Deadly Games


‘Only He Will Hear Your Scream!’


Originaltitel: Deadly Games (1982) Regie & Drehbuch: Scott Mansfield
Darsteller: Jo Ann Harris, Sam Groom, Steve Railsback FSK: ungeprüft


"Hallo?"
"Lindaaaa…"
"Hallo."
"Ich liebe deine rote Bluuuse… öchz… keuch… röchel."

Scharfe Messer
Die gute Linda braucht sich gar nicht zu wundern, dass der perverse Killer aus ’Deadly Games’ sie zum ersten Opfer erwählt. Wer sich nachts auf der Veranda vor allen Eichhörnchen den BH abschnürt und sich im Mondlicht lustvoll an den Brüsten herumspielt, der ist als Mordopfer einfach prädestiniert. Jedenfalls in Horrorfilmen.
Lindas Schwester Keegan (Keegan!) ist erschüttert, verkuckt sich aber recht schnell in den ermittelnden Cop Roger, einen Vietnam-Veteranen und Kumpel des reichlich irren Filmfreaks Billy (ebenfalls Vietnam-Veteran und Fan von Horrorfilmen), mit dem er nach Feierabend gerne ’Das Monster vom Spukschloss’ kuckt (hey, ich zitiere hier nur) und anschließend ein doofes Brettspiel zockt. Als immer mehr weibliche Bekannte von Linda vom hechelnden Killer aus Szene eins umgebracht werden, kommt es zum unfreiwilligen Highlight des Films: Einer Montage, in der die drei Protagonisten zu einem widerlich schmalzigen Popsong Bierbüchsen leeren, Brettspiele zocken, durch den Park huschen und sich auf der Schaukel anschubsen. Anschließend fragt die Keegan den Roger, ob er rein gehen und mit ihr schlafen will…

"Wie heißt’n der Film da?"
"Das Horrorleben des Grafen Dracula."
"Oah, hört sich ja Klasse an."

Doofe Spiele
Was für einen Film haben wir hier eigentlich? Und überhaupt, wie kam ausgerechnet der in meinen Besitz? Ich hab doch sonst immer so ein gutes Gespür für perfekt inszenierte Unterhaltung. Warum ziehe ich mir jetzt Stinke-Schinken wie ’Deadly Games’ rein?
Die Antwort kennt vielleicht der dicke Videothekar, der mir einst zwei riesige Videokisten mit je fünfzig Tapes andrehte und beim Anblick meiner grinsenden Fresse und meines Händereibens nur mitleidig dreinblickte. Der gleiche Blick, der mich beim Abarbeiten diverser Horror-Schlocker in letzter Zeit immer wieder ereilt.
Aber genug von meinen Sehgewohnheiten (man will sich dem Leser ja auch hin und wieder mal erklären). Zurück zur eingangs erwähnten Frage: Was ist ’Deadly Games’?
Jedenfalls ist er zu blutleer für einen Slasher und zu uninteressant für einen Whodunit-Thriller. Wer hier der Killer ist, weiß man sobald die Person ohne Skimaske das erste Mal vor die Kamera getreten ist. Und dessen uninspirierte Kills hätten selbst Derrick keine Zuckung aus dem Tränensack gelockt.
Steve Railsback (’Insel der Verdammten’) ist das einzige, das in Deadly Games’ halbwegs anschaubar ist. Aber das interessiert (ganz grob gesagt) keine Sau, außer vielleicht Steve Railsbacks Fanclub (hi, guys). Doch selbst die müssten nach dem Finale, das dem Zuschauer hier zugemutet wird, ihre Scham offen zur Schau tragen. Was für ein Kappes…

Naja... immerhin... oder?


Hudson