Deadly Angels


‘Sie leben nach eigenen Gesetzen
- Gewalttätig und zerstörerisch’


Originaltitel: Five Deadly Angels (1983) Regie & Drehbuch: Danu Umbara
Darsteller: Yatti Octavia, Lydia Kandou, Debbie Cinthya Dewi FSK: ungeprüft


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Es gibt Filme, die sind wirklich nicht leicht durch eine Rezension einzufangen. Wo fängt man an, wo hakt man nach, was kann man da rausfiltern und muss das jetzt überhaupt sein? Dann gibt es Filme wie ’Deadly Avengers’, wo man gleich den ersten Dialog als Beispiel bringen kann, um auf simple Art und Weise dem Leser zu verdeutlichen, wo die Sau die Zitzen hat:

“Ehehe. Hallo, Hardi.“
“Yanti, ich freu mich riesig, dich zu sehen. Du kommst im richtigen Augenblick. In ein paar Minuten bin ich mit meinem Experiment fertig.“
“Im Ernst oder machst du Witze? Bei dir weiß man nämlich wirklich nie, woran man ist, du altes Schlitzohr.“
“Ich hab’s geschafft, wenn ich’s dir sage. Es gibt viel zu tun. Lassen wir’s sein. Du siehst gut aus, ich freu mich dass du hier bist.“
“Schmeichler.“
“Nein, nein, ehrlich.“
“Dass dir dein Experiment gelungen ist, das finde ich ganz toll. Du bist wirklich ein Riesentyp.“
“Danke.“

Bitte. Seht ihr? War ganz einfach. Wir haben sofort einen Überblick über Plot, Charaktere, Stimmung und das Dialog-Niveau, das uns nicht lange Zeit lässt und gleich in die Vollen geht:

Zur Erklärung: Das ist ein Stunt!

“Ich habe eine Formel ausgearbeitet für einen hochbrisanten Sprengstoff. Wenn ich die verkaufe bin ich ein reicher Mann. Ich werde sie unserer Regierung zum Kauf anbieten, denn meine Entdeckung darf nur zu friedlichen Zwecken benutzt werden. Wenn nämlich diese Formel in die falschen Hände gerät, dann würde sie demjenigen, der sie in seinen Besitz bekommt zu ungeheurer Macht verhelfen. Mit diesem neuen Sprengstoff kannst du den höchsten Berg wegpusten und es bleibt nichts mehr von ihm übrig. Seine Handhabung ist leicht und fast jeder halbwegs intelligente Mensch kann damit umgehen. Diese Tatsache macht mir Angst. Deshalb werde ich diese Formel auch nicht zu Papier bringen, sondern sie vorerst nur in meinem Gehirn speichern.“

Na dann kann ja nix mehr schief gehen. Hmmmm… es sei denn, jemand (böse Mächte beispielsweise) schneiden dem guten Hardi die Rübe ab und extrahieren die Formel mit einer außerirdischen Mentalsaugpumpe.
Aber nein, dazu kommt es leider nicht. Immerhin lässt ihn das lokale Schurkenchefchen Mr. Broto (angeblich Staatsfeind Nr. 1) von seinen schwachköpfigen Schergen mitsamt seiner Freundin Yanti entführen und in sein Gangster-Hideout einsperren:

“Falls sie nicht schlafen können, Doktor, vergnügen sie sich mit der Kleinen. Ist ’ne Möglichkeit.“
“Ohne sie wär er darauf nie gekommen.“
“Darum geb ich ihm ja den Tipp.“
“Der Kerl ist ja total vom Wahnsinn umzingelt.“
“Tja und sowas verbraucht Sauerstoff.“
“An ihnen vergreif ich mich nicht, weil sie das Temperament einer Schlaftablette haben. Und jetzt haut euch auf’s Ohr und KEINE ZICKEN!“

Und noch ein Stunt

Mr. Brotos Plan ist Hardi sofort klar:

“Und wenn sie mich töten, ich würde ihnen niemals meine Formel preisgeben. Sie würden sie nur zu verbrecherischen Zwecken benutzen.“
“Seien sie nicht albern.“

Für Albernheiten ist nämlich später noch genug Zeit. Zum Beispiel als Yanti und Hardi fliehen können, aber getrennt werden und das Mädel einem schmierigen Seitenstraßen-Gigolo vor den Kühler springt:

“Auf dich flieg ich doch glatt.“
“Zisch ab, Mann.“
“Komm, zier dich nich so, ich geh mit dir in die Vollen.“
“Verschwinde oder ich reiß dir die Ohren ab. Dann siehst du anschließend aus wie ’ne Taschenuhr.“

Glücklicherweise cruist genau in diesem Moment die fesche Anita in ihrem Flitzer vorbei und wird Zeuge der unverschämten Anmache:

“Ich glaub ich steh im Wald und die Rehlein sagen ’Du’ zu mir.“

Schon wieder ein Stunt

Nach einer zünftigen Abreibung treten die beiden Damen vereint auf’s Gaspedal und holen sich nach der Rettung von Yantis Mutti und einer heißen Verfolgungsjagd (“Ich geh kaputt. Gehst du mit?“ “Ungern.”) Unterstützung in Form der heißen Armbrustschützin Lydia, mit der sie erst einmal in ein Restaurant abdüsen, in welchem sie von einem schwulen Afro-Kellner bedient werden:

“Hallo, hallo, ihr Süßen, immer reinspaziert. Ihr habt euch ’ne lange Zeit bei mir nicht sehen lassen, ihr Bösen, Bösen.“ […]
“Der ist so warm, dass er mit der flachen Hand ’ne Hose bügeln kann.“

Der Schuppen scheint eine Art Treffpunkt für Arschtrittweiber zu sein, denn kurze Zeit später tauchen hier sowohl Lydias dicklich-tolpatschige Assistentin:

“Sie hält mich wahrscheinlich für so blöd, dass ich ’nen Einweiser brauche, um durch die Tür zu kommen. Aber soweit bin ich noch nicht, dass ich Eierkohlen rund lutsche.“

… als auch die Kung Fu-Supermieze Lulu auf. Letztere nutzt die Zeit bis zur Bestellung gleich, um eine einfallende Rockerbande im Alleingang zusammen zu falten.

Freilich ist auch das immer noch lediglich Erwärmung, denn bei Deadly Avengers’ gibt’s geballte Girlpower, gepaart mit gesalzenem Geseier en gros. Dazu ein paar unglaublich dämliche Schurken, amüsante ’Pack die Krabbe in den Hosenstall’-Foltereien, heiße Verfolgungsjagden über Indonesiens Feldwege, Kinder-Hörspielsynchronstimmen mit Rainer Brandt-Affinität, Sex, Sprengstoff und ausgestopfte Krokodile und fertig ist ein Trashfestival asiatischer Faxen-Faustsprache.

Und hier schließlich vier der fünf Tödlichen Engel beim Badeurlaub

Noch kürzer gesagt: Irre Stunts, irre Sprüche, irrer Shit. Alberne Actionfans müssen hier sowas von zugreifen, dass sie eigentlich vier Hände dafür bräuchten. Wer hier nicht mitlacht, dem dürfte auch sonst nicht viel Spaß machen. Oder um es mit Anitas unsterblichen Worten zu sagen: “Verbittert ist der Kakadu, sagt man zu ihm: Du Kacker, du!“


Hudson