Dangerous Seductress


‘Sleep with her… and you sleep forever’


Originaltitel: Dangerous Seductress (1995) Regie: H. Tjut Djalil
Drehbuch: H. Tjut Djalil & H.R. Spring
Darsteller: Kristin Anin, Tonya Lawson, Joseph Cassano FSK: unbekannt


Indonesien, das Land der begrenzten Möglichkeiten, der begrenzten Schauspielkünste und der grenzdebilen Drehbücher. Wahrscheinlich hätte kein anderes Land Perlen wie "Jaka der Rebell", "Ferocious female Freedom Fighters", "Blind Warrior", "Mystics in Bali" oder gar "Lady Terminator" hervorbringen können. Gerade die beiden letztgenannten, komplett durchgeknallten Perlen der Filmgeschichte, denn die gehen ebenfalls auf das Konto von H. Tjut Djalil, eben jenem Herrn, der 1992 mit "Dangerous Seductress" ein beachtlich trashiges Spätwerk vorlegte.

Angeschmiert und harpuniert

Das fängt schon beim Titelsong an, denn wir alle wissen spätestens seit "Hard Ticket to Hawaii", dass Filme, die über einen Song verfügen, dessen Refrain immer wieder den Filmtitel aufs ausbeuterischste wiederholt, einfach grandios sein müssen.

On ancient Wiiiings, the Queen of Darkness comes,
a maad dog hoowls, the night burns bright
THE MIRROR NEEEVERRR LIIIIIIEEES...
SHEEEE'S A DANGEROOOOOOOOOOUS SEDUCTRESSSSS!
SHEEEE'S A DANGEROOOOOOOOOOUS SEDUCTRESSSSS!

Und tatsächlich, schon die ersten 10 Minuten rechtfertigen den Kauf dieses Knallers auf sofortigem Wege. Eine Verfolgungsjagd zwischen Gangstern und Cops durch das nächtliche Jakarta findet ein jähes Ende für die Gangster.

Nein, sie spuckt kein Blut...
Sie SAUGT es!!!
Die rosa (!!!) Karre überschlägt sich diverse Male (cooler Stunt übrigens) und bleibt schließlich liegen. Ein abgetrennter Arm fliegt durch die Wucht des Aufpralls aus dem Auto, landet im Gras während ein großer Glassplitter angeflogen kommt und und seinen Finger samt Ring abschneidet. Dieser Finger hüpft (ja, er hüpft!!!) nun durchs Gras und in eine silberne Schatulle. Dadurch wird die Königin der Dunkelheit zu neuem Leben erweckt, deren Skelett jetzt durch die Erdoberfläche bricht. Durch das Blut vom Autounfall erhält der zerfallene Körper wieder eine Form und lässt die noch halb skelettierte Queen auferstehen (Eine unglaublich schlechte Schauspielerin übrigens!). Sie stellt fest, dass ihr da noch diverse Körperteile fehlen, während just in diesem Moment ein Schäferhund angetappst kommt und ihr erst mal das blutige Skelettbein anknabbert. Prompt kloppt sie dem armen Vieh die Rübe weg und fängt das herausschießende Blut mit dem Mund auf... schaha, wundervoller Reverseshot übrigens.

Suzy ist ein hübsches Mädel, wird allerdings übelst von ihrem Freund misshandelt. Nachdem er sie wieder einmal schlägt und vergewaltigt, entschließt sie sich zu ihrer Modelschwester in Jakarta zu fliegen. Die wohnt übrigens direkt neben der Stelle, wo zuvor die Queen of Darkness wiedererweckt wurde und zuuuufällig bekommt sie von einem mystizismusbegabten Freund ein Buch über alte südostasiatische Mystik und Hexerei. Als Suzy dann allein bei ihrer Schwester daheim langweilig wird, hat sie nichts Besseres zu tun als lauthals irgendwelche finsteren Beschwörungen zu intonieren, woraufhin ihr auch prompt die Queen im Siegel erscheint - schwupps - besessen.

Ich hab's euch ja gesagt...
ein hüpfender Finger
Schon sind Suzys noch eben deutlich erkennbare blaue Flecke im Gesicht verschwunden, der Titelsong erklingt, sie sucht sich 'nen scharfen Fummel aus Schwesterchens Schrank und geht auf Männerfang, denn die Queen dürstet es nach Bluuuuuuuut. Die Kerle liegen ihr scharenweise zu Füßen, genug Material also, um die Forderungen der Königin der Dunkelheit zu erfüllen. Denn es lockt ewiges Leben, auch für Suzy.
Klingt ein wenig nach "Lady Terminator"? Yep! Nur diesmal ohne den Terminator Touch sondern eher ein wenig moderner Vampirmythos vermischt mit 'ner gehörigen Portion schwarzer Magie. Suzy wachsen sogar schicke Vampirzähne wenn sie ihre Opfer anfällt. Warum das so ist, wissen wir nicht, denn sie benutzt die Hauer eigentlich nie. Dazu dienen dann eher Fleischerhaken oder gar eine Harpune (glorious scene). Meistens ist es allerdings ihre telekinetische Kraft, die sie verwendet um ihre Opfer aufzuschlitzen.

Die Effekte sind für einen Film von 1992 teils zeitgemäß, teils dilettantisch, aber sehr oft einfach passend trashy. Ein wenig schade ist aber, dass wir, trotz viel nackter Haut, niemals auch nur einen einzigen Nippel zu Gesicht bekommen. Wenn Suzy komplett blank zieht, dann ist sie besessen und ihre sekundären Geschlechtsmerkmale sind von bläulichen Blitzen erhellt, was aber eigentlich auch amüsant genug ist. Im Finale werden natürlich wieder mal alle Register gezogen und es darf geblitzt werden, was das Zeug hält. Allerdings recht kurz.

Sie wirkt ziemlich angefressen.

Recht kurzweiliger Streifen... viel Spaß, Blut, unnütze Vampirzähne, Blitze… Kommt nicht ganz an Djalils Klassiker "Lady Terminator" ran (einer meiner Faves), aber doch ein ziemlich ordentliches Brett. Ich find's geil.


Goatscythe