Cybernator


‘Das Jahr 2010. Androiden beherrschen die Welt...’


Originaltitel: Cybernator (1991) Regie: Robert Rundle
Drehbuch: Robert Rundle, Edward Sanchez & Robert Rundle
Darsteller: Lonnie Schuyler, Jeff Jenkins, Christina Peralta FSK: 18


Ihr werdet’s kaum glauben, worum es in ’Cybernator’ geht:

CYBORGS GREIFEN MENSCHEN AN!

Ja, setzt euch erst einmal hin und atmet gut durch.

Wir schreiben das Jahr 2010. Androiden beherrschen die Welt. Das behauptet immerhin die VHS-Hülle, aber da steht auch “Eine beklemmende und doch realitätsnahe Zukunftsvision.“ Offensichtlich haben die Verantwortlichen nicht den selben Film gesehen wie ich.

Im Grunde genommen geht es darum, dass ein Haufen Cyborgs von einem fiesen Army Colonel (William Smith… aua) missbraucht werden, um die Macht im Land zu übernehmen. Zu diesem Zweck polt er die Androiden zu Killermaschinen um und lässt sie einen unbequemen Politiker nach dem anderen umnieten.
Hier kommt Cyborg-Hasser und Cop Brent McCord ins Spiel. Der ist den Vorfällen auf der Spur und stolpert von einer Ballerei in die nächste. Das dicke Ende wartet aber noch, denn McCords Vergangenheit dürfte ihm selbst nicht schmecken…

“Dies sind nicht die 90er. Schön wär’s!“

Heady Spaghetti
Gebt mit ein T – Tuffige Wohnzimmermöbel, auf denen Militärs Probleme wälzen!
Gebt mir ein R – Ratatatat, den Gegner in die Brust getroffen, doch er packt sich ins Gesicht!
Gebt mir ein A – Asoziale Cyborgs ohne Sinn und Verstand.
Gebt mir ein S – Schusswaffen aus Hartplaste. Genauer: Laser, die nach AK 47ern klingen!
Gebt mir ein H – Haarteppich auf der Brust mit zwei dicken rosa Nippeln links und rechts!

Bevor ich mich jetzt wirklich darauf einlasse, euch diesen Blödsinn im Filmformat per Analyse näher zu bringen, lang ich doch lieber noch ein paar handfeste Fakten rüber:

Der fiese Handlanger ist ein kalkweißer Pinhead-Verschnitt im schwarzen Regencape. Doch da wo unser Lieblings-Zenobit die Nadeln zu stecken hat, hängen dem Drüsen-Dieter hier Spaghettis aus der Omme.
William Smith, der mal ’Conans’ Vater war, spielt hier einen sülzigen Oberst, der am Ende das halbe Gesicht weggefräst bekommt, aber trotzdem noch grinst, denn auch er ist ein Cyborg (auch ’Borgies’ und ’Seiborgs’ genannt).
Letztere sind laut VHS-Hülle ursprünglich eigentlich als “friedliche Helfer“ konzipiert worden. Unweigerlich kommt da die Frage auf, zu welchem ’friedlichen’ Zweck jetzt genau der Typ mit dem ’TrapJaw’-Gedächtnis-Unterkiefer auf dem Cover modifiziert wurde.

“Wie hat er ausgesehen?“
“Er war 1.80, hatte eine krumme Nase und einen breiten Mund.“
“Krumme Nase…“

William Smith erklärt die Welt

Fazit: Wurmstichiger Plot, vom Schwachsinn geblendete Mager-Mimen und Technik die verscheißert. Für ganz hartnäckige Trashonauten ist das natürlich ein Fest. Schon allein die bekloppten Tricks und Dialogfetzen wie “Einige meiner besten Freunde sind Toaster!“ reichen, um das zu gewährleisten. Aber irgendwann is halt echt eine Grenze erreicht und mein Hirn hat gerade den Zoll gelöhnt. So weit hätte es nicht kommen dürfen!


Hudson