Cyberspace


‘The final frontier is not outer space. It is the human mind.’


Originaltitel: Circuitry Man (1990)
Regie: Steven Lovy Drehbuch: Robert Lovy & Steven Lovy
Darsteller: Jim Metzler, Dana Wheeler-Nicholson, Vernon Wells FSK: 18


“Vierzig Jahre nachdem die Weltmeere vertrocknet und der letzte Baum in den Regenwäldern gefallen war, konnte die Luft nicht mehr geatmet werden. Die Menschheit flüchtete in den Untergrund, in kontrollierte Gewaltherrschaft, in der auch die letzte Grenze zerstört wird: Das menschliche Hirn.“

"Sie sehen schon komisch aus."
"Sie sollten mich in meinen Freizeitklamotten sehen!"

Also besser hätte ich die Ausgangssituation von ’Cyberspace’ (plus Seitenhieb) auch nicht umschreiben können.
Die taffe Lori und der androide Lustknabe Danner wollen Drogen in Mikrochip-Form (“Samenchips, jedes einzelne produziert 1000 neue.“) von Los Angeles nach New York schmuggeln, um einen fetten Reibach zu machen. Da, wie im Vorgelaber ja schon erörtert, die Erde mittlerweile aber völlig hinüber ist, kann man nicht ohne weiteres durch die nette Wüstenlandschaft ridern, wie man es aus dem Rest der Endzeit-Filme gewöhnt ist. Sauerstoff muss her, doch der ist knapp und muss erst von zwiespältigen Typen aus dem unterirdischen ’Labyrinth’ (ein riesiges Netz aus Tiefgaragen, in denen es Blutegel regnet) beschafft werden. Erschwert wird der Auftrag durch PLUGHEAD, einen irren Chip-Hirni, der die beiden verfolgt und dabei eine gewaltige Blutspur hinterlässt…

Ja, Eins zu Null für Steckerkopf.

Ganz schön abgefahren, was uns Regisseur Steven Lovy hier anbietet: Furture Noir meets Endzeit, in der wahnsinnige Stöpselköppe ihre Geilheit ausleben, während die Bullen immer zu spät am Tatort ankommen (und wenn sie mal rechtzeitig da sind, alle Anwesenden laufen lassen) und wo selbst Androiden nicht ohne Sauerstoff auskommen. Die Story klingt solide, wird letztlich jedoch weniger attraktiv verwirklicht.
Hauptdarsteller Jim Metzler (’Sundown’) und Dana Wheeler-Nicholson (’Fletch – Der Troublemaker’) sind einigermaßen sympatisch, aber keine großen Schauspielleuchten und Vernon Wells (’Phantom Kommando’) zieht unter dickem MakeUp seine ’Evil Maniac’-Nummer ab. Gekonnt wohlgemerkt!
Zwar hat ’Cyperspace’ einige sehenswerte Effekte und einladend schwarzen Humor im Gepäck, ist des Öfteren aber einen Hauch zu langatmig und zuweilen etwas wirr. Wenn die beiden Protagonisten am Ende in den Sonnenuntergang latschen und ein paar waschechte Pferde vorbei galoppiert kommen, hat man sich doch einmal zu oft am Kopf gekratzt.


Hudson