Cyborg Cop 2


‘Get ready for war.’


Originaltitel: Cyborg Cop II (1994) Regie: Sam Firstenberg
Drehbuch: Sam Firstenberg & Jon Stevens
Darsteller: David Bradley, Morgan Hunter, Jill Pierce FSK: 18


Jack Ryan ist wieder da. Nein, nicht der Patriot aus dem Anschlag des roten Kartells, sondern der aus ’Cyborg Cop’. Und wenn ihr jetzt immer noch nicht wisst, um wen es geht, dann habt ihr ’Cyborg Cop’ entweder nicht gesehen oder, wie ich, den Film schon wieder komplett vergessen.

Ärsche treten...
Nachdem eine halbe Lagerhalle voller Menschen und Ryans Partner Mike von dem irrsinnigen Gewaltverbrecher Starkraven abgeknallt wird, bekommt letzterer die Todesstrafe aufgebrummt. Zur Vollstreckung kommt es jedoch nicht, denn die Agenten der Anti-Terroreinheit ATG holen den Psychopathen aus dem Knast, um ihn zu einem astreinen Cyborg umzufunktionieren. Bei der Einweihungs-Party der neu erschaffenen Mensch-Maschinen kommt es, wie es kommen muss. Nach den unsterblichen Worten “Wir sind ihre Meister und sie unsere kriegerischen Sklaven. Und sollte tatsächlich einmal etwas Unvorhersehbares geschehen, gibt es diesen roten Knopf.“ gelingt es Starkravens Cyborg-Unit, sich aus der Ladestation zu befreien. Er übernimmt die Kontrolle über seine kybernetischen Kollegen und lässt sie in Richtung Weltherrschaft marschieren. Jetzt gibt es nur noch einen, der die durchgedrehte Metal-Mischpoke aufhalten kann: Jack Ryan.

“Wie kommt es, dass ein Massenmörder aus dem Todestrakt abgeholt wird von ihrer Organisation, verwandelt wird in einen Cyborg und dann losgelassen wird als Killermaschine?
Miss ATG-Operationschef-Stellvertretungs-Bombe!“

...Rohre biegen...

Eine berechtigte Frage. Da aber die Story von ’Cyborg Cop 2’ aber ohnehin aalglatt bei ’RoboCop 2’ gemopst wurde, erübrigt sich alles Grübeln über die Umstände.
Sei’s drum. Hier greift nämlich das alte Sprüchlein “besser halbwegs passabel geklaut, als so richtig beschissen selber gemacht.“ (Für letzteres siehe auch Teil 1 der Reihe.)
Sam Firstenberg (’American Fighter’) hinter, und David Bradley vor der Kamera, sind hier einmal mehr die Männer fürs Grobe und beide üben ihre Kunst um einiges versierter aus, als im lausigen Vorgänger.

...Tonnen stämmen...
Es geht flott zur Sache und das alte Luder Langeweile bekommt gar nicht erst die Chance, sich einzuschleichen. Wenn der hier erstaunlich gut aufgelegte Bradley nicht gerade flotte Sprüche und derbe Roundhousekicks verteilt, knallt es an allen Ecken und Enden. Lediglich die grottige Musik lädt zum Weghören ein.
Die größtenteils dumbatzig durch die Gegend stiefelnden Cyborgs sind zwar mit allerlei Superwaffen (Gatling-Geschütz, pulsierender Laser-Generator und einem Flammenwerfer namens die Olympische Fackel) ausgestattet, aber bei sich bietender Gelegenheit wickeln sie auch schon mal Auspuffrohre um dicke Mechaniker. Dementsprechend schwankt der Grundton von ’Cyborg Cop 2’ auch zwischen bluttriefend böse und scheppernd beschwippst. Der Spaß hat hier aber eindeutig Vorrang, insbesondere wenn eine Cyborg-Einheit namens ’Spartacus’ seine künstlichen Kumpis mit feurigen Reden wie der folgenden anstachelt:

“Wir werden unsere erste Stadt einnehmen und alle Einwohner müssen umgewandelt werden. Und dann Stadt für Stadt, Land für Land werden wir die ganze Welt übernehmen. Danach wird es nichts mehr geben. Keine Menschen, nur noch Sklaven. Und mein erster Sklave wird Jack Ryan!“

...Cyborgs liften.

Fazit: Knüppeldicke Action, Story in den Sack. David Bradley tritt gut Ärsche, um ihn herum gibt’s Krawall, soweit die Linsen schielen können. B-Action in Reinkultur und einer der seltenen Fälle, in denen das Sequel das hust*Original*hust locker flockig in die Tasche steckt.


Hudson