Dead Daughters


‘Be Good or Die’


Originaltitel: Myortvye docheri (2007) Regie & Drehbuch: Pavel Ruminov
Darsteller: Yekaterina Shcheglova, Mikhail Dementyev FSK: ungeprüft


Es war einmal in Russland zur Zeit der gruseligen Schwarz-Weiß-Fotografien, da ertränkte eine Mutter ihre drei Töchter, woraufhin sich deren Geister verselbstständigten und als allererstes mal Mama aus dem Leben beförderten. Doch weil man ja nun die Möglichkeit hat und der Rachedurst natürlich noch lange nicht gestillt ist, wird der Fluch auf alle ausgeweitet, die vom Schicksal der Familie erfahren. Die einzige Chance lebend aus der Sache rauszukommen, ist sich 3 Tage lang nichts zu Schulden kommen zu lassen.

Diese Story bekommt Vera von einem allem Anschein nach total verrückten aufgetischt, der eines Tages mitten auf der Straße in ihr Auto springt und dort panisch Schutz sucht.

Die russische Jugend: Ein Quell
von Freude und Lebenslust
Beim abendlichen Zusammensein mit der Clique erzählt sie die vermeintlich harmlose Gruselgeschichte.
Als Vera am nächsten Morgen tot in ihrer Wohnung aufgefunden wird, beginnen die Freunde doch langsam an einen Fluch zu glauben.
Aber was ist nun in den nächsten 72 Stunden zu tun, in denen nichts regelwiedriges geschehen darf? Ist Rauchen oder Alkoholgenuss schon ein Grund, getötet zu werden? Und was ist mit Pornos und Computerspielen? Reicht es, sich die 10 Gebote aus dem Internet runterzuladen und aus allem Auffindberem Kruzifixe zu basteln?
Oder ist sowieso alle Vorsicht vergebens und man sollte so richtig provozieren, um es schnell hinter sich zu bringen?
Jeder aus der Clique hat sich so seine eigene Überlebensstrategie entwickelt und da ich sowieso nicht empfehlen werde, den Film zu gucken, kann ich ja schonmal verraten, dass es alles nichts nützt.

Augen auf und durch
Die Story an sich klang eigentlich ganz nett und hätte sicher auch einiges an Komik hergegeben, doch leider nimmt man sich hier viel zu ernst und versucht, einen Mystery-Horror à la Dark Water daraus zu machen, was grandios nach hinten losgeht.
Da gibt es bleiche Mädels mit großen, dunklen Augen und strähnigen, schwarzen Haaren, knarrende Türen und grusliges Gekicher und alles schreit nur so nach gewollter und nicht wirklich gekonnter Nachmache.
Die Handlung verläuft zusammenhangslos und wirr und Sympathie für die Charaktere ist im Konzept auch nicht wirklich vorgesehen.

Wem das noch nicht reicht… hier kommt noch mehr: Was im Programm des FantasyFilmFests ('07) als „bestechende Scope-Skizzen“ und „kunstvolle Melange aus fiebrigem Verfolgungswahn und flackerndem Irrwitz“ angepriesen wird, entpuppt sich als grobkörnige Wackel- und Schaukeltour durch triste, graue und schlecht beleuchtete Moskauer Plattenbauten.
Damit sollte wohl eine düstere Atmosphäre aus panischer Angst vermittelt werden aber es nervt einfach nur.
Wer mal einen Film guckt, dabei die Brille abnimmt und durchgehend blinzelt, kann sich den Effekt ungefähr vorstellen.
Zu den Schauspielern bleibt nicht viel zu sagen, sie sind ziemlich blass und schaffen es auch nicht, Interesse zu erzeugen.

Du sagst es!

Alles in Allem ist „Dead Daughters“ also ein missglückter Versuch, eine durchaus ansprechende Grundidee durch optische Spielereien zu einem außergewöhnlichen Filmerlebnis zu machen.


Leone