Damned River


‘Der Kampf gegen den Fluß war nur
das mörderische Vorspiel des Todes’


Originaltitel: Damned River (1989) Regie: Michael Schroeder
Drehbuch: John Crowther & Bayard Johnson
Darsteller: Stephen Shellen, Lisa Aliff, John Terlesky FSK: 18


Dass eine Flußfahrt den Zambezi River in Zimbabwe hinab allerlei Gefahren bergen kann, ist selbstverständlich. Wenn die größte Gefahr jedoch im eigenen Boot sitzt und eigentlich als Führer fungieren soll, während man selbst keinerlei Ahnung von Terrain, Klima und Gegebenheiten hat, ist die Kacke am Dampfen.
Bei ’Damned River’ kommt es genau dazu, als drei junge Herren (u.a. der zweite ’Todesjäger’ John Terlesky) und eine Dame bei Ex-Söldner Ray ins Schlauchboot steigen und allmählich in dessen Privatfehde mit lokalen Bootsverleihern hineingezogen werden. Als Ray immer verrückter wird und auch vor Gewalt an seinen Kunden nicht zurückschreckt, geht der Kampf ums Überleben los. Für Protagonisten und Zuschauer.

Der Herr hier animiert zu folgendem Dialog:

"Oh Gott. Oh Scheisse. Dahinten ist’n Riesenkerl mit ’ner Riesenkanone. Der ist mindestens 2,50 Meter. Ich mach keine Witze. Der aus dem Comic ’Der Grobschädel-Wächter’."
"Jerry, wovon redest du da zum Teufel."
"Mensch, ich rede von Marvin Haglers hässlichem Bruder da oben. Ich hätte mir vor Schreck fast in die Hose gemacht."
[Alle lachen]
"Hey, habt ihr schon mal den Film ’Das nackte Opfer’ gesehen? Habt ihr schon mal ’Das nackte Opfer’ gesehen? Ich würde doch nicht fünf Minuten mit nacktem Arsch da rumlaufen, wenn eine Horde wilder Krieger darauf aus wäre, meinen Arsch aufzuspießen."

’Deliverance’ this aint...
aber die Hoffnung auf Erlösung
befällt den Zuschauer recht bald
Ja, aber eigentlich heißt der Film ’Der Todesmutige’ und ist ein Ausnahme-Abenteuer-Thriller. Doch zurück ans andere Ende des Qualitäts-Spektrums. Zu ’Damned River’, dem Film, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, ’Beim Sterben ist jeder der Erste’ nach Afrika zu verlegen (womöglich weil die Produzenten dort Urlaub machen wollten) und die irren Hillbillies gleich mit ins Boot reinzusetzen. In Form eines einzelnen braungebrannten Surferboys gone mad, der mit Dialog-Schoten der Marke "Wenn ich eine Faust sehe und es ist nicht meine, dann ist Derjenige so gut wie tot, ist das klar Perry Mason?" die Langeweile aufrüttelt.
Der uninspiriert gefertigte und mit Pseudo-Zivilisationskritik versetzte Film sinkt in die Untiefen aller Geschmacklosigkeiten, als der Irre schließlich die Frau in der Gruppe mit vorgehaltener Waffe vor den Augen ihres Freundes vergewaltigt. Genau diese Art von Szene, die mich normalerweise abschalten ließe, hätte ich nicht vom Ministerium für Filmgutachten einen Auftrag für lückenlose Aufklärung beschissener Filme erhalten.
Und beschissen ist ’Damned River’ von vorne (doofplappernde, unsympathische Protagonisten, denen man nicht einmal zwei Meter durch den Film folgen möchte) bis hinten (die über den ganzen Film hinweg platt vorbereitete Revenge).

Survival of the Dimwittiest

"Egal wer’s ist, er kriegt Ärger, wenn er was will von der alten Flussratte Ray."

Ärgerlich fürwahr, was man hier für einen unausgegoren Actiontrash der Abklatsch-Klasse hingezimmert und auf Video gebannt hat. Obwohl der Terminus ’Actiontrash’ viel zu gnädig ist, denn hier gibt’s weder Action, noch Albernheiten die zum Mit- oder Auslachen einladen. Nur 90 Minuten vergeudete Zeit, die ihr nicht zurück bekommen werdet.

Kleiner Tipp noch am Ende: Solltet ihr (Gott bewahre) jemals in eine solche Situation geraten, ladet den Mörder/Vergewaltiger/Psychopaten, nach dem ihr ihn entwaffnet und überwältigt habt nicht, ich wiederhole nicht wieder ins Boot ein, um mit euch nach Hause zu paddeln, nur weil ihr meint, euer moralischer Kompass gebietet euch das (und ihr zu Beginn des Trips Lord Byron zitiert habt).


Hudson