Das Nest


‘Roaches have never tasted flesh... until now. She's just an appetizer.’


Originaltitel: The Nest (1988)
Regie: Terence H. Winkless Drehbuch: Robert King
Darsteller: Robert Lansing, Lisa Langlois, Franc Luz FSK: 18


Hach, ’Das Nest’, wieder eines dieser klassischen Videotheken-Cover, vor denen man als Teenager nicht lange verweilte, sondern gleich zugriff. Bei uns gab’s damals drei Arten von Filmen: 5 Mark über Nacht, 4 Mark über Nacht und 3 Mark über Nacht. Jetzt ratet mal, für wie viel Zaster ’Das Nest’ über den Ladentisch ging? Genau. Aber hey, schließlich musste man damals übers Wochenende kommen und zu zweit mit je 5 Mark in der Tasche kam man am weitesten, wenn man drei billige Filme abgriff.

"Hands off. I'm a scientist."

Die Story ist dieselbe wie in dutzend anderen Tierhorror-Schinken:
Eine gewissenlose Firma veranstaltet auf der kleinen Insel Nortport suspekte Experimente, welche die Kakerlaken-Population aggressiver und hungriger auf menschliches Fleisch macht. Muss ich wirklich mehr erzählen? Also schön: Der örtliche Sheriff, ein Kammerjäger und eine Journalistin stellen Nachforschungen an und kommen allmählich hinter das Geheimnis um die Agro-Schaben. Dummerweise steckt der Bürgermeister ebenfalls mit in der Geschichte und erschwert den Protagonisten die Untersuchungen… Ja, ich weiß, dass alles haben wir schon 1000 Mal gesehen, aber wartet‘s nur ab, denn nachdem die ersten Menschen verknuspert wurden, scheinbar nichts die Biester stoppen kann und die Lage auf der Insel langsam brenzlich wird, kreuzen sich die Schaben mit ihren Opfer zu öh nun ja… Schabutanten!

"Runter von meinem Wassergrundstück!"

“INTEC-Industries.“
“Hier ist Johnson.”
“Mr. Johnston?“
“Nein, ohne ‘t’.”
“Schön, Mr. Johnson.”
“Jaaaaaa…“

Also schön,ganz billig ist ’The Nest’ dann trotz der preiswerten Leihgebühr doch nicht gewesen. Die Effekte sind tatsächlich ekelhaft gut und wer schon immer eine miauende Riesenschabe sehen wollte, der kommt eh nicht um den Streifen herum.
Die akzeptablen Darsteller bringen das zwischenmenschliche Trara mit all seinen Dreiecksbeziehungen und Sünden der Väter recht gekonnt an den Mann und auch die Spannung kommt nicht zu kurz. Während sich die erste Hälfte des Films in den urtypischen Tierhorror-Klischees suhlt, geht danach die wilde Mutations-Luzi ab. Deformierte Krabbelbiester, eine nette Brundlefly-Kopie und schleimige Embryosäcke des Grauens prägen das Bild, durch das sich unsere Helden kämpfen (unter anderem ein recht amüsanter Kammerjäger namens ’Homer’) müssen.

Miau

Roger Cormans Ehefrau Julie (’Samstag der 14.’) produzierte mit ’Das Nest’ einen weiteren, alles andere als bahnbrechenden, aber im letzten Drittel nach vorne preschenden Insekten-Schocker mit wunderbar widerlichen Effekten und nicht viel mehr.

Hudson