Kannibalinnen im Avocado Dschungel des Todes


‘These women are serious about their taste in men!’


Originaltitel: Cannibal Women in the Avocado Jungle of Death (1989)
Regie & Drehbuch: J.F. Lawton
Darsteller: Shannon Tweed, Bill Maher, Karen Mistal FSK: 16


‘Cannibal Women in the Avocado Jungle of Death’ (aka Piranha Women in the Avocado Jungle of Death aka Jungle Heat)! WOW! Nur ‘A Nymphoid Barbarian in Dinosaur Hell’, ‘The Saga of the Viking Women and Their Voyage to the Waters of the Great Sea Serpent’ und ‘Yentl’ kommen an die sprachliche Komplexität dieses Titels heran.

WOMEN IN DANGER!
Im Film spielt (erstes Ausrufezeichen) Shannon Tweed eine Feminismus-Professorin (zweites Ausrufezeichens) mit Brille (Ausrufezeichen Galore!), die vom Militär angeheuert wird, in den titelgebenden Avocado Dschungel zu stiefeln, um dort den Stamm der ebenfalls titelgebenden Piranha-Women zu überzeugen, dass es besser wäre, in einem Reservat zu leben, da die Amazonen Menschenfresser sind und kürzlich auch mehrere GIs verspeist haben.
Mit 1000 Schuss Stahlmantelgeschossen, einer mordsmäßigen ’Tomb Raider’-Survival-Ausrüstung und ihrer tuffig-pinken Fakultäts-Hiwi-Schnecke Bunny macht sie sich auf den Weg nach San Bernadino, am Rande das Dschungels. Dort gabeln sie den großmäuligen Chauvi-Trottel Jim auf, der ihnen als Scout dienen soll, sie jedoch eher mit Sprüchen nervt. Bald sind die drei mitten in der grünen Hölle und müssen sich den Gefahren des Guacamole-Grauens stellen…

“Für spezielle Mädchen wie dich haben wir einen Wet-T-Shirt-Contest geplant.“
“Aber alle meine T-Shirts sind trocken.“

Sieh da! Sieh da, Timotheus! J.D. Lawton, Drehbuchautor von Hollywood-Hits wie ’Pretty Woman’, ’Alarmstufe Rot’ und ’DOA’ verdiente sich seine Sporen als Amazonen-Regisseur eines spaßigen Adventure-Jux’.
Schwerpunkte bei ’CWITAJOD’ sind u.a. witzige Anspielungen auf ’Star Wars’, ’Indiana Jones’, ’Apocalypse Now’ und ’2001’ (kiek an, den Gag hat Brösel hier also geklaut!) und Dialog-Humor, der die Sachbearbeiter der Sprüche-Abteilung ordentlich zum schuften bringt. Da ich das Teil nur im Original-Ton gesehen habe, kann ich mir kein Bild über die deutsche Vertonung machen, versuche hier aber mal, einen der Dialog-Brüller fachgerecht zu übersetzen:

FEARLESS MEN!
“Wir waren einst Liebende. Verzweifelt und sehnsuchtsvoll verliebt. Es war vor langer Zeit, nicht wahr, Margo, als dein Hirn noch nicht voll war mit bizarren, feministischen Gedanken über die Bedeutungslosigkeit der Liebe. Damals warst du die hingebungsvollste, leidenschaftlichste Frau, die ich je in meinem Leben traf. Ich habe mein ganzes Leben umgekrempelt für dich. Wir teilten unsere innersten Gedanken und Gefühle. Machten Pläne. Große Pläne. Pläne über ein gemeinsames Leben. Und dann hast du mich abserviert, weil ich mich nicht als der Mann herausstellte, der sich mit dem Feminismus-Quatsch vereinbaren ließ, den dir deine Professoren einpflanzten.“
“Pfff.. Es war ein One-Night-Stand. Ich war halb betrunken und bin gleich abgehauen, nachdem wir Sex hatten. Wir haben nicht mal acht Worte miteinander gewechselt und deine bestanden auch nur aus einer Silbe.“
“Ha… Das sieht dir ähnlich, Worte zu zählen, Dr. Hunt. Aber was du nie verstanden hast, ist, dass es Gefühle gibt, die man nicht in Worte fassen kann. Momente von Dauer und Ewigkeit. Du hast deine Gefühle einfach weggeschmissen. Und nachdem du mein Herz gebrochen hast, schleppte ich mich in eine Whiskeybar, aus der ich seither nicht mehr herausgekommen bin.“ “Du hast dich einen Tag später aus dem Staub gemacht mit einem Bimbo aus der Cafeteria.“ “Öh *räusper*… ja aber diese Verabredung war von einer Woche vorher. Und davon abgesehen… von dem Moment an, da ich aus Hawaii wieder da war… schleppte ich mich in eine Whiskeybar, aus der ich seither nicht mehr herausgekommen bin.“

REAL ADVENTURE!
Andererseits gibt es natürlich auch hier wieder Sprüche die man nur im O-Ton versteht (“They're an ancient commune of feminists, so radical, so militant, so left of center they... they eat their men.“ “Oh, that. Well, if I like a guy, I usually start at... “ “They don't eat their men like that, Bunny.”)
Die Darsteller bewegen sich auf sicheren Füßen und machen vor allem eins: Spaß. Shannon Tweed gibt sich tatsächlich mal Mühe, zu schaupielern und kommt als selbstbewußte Feministin natürlich richtig schön comichaft rüber. Handfeste Unterstützung kriegt sie von der putzigen Pinky-Göre Karen Mistal und dem Klamauk-Schlingel Bill Maher. Zum Schreien, wie Ober-Macho Jim einer handvoll domestizierter Männer-Pussis beizubringen versucht, wieder echte Kerle zu sein (“Was ist das? Heiße Schokolade? Oh Jesus! Männer bringen anderen Männern keine Heiße Schokolade!“). Als Amazonen-Anführererin gibt sich übrigens John Carpenters einstige Leib & Magen-Muse Adrienne Barbeau (’Das Ding aus dem Sumpf’) die Ehre.

“Also… wie viel?“
“Sehr witzig. Das sieht dir wieder ähnlich. Jetzt behandelst du mich wie einen Gigolo und bietest mir Geld an, nach allem was wir einander bedeuteten.“
“WIE VIEL?“
“25.000 Dollar.“
“Vergiss es.”
“50 Piepen.“
“Okay.”

TASTY FOOD!

’Cannibal Women in the Avacado Jungle of Death’ ist eine trashig angehauchte, quirlige Abenteuer-Komödie, die 90 Minuten lang angenehm herumblödelt und keinem weh tut. Witzige Sprüche und drollige Darsteller überbrücken das eine oder andere Spannungstief und außerdem gibt’s ein Spitzen-Cameo von einem Ninja, einem Wrestler und einem Rambo-Verschnitt. Ich mag den Film!


Hudson