Horror-Haudegen mit Anspruch auf kreative Eigeninitiative von Seiten der Macher hier in eine weiß-rote Röhre aus Schnee und Gekröse. ’Dead Snow’ ist bestensfalls solide Gedärm-Unterhaltung für Zwischendurch, muss sich aber hinter all den anderen Wannabes einreihen, die seit eh und je vergeblich versuchen, einen Platz in der Ruhmeshalle seines Faches zu ergattern.



*

Klar oder?














Hudson