CyberTracker


‘You have been found guilty by the United States Computerrised Judaical System. You are to bee executed... NOW!’


Originaltitel: CyberTracker (1994) Regie: Richard Pepin
Drehbuch: Jacobsen Hart
Darsteller: Don 'The Dragon' Wilson, Richard Norton, Stacie Foster FSK: 18


Die Zukunft. Sieht man vom rosa Himmel über Los Angeles ab, sieht es finster aus.

Wer zuerst den Cyber
trackt hat gewonnen.
Die Justiz wurde komplett von Computern übernommen. Im Gegensatz zu den ’Terminator’-Streifen jedoch nicht gegen den Willen der Menschheit. Die Beamten füttern das System einfach mit den Details der ’Verbrechen’, um den Rest kümmert sich der Arbeitsspeicher. Inklusive der Exekutive. Die wird von Cyber Trackern übernommen, wandelnden Killermasch… ach, komm: Von ’Terminatoren’ ohne Lizenz von James Cameron. Verantwortlich dafür ist ’Cybercore’, die hiesige Version von Cyberdyne, OCP und Weyland/Yutani, gegen die zwar von einigen Bürgern mit Zivilcourage und der UMR (Union für Menschenrechte) protestiert wird, die jedoch keine Skrupel hat, ihre Linie durchzuziehen. Das muss auch Eric Phillips, seit Kurzem Sicherheits-Experte der Firma, am eigenen Leib erfahren, als er die Exekution einer rebellischen Wissenschaftlerin verhindern will. Fortan wird Phillips von seinem ehemaligen Arbeitgeber, den Cyber Trackern, der halben Stadt und Richard Norton gejagt und muss sich mit den Rebellen verbrüdern, um zu überleben und es in ’Cyber Tracker 2’ zu schaffen…

"Männer sind keine Männer mehr, heutzutage. Ihr Selbstwertgefühl ist tot und die Menschheit wird schon bald folgen. Männer sind Ungeziefer. Was machen wir mit Ungeziefer? Wir zerquetschen es!"
"Wovon reden sie überhaupt?"

Von Männern. Aber Männer lügen auch am Telefon und nehmen in den Arm. Oft sogar auf den Arm. So wie die Macher von ’Cyber Tracker’.

Richard Norton - Frauen
sind sein Fachgebiet
Über den Krawall-Faktor will und kann ich gar nicht meckern. Es gibt jede Menge Blech-Geballer und Explosions-Lawinen. Genug um alle Action-Atzen südlich geläufiger Qualitätsstandards zufrieden zu stellen. Wenn jedoch der Cyber Tracker, eine Art Michael Berryman auf Steroiden, mittels Speed-Up Verfahren beschleunigt wird, einen Truck verfolgt und dabei die Arme binnen Sekundenbruchteilen hin und herwackeln, fühlt man sich an alte Laurel & Hardy Zeiten erinnert.
Dann ist da Don the Dragon Wilson, eine Art Dean Cain für Arme (was verdammt arm ist, wenn ihr mich fragt). Willson wurde irgendwann Ende der Achtziger von Roger Corman aus einem Dojo gezogen und vor die Kamera gestellt, um der Welt ein weiteres Mal zu beweisen, dass auch ein elffacher Kickbox Champion nicht unbedingt Schauspieler sein muss. Mit unbeweglicher Mimik, seiner fünfzig $ Frisur, dem 5er BMW und der modischen Windjacke ist er ein typisches Relikt gelackter Video-Action der Neunziger Jahre (okay, die Karre würde ich auch heute noch nehmen) und die grottige deutsche Synchronisation tut Wilson auch keinen Gefallen.
Richard Norton (’Magic Crystal’) musste sich mal wieder für eine Nebenrolle als dritte Geige hergeben. Nicht, dass Norton der versierteste aller Haudrauf-Mimen wäre, aber bei der Erfahrung von 20 Jahren Genre-Kino hätte man ihn ruhig ein wenig weiter vorne positionieren können. Den Wilson fegt der allemal vom Schirm.

Apropos: Die Frau von morgen
(Batterien nich enthalten)

Überm Strich also passables Action-Geknatter, eine von überall herbei geklaute Story und Kicker-Knallchargen, die vergeblich versuchen, das Ganze in Bewegung zu halten. Unten drunter klafft der große Schlund der Belanglosigkeit und verleibt sich alles ein. *Rülps*


Hudson