Cyborg



Originaltitel: Cyborg (1989) Regie: Albert Pyun Drehbuch: Kitty Chalmers
Darsteller: Jean-Claude Van Damme, Deborah Richter, Vincent Klyn FSK: 18


Endzeit und kein Ende in Sicht: Welt im Arsch, böse Banden herrschen im Viertel und ihr Chef Fender (klingt in der dt. Fassung wie ein Lungenkranker der Zigarren verspeist hat) erklärt uns per Voice-Over, dass das alles ziemlich cool ist.

Ja, dit kannste!
Die Hälfte der Menschheit ist an einer Seuche verreckt. Die Formel für das Heilmittel steckt im Silikon-Kopp des weiblichen Cyborg’s Pearl. Nachdem ihre Begleiter von Fenders Bande ermordet werden, ist ihr der ’Slinger’ Gibson Rickenbacker (wat is los?) auf der Fährte. Rickenbacker (komm ich nich drüber hinweg!) hat auch mit Fender noch ein Hühnchen zu rupfen, aber das ist eine andere Geschichte und soll in Flashbacks mit einem langhaarigen ’Perücken Van Damme’ erzählt werden.

Ehrlich Leute, wo kommt eure Liebe für diesen Schund her? Sind es die Erinnerungen an die gute alte Zeit? Seid ehrlich! Was mehr gibt es dieser Mucki-Gurke abzugewinnen, als ein müdes Lächeln? Ich bin wirklich enttäuscht, denn ’Cyborg’ ist das einzige Van Damme Vehikel der 80-er Jahre, das ich bis dato nicht gesehen hatte. Und irgendwie hat es die belgische Schwitzbrust (oder vielmehr seine Filme) immer geschafft, mich wenigstens zu unterhalten. Doch spätestens als Van Damme auf ein 5 Meter hohes Kreuz genagelt wurde (wie haben die ihn da hoch bekommen?) und einen auf ’Conan’ macht, war bei mir alles vorbei.

"Say hello to my little friend!"
Die Bösewichter sind die selben Abziehbilder wie in jedem Endzeitstreifen seit dem ’Road Warrior’, töten alles und jeden, sogar auf Hochzeiten (praktisch die ’Wedding Crashers der Postapokalypse’)!
Der Held ist ein ausdrucksloses Prügel-Sixpack, der keinen Funken Charakter, geschweige denn Tiefgang, aber den beklopptesten Namen seit Erfindung der ’Wurstbalaleika’ hat.
Gedreht wurde auf den still gelegten Industrie-Parkplätzen im Gewerbegebiet Nürnberg Süd, wo auf den Wegschildern das Wort ’Einöde’ eingeritzt wurde und Ralf Moeller ('Conan - Der Abenteurer') als breitschultrige Kanal-Ratte mit schlechten Szenen… pardon; schlechten Zähnen und ’Wolle Petri-Gedächtnis MiniPli’ die Beton-Mischmaschine umhaut, bis ihm Van Damme mittels Killer-Spagat die Zotteln von der Pelle säbelt.
Jau, auf die ’Zwölf’ gibt’s bei ’Cyborg’ ordentlich, da kann man nicht meckern. Wenn die Darsteller den Mund aufmachen aber schon.

“Gewöhnt man sich schnell daran?“
“An was?“
“An das Töten!“
“Ich hab diese Welt nicht gemacht!“

Nee, das war ausnahmsweise nich der Jean Claude, sondern Pyun’s Albert (hat auch die ’Nemesis’ Saga verzapft) und half mit diesem Machwerk (das aus Set-Überresten einer geplanten, aber nie verwirklichten ’Masters of the Universe’-Forstsetzung zusammengeschraubt wurde) den Bankrott der ’Cannon Group’ zu beschleunigen. Der Zuschauer steht dabei genauso im Regen, wie der Star am Ende des Films, natürlich mit freiem Oberkörper.

'It's the end of the world...
und man sieht es.'

Fazit: Van Damme vs. barbarische Fell-Schulterpolster-Cyberpunks, sinnfeies ’Hau drauf’ bis die Endzeit kommt und der schlechteste Synchro-Job, den Thomas Danneberg je abgeliefert hat. Nicht mehr und n… noch ein klein bissel weniger.

Hudson