Crystal Force


‘The door to Hell swings both ways!’


Originaltitel: Crystal Force (1990)
Regie: Laura Keats Drehbuch: Jared Brady & Jerry Daly
Darsteller: Sharon Kane, Angst Argyle, Lisa Turco FSK: 18


“Da ist eine Macht. Ängstlich bekämpft. Nur bekannt denen, die auf dem Pfad der Dunkelheit wandelten. Nach dem die Hölle nur ein Spielplatz ist. Sie wartet geduldig darauf, durch die fünfeckige Tür des Todes zu gelangen. Ein Pentagramm. Hinter dieser Tür wartet sie mit dunklem Verlangen. Sie wartet, bis sie herbeigerufen wird durch die toten Klagen der Trauer. Sie greift an in einer Zeit von Leid und Verlust, als ob sie den Tod und jede Hoffnung auf ein Leben danach verspotten will.“

Moosi: The Intellectual Years

Aufgemerkt liebe Satanisten und Hobby-Grufties: Die Rede ist von der Crystal Force und jene ist im Besitz des Mistel-Schorsch, welcher der Protagonistin dieses Machwerks eben jenen Kristall nach dem Tod ihres Vaters im Trödelladen des Grauens verkauft. Töchterchen erhofft sich von dem Teil nämlich Erlösung für ihre trauernde Mutter, die einfach nur mal etwas Abwechslung benötigt. Da kommen Seancen gerade recht.

“Für dich hab ich was spezielles: Pulsübertragung!“
“Was zur Hölle ist Pulsübertagung? Hört sich an, als hätte es etwas mit dem Blutdruck zu tun. So wie meiner hochgeht, wenn ich Billy Idol sehe auf MTV?“
“Du siehst MTV?“
“Nur Billy… oh und ahaha David Lee Roth auch ehehe!“

Bratwurstfinger Sex
Leider wohnt dem Kristall die titelgebende Force inne, was ja immerhin ein wenig Sinn macht, denn sonst hieße der Film nur ’Crystal’ und wär vielleicht ein Lesben-Drama oder ein Drogen-Film. Aber nein, hier geht das Böse um und zwar in Form eines dicken Mannes, der aussschaut wie Rudolf Mooshammer, mit zwei ausgewachsenen Dobermännern durch den Park rennt und aus dem Off stöhnt: “Du bist so verführerisch. So ein starker Anziehungspunkt. Sooo schöööööön. Einfach unwiderstehlich!“
Als wäre dies des Horrors nicht genug, entschlüpft dem Kristall baldigst ein waschechtes Schleimgummimonster, das junge Damen verfolgt, während andere junge Damen vögeln…

’Nee, oder?’ war meine erste Reaktion auf ’Crystal Force’ doch es wurde nur noch schlimmer.
Der Film ist so ziemlich das mieseste, das irgendjemand irgendwann irgendwo mal finanziert bekommen hat. Ed Woods Filme sind im Vergleich dazu hohe Kunst, Joe D’Amato ein Meister der Stilsicherheit und Jean Rollin ein geschmackvoller Mann mit großen Visionen. Für all jene, die sich in dieses Review verirrt haben und (warum auch immer) mit jenen Namen nichts anfangen können, dem sei gesagt: Mieser als ’Crystal Force’ geht nicht. Alles was danach käme wäre der Rand der Welt zu einem multidimensionalen Güllefass oder der Film ’Mind Killer’, der möglicherweise noch einen Tick schlechter ist. In der ersten Stunde passiert schonmal gar nichts. Außer vielleicht einer schwülstigen Porno-Traumszene, die so schlecht inszeniert und beleuchtet ist, dass man sich die Uschis aus dem Nachtprogramm des DSF mitsamt Kamerateam herbeisehnt.

Pferd auf'm Flur
Dann gibt’s da noch solche Szenen: In einem Friseur-Atelier toupiert eine zauselige Frisur-Emma ihrer Freundin die Haare, während im Hintergrund zwei Stickschwestern an einem Tischtuch sticken. Lustiger Anblick, soweit… vielleicht für eine Sekunde, oder eine halbe. Aber spätestens dann erwartete Mann, dass irgendein riesiges Schleimmonster aus dem Wandschrank bricht, um den vier Schabracken die Deckel von der Rübe zu naschen. Warum passiert das also nicht? Warum sehen und hören wir die Muttis fünf Minuten lang über irgendwelchen Mumpitz palawern und zwar solange, bis sie von der nächsten Szene abgelöst werden, in der sie mit anderen Muttis anderen Mumpitz palawern.
Im letzten Drittel bequemt sich dann auch endlich das Monster aus seinem kristallenen Behältnis und verfolgt seine Opfer durch die Pink-O-Vision Creature-Perspective. Doch Moment! Kenn ich dieses schlüpfrige Gummigerippe nicht aus dem mordsmäßig verkackten Corman-Trasher ’Good Night Hell’? Aber natürlich! Hallo Keule, wat machst du denn hier? Die Karriereleiter noch tiefer gefallen? Unglaublich aber wahr.
Muss ich noch erwähnen, dass der Film von einer Frau gemacht wurde? Es war ihr erster und letzter. Ein geringer Trost, der meine Abscheu gegenüber diesem Machwerk kaum zu kompensieren vermag. Dass ’Crystal Force’ tatsächlich eine Fortsetzung spendiert bekommen hat ist schlichtweg … nee, oder?


Hudson