Cyclops


‘The Rise of CYCLOPS... Is the Fall of Rome!’


Originaltitel: Cyclops (2008) Regie: Declan O'Brien
Drehbuch: Frances Doel
Darsteller: Eric Roberts, Kevin Stapleton, Frida Farrell FSK: unbekannt


Neulich im Kolosseum...

Der Zyklop ist los!
Das einäugige Riesenvieh streunert im Lendenschurz (Anstand hat er ja!) durch die Wälder der römischen Provinzen und versetzt Bauern, Schäfer und Legionäre gleichermaßen in Angst und Schrecken.

Als Anheizer: Die Tanzmäuse
Um Ruhe zu schaffen, schickt Kaiser Tiberius (Eric Roberts) eine Legion unter dem erfahrenen Centurio Marcus ins Outback vor der Stadt. Nach einem kurzen, aber heftigen Kampf gelingt es den spinnerten Römern tatsächlich, das Biest zu bezwingen und einzusperren. Nachdem der Zyklop in die Stadt gekarrt und an den Pranger gestellt wurde, erwartet Marcus eine entsprechende Belohnung, wird von Tiberius und dessen rechter Hand Falco jedoch nur verhöhnt. Die beiden planen Niederträchtiges und schicken den tapferen Mann erneut in die Wälder, um geflohene Sklaven zu suchen. Als sich Marcus nach erfülltem Auftrag weigert, einen der Sklaven ans Kreuz zu nageln, wird er wegen Hochverrats festgenommen und vor die Wahl zwischen Tod und Kolosseum gestellt. Maxim… äh Marcus entscheidet sich für die Arena und hat dort mit dem Zyklopen eine Begegnung der dritten Art...

“You are six months behind schedule and 20000 denare over budget. Give me one reason, why I shouldn’t have you cruzified or beaten in the middle of the forum for everyone to see!“

Nein, das ist kein heimlich aufgezeichnetes Gespräch aus einem Geschäftsmeeting zwischen Produzent Roger Corman und Regisseur Declan O'Brien (’Rock Monster’), sondern tatsächlich ein ’Dialog’ aus ’Cyclops’, einer Co-Produktion des SciFi-Channels mit Cormans New Horizons-Schmiede.

Der Klassiker: Die Gladiatoren
Man kann sich ’Cyclops’ als eine Mischung aus ’Gladiator’, Cormans ’The Arena’ und einem Hauch King Kong vorstellen. Nur, dass der Affe hier aussieht wie die hünenhafte Anabolika-Version von Gollum, jedoch ohne den Feinschliff, die Renderqualität oder die Persönlichkeit von Wetas bestem Stück.
Während hinter den Kulissen ein lustlos inszeniertes Intrigenspiel gesponnen wird, gibt man sich in der Arena die ganz grobe Blutgrätsche. Saftige Schwertkämpfe halbnackter Kontrahenten gibt es genauso zu bewundern, wie Fütterstunden für das Titelmonster. Dabei sind rollende Köpfe, abgetrennte Gliedmaßen und spritzende Blutlachen keine Seltenheit. Die Ausstattung lässt bei der Kostümabteilung keine Wünsche übrig, die digitale Version von Rom ist jedoch genau so preiswert gezimmert, wie die eigentlichen Kulissen. Die unspektakulären Mini-Arenen ist man ja schon aus etlichen Corman-Produktionen gewohnt.
Eric Roberts scheint Spaß an der Rolle des hinterhältigen Cäsars zu haben und würzt seine Darstellung mit sardonischer Dekadenz, während Kevin Stapleton (’Carvers Gate’) in seinen besten Momenten (von denen es sehr wenige gibt) an eine schwammige, genervte Version von Nathan Fillion erinnert, zum Römer-Dasein jedoch sicher nicht auserkoren war.

Und die Hauptattraktion: Der Cyclops

“Don’t worry, citiziens. The cyclops never bites off more, then he can chew!“

‘Cyclops’ ist im Grunde billige Dutzendware, wie wir sie sowohl von Corman, als auch vom SciFi-Channel gewohnt sind, hat aber einen Sack voller Schauwerte, die Creature-Freaks und Arenen-Römer für 90 Minuten lang vor dem Schirm halten dürften. Naja... eventuell, gell.


Hudson