Das Gehirn


‘Dieser Film sollte als Warnung verstanden werden!’


Originaltitel: The Brain (1994)
Regie: Ed Hunt Drehbuch: Barry Pearson
Darsteller: Tom Bresnahan, Cynthia Preston, David Gale FSK: 16


Viel Gehirn - Wenig Köpfchen
Jim ist ein echter Lausbub in Lederjacke, was ihm in der Schule nichts als Ärger einbringt. Nach einem Sodium-Attentat auf das Schulklo, verdonnert ihn der Rektor in die Obhut des Psycho-Fuzzis Dr. Blake, der sogar eine TV-Show im lokalen Fernsehen hat. Und wer im Fernsehen ist, der hat immer Recht. Blake soll das Sozialverhalten der Teenager am Rande von Sex, Drus & Rock’n’Roll zu Vernunft, Keuschheit und Bigotterie zurückbringen. Das glaubt jedenfalls die Öffentlichkeit. Doch die Wahrheit kommt mit der hässlichen Fratze eines riesigen Gehirnes, das im Keller von Blakes Forschungsanstalt Psychowellen in die Stadt hinaus schickt, welche die Kids zu Hypno-Mördern werden lassen. Das Gehirn labt sich an den Gräueltaten und wird immer stärker. Doch Jim widersteht der Hypnose des Monstrums und versucht seine Stadt wachzurütteln…

“Hey, der sieht aus wie der Irre aus der Zeitung.“
“Hm, die Weißen sehn doch eh alle gleich aus.“

Snackman - Son of Pacman
’Das Gehirn’ würde gerne ein fetziger Horrorstreifen mit Humor, Atmosphäre und guten FX sein, so wie einst ’Re-Animator’. Zu dumm, dass ausgerechnet auf dem deutschen Tape vorneweg die Trailer zu ’Der Blob’ und ’Critters 2’ (beide ebenfalls 1988 erschienen) lauern. Beide wiegeln den Zuschauer in genau eine solche kultige Stimmung, die ’The Brain’ (Originaltitel) einfach nicht halten kann. Gegen diese Konkurrenz kann der Film nur abkacken. Fäkal wird’s schon beim titelgebenden Monster, das als Mischung zwischen Schauergebiss und überdimensionalem Bonbon aus Wurst daher kommt. Das Vieh sieht aus, wie auf einen Wasserball gespannt und schießt happahappa-mässig auf seine Opfer zu. Zum Warm-Up kommen zwischendurch ein paar züngelnde Tentakel vorbei und anfangs drohen Gummihände aus der Wand, die aussehen die Pranken von Zuuhl (ihr wißt schon, der Silberlöwe aus ’Ghostbusters’). Nichts, was über ein abnickendes ’Ganz okay’ hinausgehen würde. Trashfans werden bei den FX und einigen witzigen Mansch & Mampf-Szenen ihren Spaß haben. Der paranoide Grundton wird recht gut rübergebracht, läuft sich letztlich aber mit dem ewigen Rumgehetze des Protagonisten tot. Gespielt wird dieser von Tom Bresnaha, der aus dem TV-Sumpf kam und genau dahin wieder verschwand. An seiner Seite ist Cynthia Preston zu sehen, die im gleichen Jahr bei ’Pin’ noch eine wesentlich eindrucksvollere Leistung zeigte. David Gale (’Re-Animator’) spielt mal wieder den irren Wissenschaftler, verliert einmal mehr seine Rübe und ist nicht mal damit etwas Einzigartiges in ’The Brain’. Same shit, different film.

“Hör auf dich zu wehren,.. Die Hypnowellen zerstören dich sonst!“

Kann irgendjemand erkennen, ob die Teens
das Ding jetzt auslachen oder sich fürchten?

Fazit: ‘Dieser Film sollte als Warnung verstanden werden!’ rödelt die Tagline. Stimmt nicht. In keiner Hinsicht. ’Das Gehirn’ ist ganz nett. Nicht überragend. Kaum erwähnenswert. Muss ich fortfahren? So lala, wa?


Hudson