Die dunkle Macht des Sonnengottes


‘The powerful story of one man's quest for the greatest prize of all’


Originaltitel: I sopravvissuti della città morta (1983) Regie: Antonio Margheriti
Drehbuch: Giovanni Paolucci & Giovanni Simonelli
Darsteller: David Warbeck, John Steiner, Susie Sudlow FSK: 12


“I can assure you, if the scepter fell into the wrong hands, it would be a serious threat to the whole west. You’re a trump. You must find it to prevent stabilization. “

Ladies & Gents, Mr. John Steiner
Als Dieb und Abenteurer Rick Spear (David Warbeck) vom wohlhabenden Lord Dean (John Steiner) den Auftrag erhält, ein geheimnisvolles Zepter zu suchen, ahnt er noch nicht, in wie viele Schwierigkeiten er sich damit bugsieren wird. Das Zepter wird im Tempel des Sonnengottes vermutet, jenem Ruheplatz von König Gilgamesch, der alten sumerischen Brandkanne. Auf dem Weg dorthin gilt es, allerlei Gefahren zu überstehen, Männer mit Wasserschläuchen von ihren Motorbooten zu spritzen, Modellwüsten zu überfliegen und den Schurken des fiesen Scheichs Abdullah, der ebenfalls nach dem Zepter giert, vor den Turban zu hauen…

“Look, there is a strange mountain, shaped like a swastika. If Hitler had seen that, he would have made this desert his domain.”

Ich mag preiswerten B-Movie-Schund, wie der nächste Depp äh Mann, aber was uns Italiens Genre-Meister Antonio Margheriti (’Raumschiff Alpha’) mit ’Ark of the Sun God’ (Originaltitel) für die Füße wirft, ist mehr als blass. Das macht sich schon im ersten Drittel bemerkbar, in welchem der Plot durch lustlose James Bond/Thriller-Versatzstücke, eine unnötig langgezogene Einführung des Helden im ’Hasch mich, ich bin der Dieb’-Gewand, ewiges Entführungs-Hin und Her von Spears Freundin, eine alberne Abhörszene und eine leidlich amüsante Verfolgungsjagd durch Istanbul lahmt.

Aus dunkler Macht, der Knilch erwacht
... ey, Staublocke ... aufstehen!
Ab der zweiten Hälfte wird dann gnadenlos bei ’Indy’ geklaut. Hier zeigt der Film allerdings auch seine unterhaltsamste Seite. Der robuste Charme handgemachter, vernebelter und rot beleuchteter Tempelsets, die im Finale aus den Angeln kippen, wird am B-Movie-Freund nicht abperlen.
Abgesehen von den Szenen, in denen John Steiner (’Sinbad - Herr der Sieben Meere’) mit verliebtem Blick auf David Warbeck (’Jäger der Apokalypse’) starrt, welcher ihn liebevoll “you smarmy bastard“ nennt, gibt es hier kaum etwas zu schmunzeln. Kosenamen werden übrigens im Minutentakt verteilt. Steiner nennt Warbeck ununterbrochen “old chap“, Warbeck nennt seine Freundin “Pussycat” und seinen dicken Kontaktmann “the John Travolte of Istanbbul.“
Warbeck, Steiner und der liebenswerte Vollbart-Fuzzi Luciano Pigozzi (’Der Kampfgigant’) versuchen immerhin, aus ihren Rollen etwas zu machen. Zu dumm, dass ihnen Budget und Drehbuch dabei kein bisschen entgegen kommen. Der obertrashige Titelsong ’Something something adventure’ übrigens auch nicht.

Ganz recht, Frauen und Vollbärte auf die rechte Seite!

’Die dunkle Macht des Sonnengottes’ hatte keinerlei nennenswerte Wirkung auf mich. Suchende auf der Jagd nach mächtigen Genre-Perlen aus dem Abenteuer-Sektor brauchen hier nicht zu verweilen. Das ist nicht der Film den ihr sucht. Ihr könnt passieren. Weitergehen.


Hudson