Attack of the Crab Monsters


‘From the depths of the sea... a tidal wave of terror!’


Originaltitel: Attack of the Crab Monsters (1957) Regie: Roger Corman
Drehbuch: Charles B. Griffith
Darsteller: Richard Garland, Pamela Duncan, Russell Johnson FSK: unbekannt


‘You are about to land in a lonely zone of terror… on an uncharted atoll in the Pacific!’

"Und da hinter der Strandbar, den Palmenweg rauf,
rechts neben den Ipecac-Stäuchern ist die Crab Monster Show!"

Na Mensch, da kommt die Atom-Explosionen aus dem Archiv und mit freundlicher Genehmigung der US-Regierungsbehörde für Sprengangelegenheiten gerade recht. Welcome to the Atomic Age, fellas. Das hier sind die Fifties. Rock’n’Roll, heiße Flitzer, super Frisuren und Roger Corman Drive-in-Movies hatten Hochkonjunktur.

"Ich hab Fritz reingekriegt.
Die Party kann losgehn!"
Mit dem Rock und den Flitzern ist es auf ’Crab Monster Island’ jedoch nicht weit her. Hier herrscht die Witterung des Todes, nachdem sich die Wolke einer Atom-Explosion über das Eiland ausgebreitet hat, welche nicht einmal von einem Bibelzitat aus dem Off zerschmettert werden kann. Hierher verschlägt es die obligatorische B-Movie-Gesellschaft aus Wissenschaftlern mit urigen Akzenten, einem hemdsärmeligen Hero und einer Damsel in Distress. Die Herrschaften sind auf der Suche nach einer vormaligen Expedition ins Herz der Insel, doch finden sie nur B-Movie-Lokal-Kolorit und seltsame Geräusche vor. Bald schon entdecken die strammen Forscher den Ursprung letzterer welcher. Einheimische Krabben sind zu gigantischer Größe mutiert und locken die Neuankömmlinge mit gewieften Tricks in ihre Speisekammer unter der Erde. Denn sie sind hungrig und cleverer, als sie es eigentlich sein dürften…

“Any matter therefore that the crab eats will be assimilated in its body of solid energy, becoming part of the crap“
“Like the bodies of the dead men?”
“Yes and their brain tissue. Which after all is nothing more then a storage house for electric impulses.”
“That means, that the crab can eat its victims brains, absorving his mind intact and working.”
“It’s as good a theory as any other to explain what’s happened.”

Jaha, da lacht die Koralle und das Publikums lacht gleich mit.

Ein Tödliches Vieh? Vielleicht.
Im Schnick, Schnack, Schnuck
allerdings einfach zu besiegen.
Negativ aufgeladene Krabbenmonster, die dank Gehirn-Mahlzeit Stimmen imitieren und amerikanische Wissenschaftler um den Verstand bringen können. Sowas brachte in den Fünfzigern kein Zweiter auf die Leinwand, wie Roger Corman himself. Wie schon bei etlichen seiner 50s-Schlocker der Marke ’It Conquered the World’ und später bei ’Death Race 2000’ kollaborierte Corman auch hier mit seinem treuen Wegbegleiter Charles B. Griffith, der ein gleichermaßen einfältiges wie erfrischend direktes Drehbuch aus der Narrenkappe zauberte.
Auch wenn gleich zu Beginn der erste Kopf rollt, hebt man sich die (für diese Verhältnisse) liebevoll designten Monster bis zum letzten Drittel auf und ebnet den Weg dahin mit Spannung, wahnwitzigen Konzepten und einigen schönen Unterwasseraufnahmen. Abgesehen von Corman-Dauerdarsteller Mel Welles, der hier als französischer Wissenschaftler die albernen Akzente (in der OV) im dutzend billiger ins Mikro spuckt, ist keiner der Schauspieler erwähnenswert. Dies ist einer jener Filme, die ihre Protagonisten in gut sortierte Schubladen packen (starke Männer mit geschwellter Brust, clevere Männer mit wedelnden Fingern und schwache Frauchen, die mit geballter Faust die Schreie des Entsetzens unterdrücken wollen).

Know what I’m sayin’?

Was soll’s. Wo ich her komme nennt man das einen Klassiker. Wo das ist? Da wo auch Flitzpiep und Flauskopp sich zu Hause fühlen. Also: Schmiere ins Haar, die Puppe an die Seite, ’ne Schüssel Krabbenchips in die Griffel und ab der Spaß.


Hudson