Cyborg Cop 3



Originaltitel: Cyborg Cop III (1995) Regie: Yossi Wein
Drehbuch: Jeff Albert & Dennis Dimster
Darsteller: Bryan Genesse, Frank Zagarino and Ian Roberts FSK: 18


Splosion Cinema predominantly presents...

Evelyn Reed, Reporterin und Modeopfer der Mittneunziger Hosenanzug-Bewegung recherchiert die neuesten Entwicklungen eines High Tech-Konzerns, in dem ein zwielichtiger Wissenschaftler unter Anleitung des Firmenbosses sportbegeisterte Collegebrote in robotische Killerwesen verwandelt.
Während einer praktischen Feld-Vorführung kybernetischer Ausdruckskunst überlegt Evelyn gerade, was an dieser Entwicklung faul sein könnte, da ertönt der Ruf: „Der Cyborg hat den Kameramann von Channel 5 getötet!"
Mehr angesäuert über den Verlust (gutes Personal ist so schwer zu finden), denn moralisch entgeistert murmelt die Dame etwas von "Das wirst du büßen!" und haut halbärschig auf eine ganz zufällig im Konferenzraum herumstehende Vorrichtung. Eine Klappe öffnet sich und Evey klaut einfach raus, was nicht fest angeschraubt ist. Wie es der Zufall will ist das die zentrale Datenbank der ganzen Anlage, ohne die das Cyborg-Volk nicht an den meistbietenden verscherbelt werden kann.

Wie Brüder is sowas.
Ihr könnt den letzten Paragraphen sooft lesen bis ihr schwarz werdet, es ändert sich nichts an dessen inhaltlicher Korrektheit.
Auf der Flucht vor den Häschern des Konzern (Cyborgs in Training) gerät Evelyn in die Gesellschaft von Saint und Max, zwei Kopfgeldjäger-Marshall-Duders ohne viel Glück, mit noch weniger Verstand und engen Muskelshirts am Leib. Zu dritt versuchen sie, den Cyborg-Onslaught zu überleben, die Hintermänner zur Rechenschaft zu bringen und hey, nicht immer in die Kamera gucken!

"Wissen sie, was die tun? Phelps und DeltaTech wandeln Studenten in Cyborg-Söldner um. Das ist ein großer Moment!"

’Cyborg Cop 3’ hat (sieht man von kybernetischen Handlangern ab) nichts mit den beiden Vorgängern zu tun. Statt David Bradley gibt’s hier ’Shadowchaser’-Brutus Frank Zagarino und ’Screwballs 2’-Fickfrosch Bryan Genessy. Der eine ist blond, der andere isst gern Twinkies, beide haben ein ’Blues Brothers’-Poster in der Küche zu hängen. Das muss zur Charakterisierung reichen. Die deutsche Gossen-Synchro tut ihr übriges.

Model 5 - Pullunder-Reihe
’Reichen’ muss übrigens auch billigste Trickserei, wenn es um die Darstellung der Cyborgs geht. Zwar sieht man sie unaufhaltbar durch die Gegend stapfen, echte Robo-Applikationen oder gar exzellentes Make Up gibt es jedoch nicht zu bestaunen. Lediglich eine ultrabillige Cyborg-Vision. Dafür ist die Action zuweilen verdammt fetzig: Geballer, Explosionen, Stunts, gerne auch alles in ein und derselben Szene. Subgenre-Tropes wie ’Cyborg räumt eine Polizei Station auf’, ’Cyborgs ballern einen Autoschrottplatz kurz und klein’ und ’Cyborg kommt durchs Wandgemälde’ werden allesamt bedient.
Besonders spaßig ist eine Runde Shooting Range-Geballer, in der Pappkameraden im Fantasygewand (Killerroboter, Mutantenmonster etc.) von einem der Cyborgs zerfetzt werden. Sollten da etwa Production Values für Genre-Fans vorgetäuscht werden?

"Hör‘n Sie! Ich weiß, das ist schwer zu glauben, aber sie wandeln menschliches Blut in Insektenblut um, um in Nukleargebieten wie Chernobyl zu arbeiten."
"Insektenblut?
"Ja, wer weiß. Vielleicht kreieren sie nur riesige Kakerlaken."

Keine Angst, der Typ will sich die Knarre nur cyborgen...
(Nein, mir ist wirklich keine bessere Bildunterschrift eingefallen.)

Klar ist das Action-Trash per Definition. Aber er hat mich zum Lachen gebracht. Vor allem die Musik, die klang, als hätten ein angestaubter Synthesizer und eine E-Gitarre ertragreichen Sex gehabt, dessen Ergebnis dann jedoch abgetrieben wurde, was ein findiger/skrupelloser Tontechniker aufzeichnete. Ich will gerne zugeben, dass mir solche Filme grundsätzlich immer besser gefallen, je dämlicher, schrottiger und zotiger sie sind. Diesbezüglich glänzt ’Cyborg Cop 3’ trotz des matten Fundaments auf ganzer Linie. Das einzige, was mir hier gefehlt hat sind tatsächlich riesige Kakerlaken.


Hudson